Jeremy Zawodny meldet heute, dass sein Serverlog ebenfalls unter einem Anfall von Referer-Spam leidet, und zwar für eine Chose namens Symmetrel. Wer gelegentlich meinen Blog überfliegt, wird sich an letzten Monat erinnern, als ich ähnliche Vorkommnisse an meinen eigenen Logfiles beobachtete. Hüben wie drüben handelt es sich um Produkte der Pharmazeutik, eine Branche, die man wohl mit Musikverlegern und Zeitungsdrückern in einen Topf, oder Sack, stecken kann. Zum draufknüppeln.
Und nein. Was ich vorgestern bezogen auf die Branche meldete, wurde nicht gefunden, weil ich nach dem per Screenshot gezeigten Produkt suchte. Noch nicht einmal, weil ich irgendein Produkt der Pillendreher suchte. Sondern durch eine keineswegs damit zusammenhängende Suchformulierung. Für die Marken- bzw Produktsuche ist die Worthäufigkeit der maschinengenerierten Seiten "etwas" zu hoch. Trotzdem kann man gelegentlich über solchen Schrott stolpern, wenn eine seltene Formulierung Begriffe enthält, die in den Möchtegern-SEO Seiten enthalten sind. Schliesslich hat allein der eine so gefundene Server mehr als 80,000 "Produktbeschreibungen".
Rechtzeitig für Weihnachten hat sich Froogle, zumindest hier und in den USA, leicht gemausert. Enthält der Datenbestand mehrere Quellen für ein spezifisches Produkt einer Gattung, werden diese auf Unterseiten zusammengefasst. Sichtbar z.B. bei der Suche nach "graphic card" und dem Anklicken der ersten Ergebnisse. Das ist übersichtlicher als der reine Preisvergleich mehrerer ähnlicher Produkte. Und dann ist da die zusätzliche und so unauffällige Einblendung für die personalisierte Startseite auf Googles Startseite oben rechts, dass ich sie erst heute bemerkte.
Die Zahl der Möchtegern-Suchmaschinen, die sich anmassen, als potentieller Google-Nachfolger aufzutreten, kann man schon lange nicht mehr an diversen Gliedmassen zählen. Und dann stolpert man über eine, die offensichtlich das Zeugs dazu hat, ohne gross auf Presserummel zu machen.
Wenn Sie bisher meinten, dreister als Sony bzw Bertelsmann kann ein Unternehmen nicht handeln, sollten Sie sich mal mit der Pharmabranche beschäftigen. Nicht nur, dass man auf Beipackzetteln jede Haftung für Schäden ausschliesst, die Sie oder Ihre Nachbarn durch simples Lesen des Beipackzettels erleiden können. Man ist offenbar auch gewillt, jede Vertriebsform für Medikamente zu dulden, solange die Kasse klingelt.
Wenn ein Haustier in England krank ist, sagt man "he's poorly", "he's not well", oder "he's ill" *). Matt Cutt's Katze ist, so sein blog, "sick". Zwischen ill und sick, dort und hier, liegen wiedermal Welten. Sick verbindet man hier oft mit gegen den guten Geschmack verstossende Handlungen, im politischen wie auch Entertainment-Leben.
*)Männliches Haustier und Aussage eines Betroffenen angenommen; Aussenstehende titulieren ein Tier, wie ein Geschenk des Himmels, mit it statt he oder she.
Google zeigt amerikanischen Site-Betreibern, die an Normalsterbliche verkaufen, wie man das macht. Soll heissen, wie man das durch Einsatz von Froogle über den Preis verkauft.
http://www.google.com/sellonfroogle/
Fast schon die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens hat Yahoo im letzten Blog-Eintrag geliefert, wo man daran erinnert, dass man - wenn einem Verwandte, Freunde und Bekannte über die anstehenden Feiertage auf die Nerven gehen - immer auf Hollywood-Produkte ausweichen kann. Über deren Eigenschaften kann man sich bei Yahoo informieren. Wie Dr Web gestern bestätigt, wird heuer eh kaum noch differenziert.
Wer immer noch rätselt, wofür Google Base wirklich dienen soll, kann hier nachschlagen. Und wer immer noch JavaScript im Browser angestellt lässt oder auf der eigenen Web Site einsetzt, weils ja so cool ist, kann offenbar - nachgewiesenermassen seit vielen Jahren - nicht lesen. Man darf natürlich nicht sagen, solche Leute hätten einen solchen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/66480
PS: Nobody is perfect.
Eine von mir am 7. Sept. des Jahres eingerichtete private Site wurde jetzt auch von Yahoo gespidert. Ein Blick auf das Log-File zeigt mir, dass die Startseite erstmals am 9. November gespidert wurde. Sichtbar im Yahoo-Index war diese Seite erstmals am Freitag [18.11]. Ich bin überrascht, dass zwischen Marketing-Versprechen und Realität doch Diskrepanzen messbar sind. Google hat bereits alle Seiten im Datenbestand. Seit mehr als zwei Monaten. Und ohne, dass ich dafür etwas tun musste.
Dafür lässt sich andererseits beobachten, dass unüberlegtes Handeln gelegentlich zu vermeidbaren Fehlern handelt. Nicht jede Abfragesyntax ist möglich - oder sinnvoll - beim von Google Print in Google Book Search umgetauften Service.
Wer sich Webseiten schon mal "von hinten" [soll heissen nicht als Browser-Präsentation sondern als Quellcode] ansieht, muss erkennen, dass die alte Regel "Weniger ist Mehr" weitgehend unbekannt zu sein scheint. Die meisten Seitenautoren scheinen immer noch davon auszugehen, dass jede Hinzufügung, mal hier ein Attribut, oder ein weiteres HTML-Element, mal ein Kommentar usw, endlich den grossen Durchbruch bringen muss, der hilft, gefunden zu werden.
Aber allein die Tatsache, dass man alles Mögliche in Meta-Elementen unterbringen kann, und dass diese deshalb missbraucht werden, dort alles Unmögliche unterzubringen, sollte augenblicklich vergegenwärtigen, dass die Aufzählung von Behauptungen nicht mehr und nicht weniger erfolgreich sein kann, als im richtigen Leben. Oder glauben Autoren solcher Seiten, wenn sich jemand vorstellt und sagt, "ich bin Schornsteinfeger, Fliesenleger, TÜV-Inspektor, Ärztehelfer, Metzgermeister, Haareschneider, und auch Märchenonkel."
Merke: es kommt nicht darauf an, was man sonst noch alles in Seiten hineinstecken kann. Sondern darauf, was man nicht weglassen kann.
Zumindest in diesem Blog, wo sich der erste heutige Eintrag mit Yahoo befasst, angefangen mit Yahoos neuer Shopping-Listen Site. Hier kann jeder, der nichts besseres zu tun hat, Einkaufslisten anlegen. Andere, die auch nichts besseres zu tun haben, können diese Einkaufslisten studieren, Preise vergleichen, in eigene Listen speichern, veröffentlichen, nochmals vergleichen, und natürlich Shopppppen bis zum Ummmmmfallen. Das Ganze nennt sich Shoposphere. Die Sache ist so aufregend, dass ich doch tatsächlich den Faden verloren habe...
Google Base lebt also. Etwa 500 nicht kommerzielle Organisationen, knappe 50 Lehrgang-Beschreibungen und 700 gebrauchte US-Fahrzeuge kann man darin jetzt schon finden. Die Fütterung erfolgt interaktiv online, oder strukturiert, per XML, wobei aber jeder Datenanbieter die Freiheit hat, eigene Werte und Attribute zu definieren. Das ist etwa so zielgenau wie der Einsatz von META-Keywords Content="Seriöse Wortsammlung" für eine pornografische Site. Mal sehen, ob das erfolgreicher ist, als Froogle. So richtig funktioniert die Sache übrigens nur mit JavaScript.
Amerikanische Medien spekulieren heute, dass Google schon in Bälde Bücher vermieten könnte. Diese Bücher können weder heruntergeladen noch ausgedruckt werden, und herumlungern auf dem Sofa ist wohl auch ausgeschlossen. Ich habe aufgehört, den Artikel zu lesen, als ich über das Wort "Bertelsmann" stolperte. Wem die zahlreichen und scheibchenweise erfolgenden Enthüllungen der letzten Wochen immer noch nicht nicht den Geschmack auf Bertelsmann- bzw Sony-Produkte verdorben haben, der findet bei Ed Felten eine neue Sammlung von Gründen.
Ich suche bei Google.com ein Satzfragment bestehend aus vier Wörtern, nicht als Phrase sondern eine nicht eingegrenzte Wortfolge. Nach 400 Ergebnissen meint Google, der Rest der halben Million Fundstellen sei den bisher gezeigten sehr ähnlich, obwohl eine von mir gesuchte und von Google gespiderte URL in den ersten 400 nicht enthalten ist und das Dokument nur ein einziges Mal existiert.
Wiederhole ich die Suche unter Einbeziehung dieser Dubletten, ist die gesuchte URL auch nicht in den ersten 1000.
Wird die Suche bei Google.co.uk [oft die gleiche IP-Adresse] gestartet, finde ich die URL, egal, ob ich Dubletten sehen will oder nicht. Und auch bei Google.com finde ich die Wortfolge, wenn ich sie als Phrase suche ["Wortfolge in Anführungszeichen"]. Ergo: Alles geht bei der Dublettenunterdrückung nicht mit rechten Dingen zu. Mal sehen, ob es sonst noch jemand bemerkt.
Anderes Beispiel. site:kundendomain ergibt 671 Ergebnisse. Die Prüfung, wieviele davon die Phrase "und wir werden" enthalten, ergibt zwölftausend. Cool.
Jeremy Zawodny ist ganz aus dem Häuschen, weil Yahoo China einen MP3-Reiter [2. von links] auf der Startseite hat. Bemerkenswerter finde ich, abgesehen von der für Yahoo-Verhältnisse regelrecht mickrigen Dateigrösse von 14875 Bytes die Tatsache, dass im Vergleich zu anderen Yahoos China die ganze Verwirrvielfalt von mehr als 200 Links [Yahoo.com] auf der Startseite erspart wird.
Und dann ist da noch der inurl:-Operator, den Sie mal in Verbindung mit Ihrem Domainnamen bei Yahoo eintippen sollten. Bei meinem ergibt sich u.a., dass ein bis 2003 genutzter Host, der nie vom Netz erreicht werden konnte, der aber in Referrer-Logs auftauchen konnte, in den Ergebnissen erscheint. Zusammen mit Babelfisch-Übersetzungen meiner Web Site und anderen Dingen, die souverän die Vielfalt der Datenquellen belegen.
John Battelles Searchblog erwähnt [nicht als erster oder Einziger] einen neuen Google Patent-Antrag, in dem ein Screenshot den Verdacht nahelegt, Google plane eine Art Kleinanzeigenmarkt. Wirklich interessant an Batelle's Blog ist aber der darüber stehende Artikel und die Kommentare seiner [amerikanischen] Leser.
James Fallows schreibt in The New York Times über Yahoo. Zum Beispiel, dass man sich dort sehr wohl darüber im Klaren ist, dass es Google "gibt" [8. Paragraph]. Und dass man ihn wiederholt darauf hinwies, dass blinde Testreihen keine Unterschiede bei Geschwindigkeit und Genauigkeit der Ergebnisse bemerkten.
Merke: Solange man die eigene PR glauben kann, ist die Welt noch nicht verloren.
Eine mit dem Attribut "boden-brechend" bezeichnete Javascript Synthese Technologie buhlt heuer um Aufmerksamkeit, weil sie eine weitere Möglichkeit bietet, HTML und Javascript zu verquicken. Wird diese Technologie, die nebenbei auch revolutionär sein soll, durch Einsatz dieser Attribute allein möglicherweise nicht populärer, als Millionen anderer Technologien, die sich ebenfalls als solche betrachten?
In Foren wird heiss über ein aktuelles Google-Update, dem von einem US-Forum der Name "Jagger" zugeteilt wurde, diskutiert. Wobei manche Teilnehmer die nicht unberechtigte Frage stellen, welchen Sinn wohl das jüngste Update verfolgen soll. Gegenfrage: glaubt jemand allen Ernstes, dass die Zielsetzung nicht erreicht wurde :-)
Wer sich die Ergebnisse mancher angeblich am jüngsten Google-Update partizipierenden IP-Adressen oder Rechenzentren genauer ansieht, und wer gleichzeitig über ein mehrere Jahre zurückreichendes Erinnerungsvermögen verfügt, erkennt plötzlich Ranking-Einstellungen, wie man sie zuletzt Anfang des noch jungfräulichen Jahrtausends bestaunen konnte - erkennbar an Domains, die längst nicht mehr tonangebend sind.
Offenbar kann man heute als "neu" verkaufen, was man eine Weile in der Schublade hatte. Und meine Eltern hatten schonmal Gardinen, die genauso aussahen, wie Röcke, die man jetzt in allen Schaufenstern sieht.
Nach ich weiss nicht wievielen Millennia menschlicher Evolution kann man jetzt - Trommelwirbel - endlich sehen, mit wem man redet. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht noch einmal so lange dauert, bis wir auch wissen, worums dabei geht.
Am 7. September des Jahres habe ich eine neue, private Site eingerichtet [Domainname wurde am 21.7. registriert]. Durch Beziehungen hatte die Site schnell einen Link von einer älteren Seite. Durch Betteln und schamloses Ausnutzen von Kontakten hat die Site inzwischen [mindestens] 2 zusätzliche gute Links, wenn man Yahoo befragt [Google erzählt allerdings reine Märchen]; die Startseite hat Pagerank 3, alle Unterseiten PR 2.
Seit dem 11. September ist die Site - aufgrund des ersten Links - im Google-Bestand. Am 28. September habe ich Yahoo einen Nachhilfe-Schubs gegeben und die Site dort angemeldet. Im Yahoo-Datenbestand ist sie trotz der dorthin weisenden Links und trotz Anmeldung immer noch nicht. Ist es ein Wunder, dass Google einen grösseren Marktanteil hat als alle Mitbewerber zusammen?
Vor vielen, vielen Jahren sagte ich irgendwo - ich will jetzt gar nicht erst anfangen zu suchen, sonst ist der halbe Tag vorbei - sinngemäss, dass Google zwar die grössten Besucherzahlen liefert, dass Besucher, die von anderen Suchmaschinen kommen, aber oft, sagen wir mal, unvoreingenommener, klicken. Sprich nicht so sehr den Weizen von reinen Ballaststoffen unterscheiden können.
Jeremy Zawodny hat jetzt, wo man mit Google AdSense Erfahrungen sammeln kann, seine eigenen grafisch relativiert. Und guck mal einer schau, nach allen Innovationen, Sensationen, Hyperventilierungen, Code-Kombinationen, Buchstaben-Sezier'ngen und selbst der gelegentlichen Aufklärung zeigt sich, dass der ganze Hype für die Katz ist: der Mensch wird geboren und hat eine predefinierte Aufnahmefähigkeit. Cool.
Wer wie ich gelegentlich auf dem Web unterwegs ist, stösst häufiger auf Texte, bei denen man sich fragt, für wen der Autor schreibt. Ein Test, ob Ihre Schreibe ernst genommen wird, kann mit jeder Text-Verarbeitung durchgeführt werden. Ersetzen Sie Ihre Suchbegriffe einfach durch das Wort "Kabumm" und lesen Sie den Text laut vor. Wenn Sie beobachten, dass andere anfangen, den Kopf zu schütteln oder sich gar mit dem Zeigefinger an die Stirn tippen, ist Ihr Text unfertig.
Gestern stolperte ich über eine Site, die ganze Kabumm-Salven, oder "Breitseiten", am Seitenende versteckt hatte. Warum frage ich mich. Wenn's der Besucher nicht sehen soll, gehört's nicht in die Seite. Wenn es für Suchmaschinen gedacht ist, können Sie sich den Aufwand sparen. Wenn es 'was nützen würde, wären solche Seiten auf dem ersten Platz. Da kommt man nur hin, wenn man genug Linkpopularität sammeln kann. Die erhält man aber nur, wenn man seine Texte nicht für 6-jährige erstellt.
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