Auf's Neue

18. März 2005. Permalink

Server-Umzüge sind nicht zu vermeiden. Nach wiederholten Problemen seit August letzten Jahres bin ich jetzt beim 4. Provider seit 1999. In den nächsten Wochen ziehen auch meine Kundenserver um, wobei ich die Infrastruktur komplett umstelle. Nichts geht über Beschäftigungs-Therapie gepaart mit zusätzlichen Kosten.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich vor ein paar Monaten eine bis dahin für's Erbsenzählen benutzte Maschine ersetzt hatte, deren SCSI-Disks gut 8 Jahre alt waren. Auf zwei in den Jahren 2000 und 2001 gekauften Servern haben am Di und Mi dieser Woche je eine Disk das Zeitliche gesegnet. Muss man jetzt auch bei nicht-kritischen Einsätzen mit einer maximalen Lebensdauer von nur 4 Jahren rechnen?

Google weiss alles

Seekport, eine Suchmaschine aus deutschen Landen, macht per Pressemeldung bekannt, dass man bei Eingabe zweideutiger Suchformulierungen jetzt noch vor den Suchergebnissen darauf hinweist, dass alternative Formulierungen potentiell genauere Ergebnisse liefern. Bei Jaguar, dem Paradebeispiel der Fachliteratur für solche Anwendungen, funktioniert das erwartungsgemäss. Bei Formulierungen, die nicht in der manuell gepflegten Liste sind, lesen Seekport-Mitarbeiter eifrig entsprechende Foren zwecks umgehender Aktualisierung.

Seekport erweckt auch den Eindruck, als eine der ersten Suchmaschinen Singular und Plural gleich zu behandeln, so dass beide zum gleichen Ergebnis führen. Trifft allerdings nur auf die Wörter Suchmaschine sowie Suchmaschinen zu.

Und sollte Seekport aufgrund der plötzlichen Medien-Aufmerksamkeit in den Kriechgang geraten, können Sie auch bei Google im Seekport-Datenbestand suchen.

Heute schon gekauft?

Da der Verbraucher lebt, um zu shoppen, bietet jetzt auch MSN eine Produkt-Suche. Wie effizient diese im Vergleich zu Googles "Froogle" funktioniert, sieht man schnell durch die Suche nach z.B. drahtlosen Netzwerk-Karten oder auch wichtigen Betriebssystemen einmal bei MSN, gefolgt von den gleichen Suchen bei Froogle: ma401 und rhel.


Dot-Con Lektion

14. März 2005. Permalink

Eine der "heissesten" Newcomer des Jahres 2000 war, so die US-Medien, die Firma Infospace, die Bahnbrechendes versprechen konnte, weil man offenbar nicht genau wusste, wie und wo man eine Meta-Suchmaschine einstuft.

Da Meta-Suchmaschinen bei der Optimierung keine Rolle spielen, werden Sie keine Information zu Infospace auf meinen Seiten finden [obwohl ich sie im Laufe der Jahre ein paar mal in anderer Sache erwähnt habe].

Infospace erwies sich im Nachhinein als einer der grössten Con Jobs [Betrügereien] der Seifenblase, die die Ersparnisse vieler Anleger in Luft auflösten. Aber während selbst so Weltfremde wie Broker - das sind Leute, die Aktien gegen Provision verdrücken - in privaten Emails fragten, ob Infospace ein führendes Unternehmen oder ein führender Märchen-Erzähler sei, wurde das Investment in Infospace - die Kasse muss stimmen - von den gleichen Leuten weiterhin als Empfehlung erster Güte hingestellt.

Merke: Alchemie funktioniert auch heute nicht.


Denk-Verlagerung

7. März 2005. Permalink

Urs Hölzle, Tech-Vize bei Google, erklärte kürzlich in einem Vortrag, dass die Kombination billiger Hardware in Verbindung mit der bisher grössten Datenmenge, die geschaufelt wird, erstmals dazu führte, dass Maschinen - bzw die darauf laufende Software - lernende Cluster [Maschinen-Gruppen] bilden kann. So kommt es offenbar, dass die Bezeichnungen heute gängiger Konsumergüter stets mit "(jetzt|hier|sofort)+(kaufen|bestellen|billig|preiswert)" assoziiert werden.

Position ist alles

Die Studie kommt zwar von einem Marktforschungs-Unternehmen, ist aber allein deshalb noch nicht uninteressant. Bestätigt sie doch, was Profis wissen, seitdem es Suchmaschinen gibt. Nämlich dass oben links besser als woanders ist.

Nichts geht über Standards

Wie viele Grossunternehmen heute, hat Yahoo es für nötig befunden, einen etablierten Standard auf [fast] eigene Faust zu erweitern. Wem der auf den Namen Slurp [Schlürfen] hörende und damit schon mangelnde Etikette andeutende Yahoo-Spider beim Spidern zu aufdringlich ist, kann ihn veranlassen, bessere Manieren an den Tag zu legen, indem eine proprietäre Erweiterung im robots.txt-File angebracht wird.

Yahoo ist nicht das erste Unternehmen, das die Spezifikation "erweitert". Google bietet seit geraumer Zeit die Möglichkeit, sog. Wildcards oder "Joker" zu verwenden, und auch Microsoft, das Unternehmen, das hier im TV für eine Suchmaschine wirbt, die angeblich besser finden helfen soll, hält wie immer, wenn es um das Web geht, eigene Standards für massgeblich.

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