SEO Shopping-Tip zum Jahreswechsel

19. Dezember 2005. Permalink

Das Verhältnis von Pagerank und Auffindbarkeit ist heute zwar längst nicht mehr so ausgeprägt, wie vor noch zwei Jahren, aber wie sich leicht durch systematisches Suchen in Erfahrung bringen lässt, muss nach wie vor davon ausgegangen werden, dass Pagerank unter einer Vielzahl von Voraussetzungen hilft, gefunden zu werden. Mehr ist im Zweifelsfalle besser.

Pagerank-Steuerung ist allerdings nur einer der Gründe, warum man nicht gedankenlos "produzieren" sollte. Viele Shopping-Carts oder Systeme setzen immer noch auf Einkaufswagen, deren virtuelle Rädchen eiern, quietschen und einen generellen Linksdrall haben. Mit anderen Worten, die nutzlose Seiten produzieren und ausliefern.

Dabei sollte offensichtlich sein, dass eine unnötig hohe Zahl von Seiten nur schadet. Anwendern, Robots, und vor allem der eigenen Wenigkeit. Unnötig sind z.B. solche, die für ein nicht mehr lieferbares Produkt nicht nur im Seitentext sagen, "Gibts nicht mehr", sondern die solche Seiten noch von anderen verlinken und dann auch noch mit einem HTTP Status-Code 200 [d.h. "alles wunderbar in Ordnung"] ausliefern. Alle Robots - und dazu zählen auch Suchmaschinen-Spider - gehen durch den Status-Code 200 [geliefert im HTTP Header] davon aus, dass die Seite gültig ist. Dummerweise hat fast jede Shopping Site, die wertlose Seiten produziert, mehr als eine solcher Seiten.

Wenn die Seiten solcher Shopping-Katastrophen dann auch noch "Cross-Selling" anstreben, d.h. zu der eigentlichen vom Besucher gesuchten Information noch neunundneunzighundert andere Produkte und Links enthalten ["wer sich hierhin verirrt hat, hat auch folgende Umwege gemacht], haben wir schnell Dubletten erzeugt.

site:www.misco.co.uk zeigt z.B., dass Google die Zahl der Seiten bei Misco zwar auf mehr als 1 Mio schätzt, dass aber nur 87 davon Unikate sind. Der Rest der Seiten ist den gezeigten sehr ähnlich. Cool.

Zu diesen Dubletten zählen u.a. Seiten mit nicht mehr lieferbaren Produkten [manche mit Pagerank 2, der möglicherweise woanders besser gebraucht werden könnte] und auch Server Error-Meldungen. Das nenne ich doppelt clever: im HTML-Header nennt die Software, die das produziert, den Server Status [500, umgekippt], aber der Seiten-Abrufer erfährt davon nichts, weil die Seitenlieferung mit dem Status 200 [hat wunderbar geklappt] erfolgt.

Mit dem Yahoo Site-Explorer lassen sich solche Krücken auch vom Home Computer aus herauskitzeln, wenn man die üblichen Tools und Scripte nicht nutzen kann, weil man nur in Office-Anwendungen denkt.

Ich begebe mich hiermit bis Anfang Januar in den Winterschlaf. Frohe Feiertage.


Fehl-Entscheidung

15. Dezember 2005. Permalink

Manchen Leser wird es vielleicht überraschen, aber ich habe eine gewisse Abneigung gegen Gates und seine Unternehmen, weil seine immer unfertigen Home-PC Produkte nicht nur den Anwender sondern vor allem die Allgemeinheit schädigen. Wieviel Prozent des heutigen Datenverkehrs [ausgelöst durch Viren, Spy-Ware und sonstige nicht vom Anwender auf seinem PC gewollte Programme] auf dieses Konto kommen, lässt sich schlecht schätzen; 1/4 bis 1/3 sind da sicherlich nicht weit vom Schuss.

Aufgrund dieser Einstellung verbiete ich MSN seit vielen Jahren, meine Site zu indexieren. Ich möchte nicht durch Vermittlung durch jemand, den ich aufgrund seiner Verachtung der Rechte Dritter selbst nicht achten kann, profitieren.

Trotzdem muss ich an dieser Stelle herausstellen, dass MSN, eine Suchmaschine, um die ich normalerweise einen grossen Bogen mache, zumindest in Sachen Gründlichkeit und Schnelligkeit dem heutigen Yahoo haushoch überlegen ist. Neue Präsenzen, eine davon eine von mir kontrollierte private ohne jede kommerziellen Interessen, werden heute ohne Anmeldung schneller von MSN gefunden und indexiert als ohne oder mit Anmeldung von Yahoo.

Die Jungs von Yahoo hätten nach den Einkaufstouren 2002 und 2003 die eigene Suche auf AltaVista und nicht Inktomi-Basis weiterentwickeln sollen. AltaVista war - trotz aller Schwächen - damals im Vergleich zu Inktomi wesentlich besser. Und Inktomi, heute als Yahoo-Suchschlitz bekannt, hat sich nicht zum Vorteil verändert.


Routine-Besserwisser

12. Dezember 2005. Permalink

Manchmal wird man von Google nur auf den Holzweg geschickt. Dann gibt es poinliche Pointen wie die [inzwischen offenbar reparierten in Sachen Riesenfimmel oder miezen.jpg]. Und dann gibt es solche, die einfach nur in der falschen Sprache funktionieren. Hier wäre die jüngste Entdeckung Anlass für einen zusätzlichen Feiertag.

Nichts dazugelernt

Und dann war da noch der Gewohnheitstäter, der nicht durch Leistung, Aussehen, Fähigkeiten oder Rückgrad besticht und daher seine Freunde kaufen muss. Einbettung des Satzfragments "... not based on free software ..." des Möchtegern-Technikers in sein jüngstes Märchen zeigt jedem, der auch nur geringfügig informiert ist, mit welcher Art Gesellen man es da zu tun hat.


Die Russen kommen

8. Dezember 2005. Permalink

Bevor Sie fluchtartig das Büro verlassen, möchte ich darauf hinweisen, dass es bei diesem "Kommen" um Verseuchung von Referer-Logs und nicht persönliche Besuche oder Angriffe handelt. Wenn Sie in Ihren Log Files hunderte oder tausende von Besucher-Spuren finden, die angeblich zuvor bei dir­.home­.bir­.ru waren, sollten Sie die entsprechende IP ggfls im Firewall abschotten.

Google Entertainment

Wieder ein neuer Google Service. Angeblich handelt es sich dabei um eine Art Routenplaner auf Basis von Google-Maps. Die unter dem Suchschlitz genannten Beispiele führen aber zu der Meldung "Your search - hotels near lax - is not recognizable as a transit directions search." Das mag daran liegen, dass ich JavaScript im Browser deaktiviert habe. Aber da man immer wieder neue Sicherheitsverstösse entdeckt, die nur möglich sind, wenn man JavaScript, Java, und alles Andere, das einem bei nachlässiger Browser-Konfiguration untergeschoben wird, erlaubt, verzichte ich. Ich ziehe vor, selbst darüber zu entscheiden, welche Software auf meinen Rechnern läuft.


Yahoo Site Explorer

7. Dezember 2005. Permalink

Zwar nicht so aufregend wie Franklins Suche nach der Nord-West-Passage aber dennoch hilfreich, schon allein weil man viel Tipperei vermeidet, ist Yahoos neuer Site Explorer. Dieser wird, wie jedes anständige Produkt heute, zunächst mit dem Prädikat "Beta" versehen und ist damit inhärent cool.

Mit dem YSE [die inoffizielle Abkürzung spart mir die ständige "Yahoo Site Explorer"-Tipperei] können Sie genauso wie durch die Suchanfrage site: feststellen, welche Seiten Ihrer Site Yahoo kennt oder im Datenbestand hat. Zusätzlich, und hier wird es interessant, können Sie durch Anklicken des nach jeder indexierten oder bekannten Seite Ihrer Site gebotenen "URL erkunden"-Links fortgeschrittene Exploration betreiben [allerdings auch nicht so spannend wie Franklins] und ermitteln, wer auf eine spezifische Seite Ihrer Site verlinkt.

Und dabei fällt mir doch tatsächlich auf, dass da jemand nicht zu Ende gedacht hat. Denn während ich nach diesem Klick sehe, wer auf eine Seite verlinkt, wäre es keine Denkakrobatik, jetzt für jede der verlinkenden Seiten die gleichen Informationen zu bieten, ohne dass man wieder das YSE-Eingabeformular strapaziert.

Anonyme Meldung

Topix.net meldet heute, "Microsoft hat möglicherweise die Oberhand beim AOL Deal". Und weiter: "Time Warners America Online verhandelt immer noch über den Einsatz von Microsofts statt Googles Technik, so die letzten anonymen Tips in den Medien". Was man vielleicht um den Hinweis ergänzen sollte, dass es möglicherweise niemanden juckt, da AOL nicht von Dauer sein kann. Oder dass die Ehe von zwei nicht gerade für Innovation bekannten Parteien erfahrungsgemäss langweilig verläuft.


Kinderkrankheiten

6. Dezember 2005. Permalink

Froogle ist zwar nicht gerade neu, leidet aber trotzdem am heute bereits selbstverständlichen Netz-Symptom Nr 1: egal, was man baut, solange es kostenlos genutzt werden kann, wird es vor allem missbraucht. So findet man inzwischen auch bei Froogle für viele Suchanfragen, wie bei Comparison Engines samt Screenshots dokumentiert, oft Schrott. Das ist einerseits grobe Nachlässigkeit Googles, aber auch eben bedauerlicherweise eine Eigenschaft moderner "Unternehmer" [sich dadurch auszeichnend, dass man nicht mehr eigene sondern fremde Mittel riskiert und manchmal auch ruiniert].


Google-Kalender

5. Dezember 2005. Permalink

Gerüchten zufolge wird Google im Laufe der Woche einen weiteren Service vorstellen, der die Welt revolutionieren wird [so wie u.a. Mail, Video und Base - glaubt man den Medien - die Welt revolutioniert haben]: der Google-Kalender. Vor 20 Jahren habe ich auch einen Kalender benutzt. In den letzten zehn Jahren habe zuerst meinen Kalender und dann auch die Armbanduhr abgeschafft.

YIQ in Firefox

Über den Nutzen der "Yahoo in Context"-Suche kann man, wie über so ziemlich alles, streiten. Im Herbst wurde die zuerst nur per JavaScript zu bewältigende Suche in Yahoos Toolbar für dem Internet Exploder, ein Browser für selbstöffnende Systeme, integriert. Jetzt hat jemand ein entsprechendes YIQ-Script für den Firefox-Browser gewerkelt.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/66952

Wireless Video

Seit dem 25. Juni d.J. bin ich Nichtraucher. Während ich [bisher] selten ernste Probleme hatte, fällt es in gewissen Situationen doch manchmal schwer; Programmieren oder technische Pannen beheben waren früher besonders Qualm-intensiv. Am 1. Okt. hat meine selbstgestrickte Backup-Software versagt, weil ich nicht erwartet hatte, Dateien über 4.4 Gb Grösse auf eine DVD zu packen. Am nächsten Tag, nach Lösung des Problems, wurde mir bewusst, dass ich am Vortag trotz Tech-Stress das Rauchen nicht vermisst hatte.

Und gestern habe ich erstmals an unserem distribuierten Media-Zentrum weitergefrickelt. Eine Anfang des Jahres angeschaffte Hauppauge PVR-350 läuft jetzt unter Linux so, dass ich selbst gefilmte Videos darüber an das TV schaufeln kann, nachdem ich sie per Mencoder an die Hardware-Anforderungen der PVR-Karte angepasst habe [Ich habe kein Interesse daran, vom TV Aufzeichnungen zu machen; pro Woche kommt da selten mehr als 1 Std wirklich Interessantes].

Es scheint so, als ob die Karte eine konstante Bitrate für Audio-Daten benötigt, da [bisher] jede Abweichung zum Stummfilm führte. Die Video-Daten kann ich andererseits nach Belieben komprimieren. Im Laufe der Woche will ich versuchen, eine Kompressionsrate zu finden, die mir die ruckelfreie Übertragung über das wireless Netzwerk erlaubt, dabei aber nicht aussieht, wie eine Raubkopie einer Raubkopie.

Festverdrahtete Grafik

Englischsprechende bzw lesende Leser finden bei Ftrain eine Schritt-für-Schritt Begründung dafür, warum man fremde Grafiken nicht ungefragt in eigene Seiten einbetten sollte.


Schwätzer-Eigentor

2. Dezember 2005. Permalink

Der searchengineblog weist freundlich darauf hin, dass die Bezeichnung für ein neues Product für Home-Computer eine [möglicherweise] unbeabsichtigte Bedeutung erhält, wenn man zu schnell redet.

Altersfrage

Wie alt ich bin, merke ich manchmal auch daran, was man heute alles als technischen Fortschritt betrachten kann. Mäuse mit Drehrädchen sind eine Entwicklung, an die sich wohl niemand gewöhnen kann, der jahrelang mit einer Mäusen mit 3 Tasten gearbeitet hat und wesentlich produktiver ist, als junge Anwender.

Ich glaube nicht, dass mich jemand davon überzeugen kann, dass das Bewegen des Armes effizienter ist, als kaum wahrnehmbare Fingerbewegungen bei völlig stillem Arm [wenn ich Bewegung brauche, gehe ich vor die Tür]. Browser wie Firefox sind daher genauso irritierend wie moderne Mäuse. Während ältere Browser wie Mozilla und Galeon, oder auch Opera [8.nullsowieso], sich wunderbar und blitzschnell per Tastatur kontrollieren lassen, verhält sich Firefox bei der Fingernavigation wie ein angetrunkener Halbstarker, recht unberechenbar für meinen Geschmack. Vielleicht werde ich demnächst den Einskommafünfer probetasten.

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