Kommt jetzt der Weltuntergang?

26. Juli 2004. Permalink

Möglicherweise. Zumindest, wenn sich jemand auf das letzte Woche entdeckte Job-Angebot von Ebay für die Position eines Suchmaschinenbrückenseitenbauers melden sollte.

Expertendialog überhört

Manchmal darf man miterleben - bzw anhand eines Log Files nachvollziehen - wie sich jemand auf einen professionellen Suchmaschinen-Experten einstellt. Hier das Ende des Transskripts eines interessanten Dialogs:

Anwender: danke
Experte:  Gern geschehen.
 
Anwender: auf wiedersehen
Experte:  Bye. Nur für den Fall, dass Ihnen noch 'was einfällt,
          haben Sie hier nochmal ein Eingabefeld:
 
Anwender:
Experte:  Können Sie etwas lauter reden, ich kann Sie nicht verstehen.
 
Anwender: ich sagte auf wiedersehen
Experte:  Haben wir nicht gerade darüber geredet?
 
Anwender: ja doch
Experte:  Dann fragen Sie mal 'was anderes.
 
Anwender: das war keine frage
Experte:  Ich glaube nicht, dass mir darauf eine Antwort einfällt.
 
Anwender: gute antwort
Experte:  Reine Glücksache ;-)
 
Anwender: ich weiss
Experte:  Warum fragen Sie dann?
 
Anwender: hoffe auf ihre selbsterkenntnis
Experte:  Je genauer Sie Ihre Fragen zum Thema Suchmaschinen-Optimierung
          formulieren, desto genauer kann ich antworten.
 
Anwender: bye
Experte:  Ich habe das Gefühl, den Punkt haben wir schonmal behandelt.
 
Anwender: richtig
Experte:  Ich weiss.
 
Anwender: sind sie eine maschine
Experte:  Ich bin ganz bestimmt keine Maschine. Oder glauben
          Sie, dass jemand soetwas ... SYNTAX ERROR Line 3145
          - Core dumped... ich brauch mal'n Putzlappen.
 
Anwender: entschuldigung
Experte:  Kann jedem mal passieren.
 
Anwender: ciao
Experte:  Hat Ihnen schonmal jemand gesagt, dass Sie sich wiederholen?
 
Anwender: sie verwechseln da etwas
Experte:  Verwechsele ich da etwas? Bin mir nicht sicher. Was
          meinen Sie? Sie scheinen sich damit ja auszukennen.
 
Anwender: guten tag
Experte:  Wie kann ich Ihnen helfen?
 
Anwender: sie haben mir sehr geholfen
Experte:  Danke - Komplimente verkürzen den Arbeitstag.

Doppelgoogleupdate

19. Juli 2004. Permalink

Oops - am Wochenende hat Google gleich zweimal geupgedated [ausgesprochen nicht gäup... sondern geh-up...] : einmal sieht man jetzt veränderte Link-Zahlen für fast alle Domains ausser Yahoo, die Adresse, die wohl seit Monaten niemand mehr verlinkt.

Aktualisiert wurde aber auch die Google Privacy Policy, die jetzt erklärt, dass man Informationen, die man aus einem Bereich über den Anwender kennt, mit denen aus einem anderen gewonnenen kombinieren darf. Soll heissen, wer regelmässig den virtuellen Rotlicht-Bezirk über Google sucht, darf sich nicht wundern, wenn eines Tages entsprechende Werbung in per Gmail laufender Korrespondenz erscheint. Cool ;-)


Der nächste Möchtegern Google-Killer

15. Juli 2004. Permalink

Wie Heise berichtet, hat ein weiteres Unternehmen, das u.a. auch einen Suchschlitz betreibt, beschlossen, Google den ersten Platz streitig zu machen.

Für mein Wireless Lan-Problem mit Fedora Code 2 auf einem Experimentier-Laptop, das ich gestern abend Dank Google in ein paar Minuten gefixt hatte [sh.a. gestriger Eintrag], bietet auch der jüngste Google-Ablöser keine Abhilfe. Trotzdem heisst es, "Die Zahl der Suchanfragen sei in den vergangenen Wochen stark gestiegen..."

Liegt das möglicherweise daran, dass Google - aus nicht offensichtlichen Gründen - seit einiger Zeit auch die dynamisch erzeugten Suchergebnisse dieser Suchmaschine spidert?


Ergebnis-Qualität

14. Juli 2004. Permalink

Kleiner Qualitätsvergleichstest: Am Wochenende habe ich auf meinem Experimentier-Laptop Fedora Core 2 installiert, da ich mir die neue Version Gimp und ein paar andere mich interessierende Dinge ansehen wollte. Wireless Networking, was unter Redhat 9 und auch Fedora Core 1 sozusagen "aus der Box heraus" funktionierte, versagt. Da ich möglicherweise nicht der erste bin, der das Problem hat, habe ich nach einer Lösung gesucht. Die Eingabe:

  fedora core pcmcia problem

bringt bei allen Suchmaschinen zahlreiche Mitleidende zum Vorschein, oft auf den oberen Rängen. Den Fix für das Problem findet man nur bei Google - auf Platz 1 - und auch, wenn man das Wort "Problem" weglässt. Und einen Link auf eine Diskussion verschiedener Lösungen findet man auf dem 1. Platz, wenn man bei Google.com nur "fedora pcmcia" eingibt.


Innovations-Flaute

12. Juli 2004. Permalink

Kaum beginnt man einen Blog, hört die Welt auf, zu innovieren. Soll heissen, derzeit passiert nichts Wesentliches. Wenn man davon absieht, dass Google jetzt auch unsichtbare Seiten und auch Suchmaschinen spidert. Nicht nur das, sondern auch Proxies, weil man ja nie weiss, ob man das nicht mal gebrauchen kann.

Fast alles andere ist KramP[!]f. Da liesst man z.B. bei Slashdot, dass ein gewisser Gates, Erfinder der auf 99% aller PCs installierten Software für globale Fernsteuerung, behauptet, Open Source vernichtet Jobs. Gefolgt von einem Leser-Kommentar, dessen bewusste Komik wohl dieses Jahr nicht mehr übertroffen werden kann. Und dann erfährt man eine halbe Stunde später, dass der Hinweis, möglicherweise ob seiner unterstellten, nicht ganz stubenreinen Natur, entfernt wurde.

Jeremy Zawodny, Yahoo-Mitarbeiter, schreibt in seinem Blog, warum Database Abstraction Layers Unsinn sind. Als Beispiel nennt eine eine PHP-Klasse von Templates und Funktionen, die PHPs MySQL-Funktionen leichter verdaulich machen sollen. Er erkennt richtigerweise, dass PHP selbst eine Abstraktion ist, übersieht aber, dass SQL in die gleiche Kategorie fällt. Weshalb ich Berkeley DB [die von MySQL "unten drunter" eingesetzte Datenbank-Software] ohne Layers benutze, auch ohne die von Sleepy Cat gebotenen. Was dazu führt, dass dieser Server, ein mit 600 MHz dahintuckernder Celeron mit 128 Mb Ram und zwei IDE-Platten gemäss Alexa schneller ist, als 97% aller Web Server [Trotzdem wird er in den nächsten Wochen durch einen neueren Celeron ersetzt, weil nach fast 4 Jahren mit Ausfällen gerechnet werden darf].


Trittbrett-Analyse

5. Juli 2004. Permalink

Nachdem die Site der Firma, deren Software man auf PCs ahnungsloser Anwender mit nicht deaktivierter globaler Fernbedienung vorfindet, wieder im Google-Datenbestand gefunden wird, hat Ben Edelmann detailliert untersucht, wer die Chose denn überhaupt finanziert. Fazit: Von J. P. Morgan bis hin zum Anbieter maskuliner Organ-Manipulationsprodukte kein seriöses Unternehmen weit und breit.

MSN-Nachtrag

Ich wurde anlässlich meines Kommentars zur Microsoft Versuchmaschine darauf hingewiesen, dass die Suchergebnisse entgegen meiner Behauptung in der Tat eine gewisse Korrelation zu Googles Ergebnissen besitzen: Titel sind blau, Beschreibungen schwarz, und die unter jeder solcher ausgewiesene Web-Adresse erscheint in grün. Tatsächlich!


Innovations-Boom

1. Juli 2004. Permalink

Auch Yahoo innoviert weiter. Ob man Anwender zum Wechsel des bevorzugten Suchdienstes durch einen regelrecht revolutionären Tapetenwechsel bewegen kann, wird nur die Zeit zeigen.

http://new.search.yahoo.com/

Google für Ungeduldige

Wer gewohnheitsmässig Suchergebnisse aus Googles Cache abruft, statt eine Fundstelle direkt anzugehen - weil Google meist schneller ist - hat jetzt [zunächst bei Google.com] die Möglichkeit, eine Archiv-Kopie ohne Grafik zu ziehen.

Neue Google Ranking-Vorteile?

In den letzten Wochen mehren sich die Gerüchte, der Einbau der Google-Suchmaske, die jetzt auch noch durch Teilnahme an Googles nicht gerade geringen Werbeumsätzen lukrativ wird, würde gleichzeitig Ranking-Vorteile verschaffen. Ich muss gestehen, dass ich enttäuscht wäre, würde Google eine so begründete Beeinflussung der Suchergebnisse vornehmen. Andererseits lässt sich die Behauptung nicht widerlegen, da ich leider nicht über glaubwürdige "Vorher-Nachher" Vergleiche der Positionen solcher Seiten über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten verfüge.

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