Lycos auf dem Glatteis

29. November 2004. Permalink

Lycos, das Internet-Unternehmen bekannt durch TV-Werbung und das von Zeit zu Zeit gemachte Versprechen, demnächst in die Gewinnzone zu kommen, versucht sich erneut. Mit einer Kampagne, bei der die englischsprachige Wortfolge "make love not spam" eingesetzt wird, will man einen Screensaver für Hobby-Computer verteilen. Dieser soll immer dann, wenn er aktiv wird, Webadressen aufrufen, die in Mails enthalten sind, die von Spamcop als Spam klassifiziert werden [ob jeder Absender, der auf der Spamcop-Liste steht, tatsächlich Spammer ist, wird bei Web.de heiss diskutiert].

Mit der Massnahme will man den Nutzniessern von Spam zusätzliche Kosten für Bandbreite [Netz-Traffic] aufzwingen und sich als Robin Hood des Webs positionieren. Die Hood [Kapuze] muss wohl das Blickfeld eingeschränkt haben. Abgesehen von der Tatsache, dass die Handlung oder die Aufforderung dazu sehr wahrscheinlich strafbar ist, sollte bei Lycos bekannt sein, dass der Versand von Spammails wie auch die Nutzniessung oft über kompromittierte Rechner erfolgt, auf denen Spammer Dinge verstecken, von denen der Site-Betreiber mangels sicherer Konfiguration und Sorgfalt nicht die geringste Ahnung hat. Getroffen werden damit naive Unschuldige, die auch geneigt sind, der Lycos-PR auf den Leim zu gehen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/53689

Ausserdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis findige Elemente die Methode ausnützen, Rechner der Mitbewerber so einem DOS-Angriff [Denial of Service] aussetzen "lassen".


Na endlich

18. November 2004. Permalink

Froogle, d.h. die Produkt-Suchmaschine aus dem Hause Google, kommt jetzt auch nach Deutschland - und keine Minute zu früh. Da die Aufnahme in Froogle kostenlos ist, und ausgegebene Produkt-Informationen vom Site-Betreiber - sprich Anbieter - kontrolliert werden können, erübrigt sich die angenommene Notwendigkeit der Seitenerstellung zur Algorithmus-Überlistung.

Froogle unterscheidet sich von Google dadurch, dass nur und ausschliesslich online zum Verkauf angebotene Produkte aufgenommen werden, und dass Sie Daten in mehreren Datei-Formaten hochladen können.

Google -shopping -preisvergleich -...

Eine weitere Innovation aus dem Hause Google erlaubt die Suche wie vor zehn Jahren, d.h. in überwiegend akademischen bzw technischen Datenbeständen. Wer Fachwissen statt Preise, Lieferzeiten oder Händler sucht, ist bei scholar.google.com allerbestens aufgehoben. Danke.


Google-Zungentbrecher

16. November 2004. Permalink

Den Weg zum mehrere Kilogramm wiegenden Wörterbuch Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch, das aufgrund der kleinen Schrift bei manchen Leuten gar einen Wechsel der Brille bedingt, können Sie sich jetzt sparen, wenn Sie Google griffbereit haben.

Wer die Bedeutung[en] eines englischsprachigen Wortes in Deutsch benötigt, tippt en-de hinter das zu übersetzende Wort. Wer ein deutsches Wort ins englisch übersetzen muss, fügt de-en an, wie hier demonstriert.


Ergebnis-Fummelei

15. November 2004. Permalink

Und um der potentiell existenzbedrohenden "Open Software" einen weiteren Stein in den Weg zu legen, kommt jetzt der Super-BS: MSFT erlaubt die kostenlose Lizenzierung von mehr als 130 Protokollen, lautet die geistige Blähung, an denen MSFT Rechte haben könnte, wenn der Unterzeichner sich verpflichtet, nicht an Open Source Projekten teilzunehmen. Zu den Protokollen zählt alles, was Rang und Namen und Entwickler hat, die ausdrücklich nicht in MSFTs Sold standen: von Appletalk über DNS und TCP/IP bis Zmodem.

Noch ein Beispiel dafür, wie man Unabhängigkeit bei MSN sprich Microsoft interpretiert. Wer in den Beta-Suchschlitz Madonna eintippt, findet noch vor den Suchergebnissen einen fetten Hinweis, der auf www.music.msn.com zeigt. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um einen Ausrutscher. Andere Ergebnisse produzieren "natürliche" Suchergebnisse schon auf dem 1. Platz.


Beta MSN-Kuriositäten

12. November 2004. Permalink

Erfahrene Anwender wissen, dass MSFT - sieht man von der Vorreiterstellung in Sachen Fernsteuerung von Home-Computern ab - vor allem glänzt, wenn es darauf ankommt, zu präsentieren. Durch wohl lancierte Pressemeldungen an eine kleine Elite von viel gelesenen Schreibern mit einer Liste vorgegebener Suchanfragen lässt sich so der Eindruck erwecken, die Versuchmaschiene könne beeindrucken. Da ich, nach mehr als zwei Jahrzehnten Informatik, zu alt für vordefinierte Fragen bin, weiche ich vom Script ab.

Wie die folgenden Zeilen belegen, liefert Google einen Server Head innerhalb von einer Zehntel Sekunde. MSN braucht gut 2 Sekunden, um für die gleiche Anfrage einen Internal Server Error zu produzieren.

rs.kso.co.uk{202}% foreach h (beta.search.msn.com www.google.com)
foreach? /usr/bin/time gethead http://$h/
foreach? end
HTTP/1.0 500 Internal Server Error
Server: AkamaiGHost
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/html
Content-Length: 222
Date: Fri, 12 Nov 2004 09:45:38 GMT
Connection: close
 
getpage: bad status 500 for http://beta.search.msn.com/
Command exited with non-zero status 244
0.00user 0.00system 0:02.70elapsed 0%CPU (0avgtext+0avgdata 0maxresident)k
0inputs+0outputs (318major+28minor)pagefaults 0swaps
 
HTTP/1.0 200 OK
Cache-Control: private
Content-Type: text/html
Set-Cookie: PREF=ID=612f609d4bb4bb9c... gekürzt
Server: GWS/2.1
Content-Length: 2026
Date: Fri, 12 Nov 2004 09:45:40 GMT
Connection: Keep-Alive
 
0.00user 0.01system 0:00.10elapsed 0%CPU (0avgtext+0avgdata 0maxresident)k
0inputs+0outputs (317major+26minor)pagefaults 0swaps

Auf mehreren Blogs staunt man Aaah und Oooh, dass die Suchanfrage birth of mozart als erstes Ergebnis den Geburtstag eines Herrn Mozart liefert. Wenn ich MSN allerdings nach birth of adam smith frage, erhalte ich als erstes Ergebnis einen Link auf etwas, was $17.29 kosten soll. Für den Fall, dass Sie Adam Smith nicht kennen, hier ein Link.

Und dann ist da noch die alberne Suchanfrage more evil than satan, die eindeutig belegt, dass MSFT es nicht lassen kann, Suchergebnisse so zu manipulieren, dass sie mit den Unternehmenszielen übereinstimmen.

Trotzdem kann ich mir verdientes Lob nicht verkneifen. Die Farbwahl der Startseite ist eindeutig attraktiver, als das Google-Pendant.


Suchmaschinen-News

11. November 2004. Permalink

Jemand hat die Startseite bei Google verändert. Ganz unten sieht man jetzt dass 8,058,044,651 Dokumente durchsucht werden. Die Zahl stimmt natürlich genauso wenig wie die, die man bis gestern dort sehen konnte. Denn wenn man bedenkt, wie oft Google neue Seiten hinzufügt und nicht mehr existierende aus dem Datenbestand löscht, müsste die Zahl in Echtzeit angepasst werden.

Die eigentliche Nachricht steht im selten aufregenden Google-Blog [googleblog.blogspot.com] im ersten Satz des dritten Absatzes.

Aus der Abteilung "Microsoft kann alles besser" erhalte ich die Nachricht, dass MSFT, bekannt für unermüdliche Innovation bei Rechner-Fernsteuerungen, jetzt eine neue Suchmaschine aufgesetzt hat. Neu ist vor allem das häufig ausgegebene Suchergebnis: "This site is temporarily unavailable, please check back soon".

Aber vielleicht wurde die Sache auch nur durch einen Virus gehijackt. Auf Slashdot kann man jedenfalls lesen, dass eine Vielzahl von Site-Betreibern den Microsoft-Spider per robots.txt aussperren. Einmal, weil der Spider die Tendenz hat, Seiten wieder und wieder abzurufen und Gigabytes an Traffic verursacht. Weil man dem Unternehmen die notwendige Neutralität nicht abnimmt. Und weil manche vielleicht ein Interesse daran haben, durch Informations-Entzug ihren Teil dazu beizutragen, dass die besten Seiten bei MSN nicht gefunden werden.

Und dann kommt noch die Meldung von Nielsen/Netratings, dass Teoma jetzt 25% aller Suchanfragen beantworten. Wessen Anfragen, wird nicht gesagt.


Neue Spezial-Suchmaschine

9. November 2004. Permalink

Während Suchmaschinen wie Google für viele Themen viele relevanten Ergebnisse liefern, versagen sie manchmal völlig, wenn sehr Spezifisches benötigt wird. Oft liegt das an der vom Anwender genutzten Synax: Einwort-Anfragen sind selten spezifisch genug, genau das zu finden, was der Anwender momentan mit dem eingetippten Wort assoziiert. Oft liegt es aber auch daran, dass herkömmliche Suchmaschinen teilweise unkritisch alle Dateien aufnehmen, die irgendwie auf lesbare Inhalte schliessen lassen.

Koders spezialisiert sich ausschliesslich auf Quellcode aller möglichen Programmiersprachen und liefert - bei genau formulierter Syntax - auf Anhieb, was man bei anderen meist vergeblich sucht. Hier findet man Bedienungs-Hinweise. Kompliment.

Kommunikations-Profis

Unter der Überschrift "Liebe schwachsinnige Kollegen" beschreibt Jeremy Zawodny aus dem Hause Yahoo in seinem Blog, wie - nach einem Blick auf den Kalender - unvorstellbar unprofessionell Yahoo-Mitarbeiter reagierten, nachdem ihre Email-Adressen auf eine interne Mailing-Liste gesetzt wurden. Dass die Verhältnisse bei Microsoft noch katastrophaler sind, überrascht wohl niemand mehr.


Google-Orakel

4. November 2004. Permalink

Auch Google kann die Zukunft voraussagen. Hier sehen Sie Googles Meinung zur Frage, wer der nächste Präsident wird.

Saubermann

Nur teilweise aufgrund der offenbar jährlichen Säuberungsaktion scheint Google eine Menge Brücken-Seiten verlegt - oder gelöscht - zu haben. Was sich bei manchen Themen durch Ergebnisse manifestiert, die sauberer als in den letzten Monaten gewohnt erscheinen.

Eine grosse Zahl von Seiten amerikanischen Ursprungs fliegt jeden Tag aus dem Datenbestand aufgrund des DMCA, der neuen US-Regelung digitaler Urheberrechte und offenbar eine der grössten Errungenschaften der USA.

Urlaubs-Destination

Wenn Sie mal ganz Urlaub machen möchten, müssen Sie nur richtig suchen können.


Yahoo-Orakel

1. November 2004. Permalink

Soeben stolperte ich wieder mal über die Yahoo Deutschland Seite "Services und Hilfen" [die URL ändert sich regelmässig], die am Seitenende u.a. die Möglichkeit bietet, z.B. die Zukunft zu erforschen oder andere Ja/Nein-Fragen beantworten zu lassen.

Ohne lange zu überlegen tippte ich meine Frage ein und erhielt auf dem ersten Platz eine - aus meiner Sicht - doppelt interessante Seite - die sich mit der Frage Kommen Hunde in den Himmel ?, auch theologisch auseinandersetzt.

So interessant, wie das auf Platz eins ausgegebene Ergebnis ist, so enttäuschend sind die sich daran anschliessenden Ergebnisse - und nicht nur bei Yahoo.

Muss man wirklich jede Suchanfrage um die Zusätze -preisvergleich -dvd -shop -kaufen -billig erweitern?

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