Nicht-Ereignis Blog

31. August 2004. Permalink

Die richtige Berufswahl kann einen entscheidenden Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität haben. Ein gewisser Rudi Guiliani bezeichnet Amerika nicht nur als das Land der Freiheit [in dem u.a. Edward Kennedy auf der No Fly-Liste steht], sondern Bush auch als "Amerikas Churchill". Ist das eine Beleidigung, oder ein armseliger Versuch der moralischen Gleichstellung?

In die gleiche Kategorie fällt Orbit Professional. Was ist Orbit, werden Sie fragen? Ein Kaugummi, den es jetzt mit dem auf hohe berufliche Einschätzung unter Hyperventilierern andeutenden Attribut gibt.

Alle Dinge sind drei. Bei Google gibt es neue Zahlen, wenn man prüft, wieviele Seiten eine Site oder Seite verlinkt haben. 49922 bei Heise und mein Blog-Eintrag vom 1. Juni [dieses Jahres] - und danach veröffentlichte Seiten - haben immer noch keinen Pagerank. Möglich, dass sie nie welchen erhalten werden. Pagerank ist offenbar Geschichte?


Schönen Feiertag

27. August 2004. Permalink

Am Montag ist hier der letzte Feiertag vor Weihnachten. So richtig ist die Tatsache, dass England [fast?] die wenigsten Feiertage in Europa hat, erst in den letzten Jahren ins Bewusstsein gerutscht.

Was das mit Suchmaschinen, oder der Suchmaschine - es gibt ja im Grunde genommen nur noch eine - zu tun hat? Gut, dass Sie fragen. Erlaubt mir diese Frage doch darauf hinzuweisen, dass Google - trotz aller berechtigter und unberechtigter Kritik - immer noch das oder die Richtigen findet, wenn man anständig fragt. Wem das nicht reicht, der findet jetzt auch zusätzliches.

Die Jungs haben verkauft, und sollten inzwischen den Kater überwunden haben. Trotzdem liesst man, wenn man die Schlagzeilen überfliegt, nur IPO-bezogene Stories, statt Innovatives, in Sachen Google. "Warum der Börsengang gemischte Signale setzte" [der Autor hat offenbar keine Meinung], oder "Wie MSFT Google zum nächsten Netscape machen wird" [Was hat eine Software-Schmiede für ferngesteuerte Home-Computer mit Information Retrieval zu tun?].

Wirklich Neues gibt es kaum zu berichten. Ich habe SeekPort, ein neuer Suchmaschinenversuch, der ungeniert spidert, aber sich beim Finden ziert, in meinem robots.txt gesperrt. Und ich habe ZyBorg, den Spider von Lookdaft bzw WiseNut, im Firewall gesperrt. Ich habe etwas dagegen, wenn man mein robots.txt, dass Zugriffe auf den Kundenbereich und alle per https abrufbaren Seiten und Programme verbietet, abruft und dann ignoriert. Auch der Mobilgate Spider [hört sich wie eine Verquickung der Petroleum-Industrie & Watergate an] wurde im Firewall verewigt.

Und ich habe wiedermal neue Hardware. Den [wirklich] alten Server hatte ich vor ein paar Wochen ersetzt, weil er eine etwas temperamentvolle Netzwerkkarte hatte, die sich manchmal mehrfach pro Jahr so aufhängte, dass nur ein Reboot half. Der Ersatz-Server machte die Reboots viel schneller. Sieben mal hat die Gurke seit Einsatzbeginn eigenständig gebootet, wenn die Last zu gross war. Fragen Sie mich nicht, warum. Seit heute früh habe ich einen Ersatz-Ersatz-Server, in den nur die Festplatte aus dem Ersatz-Server übernommen wurde. Um die Belastbarkeit zu prüfen, laufen seit ca 9:00h mehrere Endlosschleifen. Eine berechnet z.B. alle Primzahlen, eine zweite baut und löscht unentwegt OpenSSH, und eine dritte kopiert und löscht die KeyDB in diverse Verzeichnisse usw. Wenn die Kiste bis heute abend durchhält, behalte ich sie.

Schönen Feiertag.


Ja und!?

19. August 2004. Permalink

Wall Street spielte erst den Beleidigten. Jetzt macht man auf "Haben wir doch gesagt!" Eine US-Zeitung mit der Bezeichnung Wall Street Journal lässt, so berichtet John Batelle, diverse Provisionsverkäufer zu Worte kommen, die Meinung zum Google Börsengang haben. Gekürztes Zitat: "...When Google executives, including Messrs. Brin and Page and CEO Eric Schmidt, met with mutual-fund and hedge-fund investors at New York's Waldorf-Astoria Hotel ... Some investors sitting in the ballroom began speculating with each other whether the executives had spent any time practicing the presentation..."

Nein, ich glaube nicht, dass Brin, Page & Schmidt die Präsentation "geübt" haben. Zumindest von den erstgenannten beiden ist bekannt, dass sie überwiegend schöpferisch tätig sind, Dinge produzieren. Routinemässiges bullshitten, die einzige von Parasiten verstandene Kunst, praktiziert auch jeder Zweijährige, der gefragt wird, ob er sich die Hände gewaschen hat, wenn er auf dem Topf war.

Neuer Google-Trick

Macht Google jetzt auf Saubermann?


Google Play

13. August 2004. Permalink

Nach langen Spekulationen und einer nicht enden wollenden Meinungsmache in alle nur denkbaren Richtungen der Medien, die sich genauso oft für wie auch gegen den [nur Amerikanern offenstehenden] Aktienkauf Googles aussprachen, ist jetzt der Startschuss gefallen.

In der heute an Kiosken und bei Abonnenten eintrudelnden jüngsten Ausgabe des Playboy geben die beiden Google-Gründer ein Interview, das offiziellen Statements zufolge eine Woche vor Beginn der sog. Quiet Period aufgezeichnet wurde, d.h. der Phase, während der ein an die Börse gehendes Unternehmen keinen Pieps über Pläne oder Leistung verlauten lassen darf.

Das Interview lässt Leser, denen die Playboy-Fotos nicht explizit sind, ahnen, wo man solche findet. Und potentielle Anleger erkennen, dass Google nicht nur "anders" ist, weil man am Freitag, den 13. an die Börse geht. Sondern, so dürfte Amerika befinden, auch noch ausgesprochen sexy.


Aus der Gerüchte-Küche

11. August 2004. Permalink

Aus mehr als einer Quelle habe ich heute früh Hinweise darauf erhalten, dass Overture-Kunden demnächst auch noch einen monatlichen Abonnements-Preis dafür zahlen dürfen, Overture mit ihrer Werbung zu beauftragen.

Und da man heute alles patentieren kann, wie z.B. MSFT den Doppelklick oder Overture das Verfahren der Sortierung von Werbeeinblendungen nach Gebot des Werbetreibenden, vermute ich sehr stark, dass unser Briefträger sich das Verfahren, mit dem er dreimal hintereinander klingelt, wenn etwas nicht durch den Schlitz passt, ebenfalls zum Leidwesen seiner Berufskollegen patentieren lässt.

Datenbank-behinderte Site-Erstellung

Was viele als Datenbank-gestützte Site-Erstellung bezeichnen, erweist sich im Nachhinein stets als Datenbank-Behinderung. Weil die menschliche Eigenschaft, mehr mit weniger Aufwand erreichen zu wollen, Steine in den Weg legt.

So ist es einfach, durch ein paar zusätzliche Definitionen eine grössere Zahl nicht immer relevanter Querverweise in eine Site zu basteln. Nicht so einfach ist es, manuell ausgiebige Datensätze zu erstellen, die ein Produkt oder Objekt ausreichend ausführlich beschreiben. Was dann dazu führt, dass man eine Menge Seiten sehr komfortabel erstellen kann, die sich dadurch auszeichnen, bis auf ein paar Zeichenketten nahezu identischen Inhalt zu haben. Und somit von Suchmaschinen als solche behandelt werden. Daran kranken heute die meisten Shops. Ohne Fleiss kein Preis.

IP-Wechsel

Ausser gelegentlichen Versuchen infizierter Microsoft-Server, den [von niemand, der sein Handwerk versteht, eingesetzten] IIS umzuschmeissen, wird mein alter Web-Server heute nur noch von einem Spider frequentiert: ZyBorg/1.0 Dead Link Checker (wn.dlc@looksmart.net; http://www.WISEnutbot.com). Typisch.


Google Update/2

10. August 2004. Permalink

Was auf den ersten Blick aussieht, wie ein vollständiges Google-Update, ist keins. Google zeigt heute zwar veränderte Werte bei der Zahl der Links, es sieht aber ganz so aus, als ob diese Zahlen auf der gleichen Datenbasis ermittelt wurden, die schon beim letzten Update im Juli herhalten musste.

Die letzte Seite meines Blogs, die mit Pagerank geziert wurde, stammt immer noch vom 27.5. des Jahres. Alles, was danach auf den Server gestellt wurde, hat - wie vor einem Monat - noch keinen Pagerank. Das gleiche lässt sich beispielsweise leicht bei Heise ermitteln, eine Site, die URLs freundlicherweise numerisch ablegt. Die binäre Suche bringt hier schnell ans Tageslicht, dass die letzte gepagerankte Seite vom 8.6. stammt. Wenn mich nicht alles täuscht, liegt das schon eine Weile zurück.

Anderen gehts noch schlechter. Ich habe, ohne dass ich Namen nennen möchte, Medien-Sites gefunden, bei denen Seiten von Ende April noch unbewertet sind.

Was, bitteschön, ist die binäre Suche, fragen Sie? Ganz einfach. Soeben stellte Heise im Newsticker einen Artikel über - was kann's schon sein - wieder einen neuen Wurm auf den Server. Der Artikel wurde, wie in der Adresszeile des Browsers sichtbar, unter der URL /newsticker/meldung/49922 abgelegt. Man könnte jetzt die Zahl 49922 solange um Eins, oder auch Zehn, reduzieren, bis man eine Seite findet, die bereits PR hat.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/49922

Oder man sucht binär, indem man z.B. die Zahl in der Adresszeile um 9922 reduziert und bei 40000 landet. Das war natürlich zu viel, da diese Seite am 3.9.2003 erstellt wurde und bereits PR besitzt. Also addieren wir - zur Vereinfachung der mentalen Arithmetik ungefähr - die halbe Differenz, d.h. wir springen auf 45000. Immer noch zu früh, also legen wir nochmal die halbe Differenz zwischen 45000 und 49922 drauf, so dass wir bei 47500 landen. Auch diese Seite hat schon PR, also nochmal die Hälfte der Differenz dabei, und wir landen bei 48750. Jetzt haben wir offenbar eine Seite erreicht, die noch keinen PR hat. Also müssen wir zurück.

Als untere Marke setzen wir jetzt 47500 an, und unsere obere ist 48750. Reduziert um die halbe Differenz landen wir bei 48125. Immer noch zu hoch, also springen wir auf 47813 und etablieren eine neue untere Marke. Den Rest werden Sie jetzt sicherlich nachvollziehen können.

Fazit: eine Handvoll Sprünge etabliert die Fundstelle wesentlich schneller, als wenn man systematisch sucht und alt wird.

Optimierung für MSN

Jörg Kruse hat sich die Mühe gemacht, zu analysieren, wie man sein Ranking bei MSN verbessert. Gefunden im Dr. Web Weblog.


Vorsicht: Kravattenträger!

9. August 2004. Permalink

In einem Brief verurteilt die [US] Vereinigung der Staatsanwälte die P2P United, ein Verband von Unternehmen rund um P2P-Technologie, wegen der Förderung oder Hilfestellung bei der Verbreitung von Pornographischem, Spyware und Verstössen gegen das Urheberrecht. Das Schreiben ist ein perfekter Beleg dafür, dass reduzierte Durchblutung Effizienz am Arbeitsplatz behindert:

"Darüberhinaus ermöglicht P2P File Sharing den Anwendern Zugriff auf Dateien anderer Anwender, selbst wenn der Computer ausgeschaltet ist, solange der Computer über eine ADSL-Leitung Internetanschluss besitzt".

Erstaunt gefunden bei Freedom to Tinker.

Google Update

Am 6.8. hat Google aufgehört, den nach meinem Umzug auf neue Hardware [und IP] immer noch laufenden "alten" Server zu spidern, als erster, nebenbei bemerkt. Wenn ich mir ansehe, welche Seiten im Cache sind, liegt das Verhältnis von neuem zu altem Layout bei knapp 50/50. Das soll, wie so oft, erstmal eine nachmachen.


Google-Hack

6. August 2004. Permalink

In einem so irreführenden wie schreierischen Artikel auf einer Site, die sich überwiegend mit Endverbraucher-Technologie befasst und zumindest ein Minimum an Verständnis der Zusammenhänge aufbringen sollte, wird u.a. behauptet:

  • Betrügern wird es im Web leicht gemacht
  • Die Suchmaschine Google liefert ... Kredikartendaten sowie Namen, Adressen und Telefonnummern der Inhaber.
  • Damit ist ein weiterer Fall von Google-Hacking ans Tageslicht gekommen.

Oder sind da wieder zwei Schreiberlinge aufgeflogen, die nach der Gleichung besorgniserregendes Gezeter + Google = Sensation produzieren, da ihnen offenbar nichts besseres einfällt?

Dass es in jedem einzigen Fall der angeblich über Google möglichen Sicherheitsverstösse stets an der Ignoranz, der fahrlässigen Leichtfertigkeit liegt, mit der binäre Information von Kravatten-Trägern mangels Sachverstand gehandhabt werden, dokumentiert Heise qualifiziert und sachlich an einem kürzlich in Deutschland aktuell gewordenen Fall.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/49730

Google Popart

Ich habe gerade bei Google nach suchmaschinen blog gesucht, um festzustellen, welche Version meines Blogs Google heute im Datenbestand hat. Wie kaum anders zu erwarten, handelt es sich um die am Mi abend kurz vor der DNS-Änderung auf den alten Server gestellte Seite, die den Umzug nach hier ankündigt.

Die Ganz Besondere Note: wer die Seite aus Googles Cache zieht, erhält dank des <base href=...> im Code den alten Seiteninhalt, der nach den Anweisungen des Style Sheets vom neuen Server gestaltet wird. Das nenne ich moderne Kunst ;-)


Ach du grüne Neune!

5. August 2004. Permalink

Wenn diese Seite in Ihrem Browser erscheint, wie in den Urzeiten des Webs, d.h. ganz ohne Gestaltung, sind Sie ein regelmässiger Besucher dieser Site, der auf dem neuen Server gelandet ist. Der neue Server ging gestern abend online, die IP-Adresse propagiert gemächtlich durchs DNS.

Da das in alle Seiten [dynamisch] eingebundene Style Sheet auf den gleichen Namen lautet, wie das auf dem alten Server, aber damit völlig inkompatibel ist, weiss Ihr Browser nicht, "was tun".

Wenn Sie den Reload- [Neu Laden] Button Ihres Browsers einmalig strapazieren, holt sich Ihr Browser das neue CSS und - look at that - schon wird der Tapetenwechsel sichtbar.

Wie schnell ist Google?

Der DNS-Eintrag wurde gestern abend gegen 22:00h BST auf die neue IP gesetzt. Google spidert heute früh fleissig den alten Server, der noch online ist und eine Weile bleiben wird. Kurz vor Acht hat Herr Googlebot aber zumindest das robots.txt-File meiner Site vom neuen Server abgerufen. Da Googles Spider distribuiert d.h. von einer Vielzahl von Maschinen & IPs aus arbeiten, bin ich gespannt, wann der letzte Seitenabruf vom alten Server erfolgen wird.

Es ist möglich, dass eine DNS-Änderung vor ca 14 Tagen, die die TTL des Eintrags für den alten Server auf 1 Std reduzierte, geholfen haben kann. Nachdem man oft genug hört, dass Google Server-Umzüge auch noch nach 4 Wochen nicht bemerkt [weil IPs zwischengespeichert werden], werde ich ein Auge darauf bemühen.

<span class="h1">

Manchmal fragt man sich, warum man morgens überhaupt aufsteht. Wenn man empfiehlt, Überschriften so zu erstellen, dass sie als Überschrift behandelt werden, soll heissen, durch die Verwendung des dafür vorgesehenen HTML-Elements, erwartet man nicht - blauäugig, wie man offenbar ist, dass daraus ein <span class="h1"> wird. Eine <span> ist eine Zeichenkette. Eine <h1> ist eine Überschrift.

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