McSprachlos

20. Februar 2006. Permalink

... oder, wenn man ein zeitgemässes Buzzword einsetzen möchte, wahrscheinlich sowas wie iBeeindruckt. So oder so ähnlich ist mein bisheriges Urteil über ein Apple Powerbook, das hier am Freitag nachmittag ankam [ich habe gelernt, dass es für meinen Blutdruck besser ist, nie Hardware der ersten Generation zu kaufen, daher kein MacBook Pro].

Das Erlebnis beginnt mit dem Auspacken, sowie man den braunen Transportkarton öffnet. Jedes Detail, von der Verpackung über die Hardware bis zur nur für den Transport gedachten Kabelklemme zeigt, dass sich bei Entwicklung und Herstellung jemand darüber Gedanken gemacht hat, wie man den Kunden beeindruckt. Der Preis scheint gerechtfertigt.

An keiner Stelle steht im Handbuch, dass man tunlichst mehr als ein Account anlegen sollte - eines für das tägliche Arbeiten, ein anderes für System-Administration. Wer von den mitgelieferten Datenträgern X installiert, um die Fülle traditioneller Unix Befehle nutzen zu können, stellt überrascht fest, dass das root Account kein Passwort hat; auch wenn man das System neu installiert, bleibt es offen.

Unverständlich ist mir, warum man gem. Apple Entwickler-Informationen eine XML-Datei anlegen muss, wenn man gewisse bash Umgebungsvariablen setzen möchte. Nur weil eine neue Technologie verfügbar ist, muss es nicht heissen, dass sie auch bewährte ablösen muss. Wie man Login Scripts ausführt und andere traditionelle unter Unix bzw Linux übliche Dinge nahtlos geschehen lässt, muss noch gegoogelt werden.

Darwinports ist eine massive Sammlung von Open Source Software, die bis auf ein paar Dinge alles bietet, was ich traditionell einsetze. Setzt allerdings eine direkte Internet-Verbindung, eine transparente TCP Proxy oder NAT voraus. Ich arbeite normalerweise sehr viel abgeschotteter.

Am Freitag habe ich gespielt, am Samstag erste Erfahrungen gesammelt und einiges vom Web geladen und probehalber installiert. Gestern, nach einer Neuinstallation [ohne Demos, die mich nicht interessieren, aber mit getrennten Accounts] habe ich dann über www.darwinports.org [bis auf selbst Geschriebenes] alles beschafft, was man so braucht. Auf einer riesigen "Todo" Liste ist nahezu alles durchgestrichen. Man muss allerdings gelegentlich aufpassen, welche Tools man einsetzt, sonst kann es passieren, dass man [wie unter Windows die Norm] private Daten proprietären Dateiformaten anvertraut, die nicht mit offenen Anwendungen bearbeitet werden können oder dürfen. Absolute Freiheit gibt es nur bei Systemen, die 100% Open Source sind.

Soweit die Kritik. Die positiven Seiten sind so beeindruckend, das ich OS/X uneingeschränkt jedem empfehlen kann, der mit Linux oder BSD nicht ausreichend bedient ist. Bei jeder einzelnen Einstellung spürt man, dass sich auch hier die Entwickler vor allem Gedanken gemacht haben. Nichts muss gesucht werden, und vor allem klappt alles auf Anhieb, von Wifi über die gleichzeitige Anbindung an ein zweites LAN bis hin zum Drucken an den Laserdrucker [Cups, am Linux Server], den der Apple selbst gefunden hat.

Warum ich einen Apple gekauft habe, obwohl ich sonst überall Linux einsetze? Video-Bearbeitung unter Linux ist nicht fertig. Oder nicht so fertig, dass sie mit Premiere und schon gar nicht mit Final Cut vergleichbar ist. Und ich möchte nicht noch ein oder zwei Jahre warten müssen, habe andererseits keinen Bedarf für einen Apple Bürorechner. Der Laptop, der meinen betagten Tosh ablöst, erscheint mir daher der geeignete Kompromiss. Meine andere Hälfte möchte jetzt auch einen.


Aufmerksamkeits-Defizit

14. Februar 2006. Permalink

Momentan ist es offenbar "cool", Google wegen der Filterung der chinesischen Suche zu verdammen, was manchmal zu recht kreativen Aussagen führt. Weniger "cool" ist, dass das alles von dem ablenkt, was die EU ungehindert anstellen kann. Wir sitzen doch mittendrin!

http://www.cultdeadcow.comärchives/2006/02/cdc_launches_global_.php3


Google-Katastrophe

13. Februar 2006. Permalink

Nach den eher amateurhaften Bemühungen, durch die Sache "BMW" gewisse Zielgruppen aufzuschrecken, kann man jetzt bei Matt Cutt lesen, wie er auf Umwegen rechtfertigt, warum eine Firma namens Traffic Power bestraft wurde.

Wenn, wie Google bis vor gar nicht langer Zeit beteuerte, alles nur maschinell, nur durch Logik und Algorithmen gesteuert würde, und man auf individuelle Fälle nicht eingehen könne, wüsste Cutts - als sich jetzt outender "Leiter der Webspam-Gruppe" - keineswegs von jedem Einzelfall.

Und vor allem würde man dann nicht ständig auf ähnliche Beispiele stossen, wenn man mit dem Browser unterwegs ist, in dem JavaScript [und andere Tretminen] abgestellt sind. Google sollte vielleicht wirklich mehr Aufmerksamkeit auf die Dokument-Analyse bzw einen algorithmischen "An-die-Stirn-Tipper" richten.

Seiten mit ellenlangen mehrfach wiederholten Wortlisten, hunderten von gedoktorten Links und einem JavaScript-Befehl zum sofortigen Aufruf einer anderen Adresse sind nun wirklich keine Seltenheit. Wenn man diese alle manuell sichten will, dürfte Einiges an Zeit vergehen, bis man damit durch ist. Wers trotzdem nicht lassen kann, muss berücksichtigen, dass man nicht weiss, in welcher Reihenfolge die Seiten abgearbeitet werden.


Mal 'was ganz anders:

9. Februar 2006. Permalink

Nicht nur Google kann Ethik neu definieren. Heute kommen Dinge anderer Leute ans Tageslicht. Natürlich muss man die Regeln beachten, wenn man mitspielen will. Aber muss man wirklich bei jedem Spiel dabeisein?

http://www.heise.de/newsticker/meldung/69374


Die Sache mit dem Rückgrat

8. Februar 2006. Permalink

Googles Matt Cutts sagt in seinem Blog, dass Googles Spam-Team mit BMW Kontakt hatte. Die Site samt Doorway-Seiten sind wieder im Datenbestand, und auch der Pagerank ist wieder da. Nur nichts Böses tun.


Geisterfahrer-Urteile

7. Februar 2006. Permalink

Ich könnte mir vorstellen, dass die Geisterfahrer, die sich empört in Foren und Medien über Googles BMW-Behandlung äussern, ganz schön beschissen fühlen würden, wenn sie bei BMW im Autosalon ein gesehenes, besessenes und befummeltes Modell ordern und ein paar Wochen später ein sogenannter Leukoplastbomber geliefert wird.

Tatsache ist, dass Google schon im letzten Jahrzehnt formell feststellte und veröffentlichte, was erlaubt ist. Und was nicht. Und damit nur bestätigte, was Anstand und gesunder Menschenverstand dem Erwachsenen ohnehin auferlegen [und wenn Sie nicht wissen, wo Google das publiziert, gehen Sie nicht mit der Zeit].

Wer die bemängelten Seiten, die BMW verlegen löschte, muss Yahoo bemühen. Vorher ist tunlichst JavaScript im Browser abzustellen, sonst führt Ihr Computer unbesehen Code und Befehle aus, die man Ihnen unterjubelt. Der jeweilige Im Cache-Link zeigt, was im Yahoo-Datenbestand steckt aber nicht mehr bei BMW bereitgehalten wird.


Schocktherapie

6. Februar 2006. Permalink

Wenn Google die Site von Lieschen Ichwillauchma sperrt, kräht kein Gockel danach. Wenn es so bekannte Web-Amateure wie BMW trifft, raschelt es im Online- wie auch im Blätterwald. Wieso? Haben Firmen wie BMW ein inhärentes Recht, sich wie die übelsten Porn-Spammer zu verhalten, während man den Versuch eines Spammers, Automobile in DE an den Mann zu bringen, nicht toleriert? Glaube kaum.

Nur wirkliche Anfänger glauben heute noch, dass man auf dem Web unbeobachtet und in vermeintlicher Anonymität jede Schandtat begehen kann. Profis wissen, dass die [wenigen] Kollegen, die tatsächlich etwas von der Sache verstehen, sofort erkennen, wenn sich jemand daneben benimmt.

Die wirkliche Blamage ist natürlich nicht, dass jetzt auch bmw.de bei Google - möglicherweise nur vorrübergehend - gesperrt wurde, wie die Suchanfrage site:www.bmw.de zeigt. Sondern dass die Site überhaupt indexiert wurde. Trotz aller Raffinessen lässt sich Google manchmal von manchen Leuten Inhalte unterschieben, die bei lautem Vorlesen nur dazu führen, dass man sich an die Stirn tippt. Das ist aber zu 100% vermeidbar.

Farbe bekennen

Nach Bayesianischen und anderen Filtern stellen Yahoo und AOL, Provider für Auserlesene, jetzt den monetären Spamfilter vor. Email wird, wenn der Absender das entsprechende Kleingeld bereitstellt, nicht mehr als Spam bezeichnet.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/69232


Googles Dicke Berta

2. Februar 2006. Permalink

Matt Cutts, quasi-offizielles Google-Sprachrohr in Sachen inoffizielle Bangemache, veröffentlicht in seinem Blog wieder ein paar Informationshappen zum nächsten Update [Spitzname: Big Daddy; meine Wahl "Dicke Berta" scheint mir aus mehr als einem Grund angebrachter]. Wobei zu berücksichtigen gilt, dass Updates heute eher selten erfolgen, da Google ein [berechtigtes] Interesse daran hat, alle, die glauben, im Frack Kaninchen aus dem Hut oder Doorwaypages aus selbstgemachten Scripts ziehen zu müssen, durch lange Wartezeiten von Update zu Update mürbe zu machen.

Die in Cutts Blog gebotenen IP-Adressen sind daher möglicherweise nur eine geschickte Art, die o.g. Zielgruppe davon abzuhalten, tatsächlich erfolgreiche Strategien einzusetzen. Denn solange diese Leute beschäftigt sind, können andere unbehindert dem Tagesgeschehen nachgehen. Wieso ich das ganze als Ablenkungsmanöver betrachte?

Ist schonmal jemand aufgefallen, dass bei jeder Suche auch der Standort des Suchenden, der aufgerufenen Google-Landesdomain und der potentiellen Fundstellen in die Gleichung eingeht. Soll heissen, ich sehe, abhängig davon, ob ich bei Google.COM, Google.CO.UK oder Google.DE suche, sehr unterschiedliche Ergebnisse für identische Anfragen.


Mistverständnis

1. Februar 2006. Permalink

Auf meiner Kontakt-Seite stand seit letztem Sommer neben der Telefon-Nummer "[nur Vormittags während der Sommermonate]". Aufgrund einer Anfrage "Ich will ja nicht neugierig sein... Was machen Sie im Winter?" habe ich den Text jetzt abgeändert in "während der Sommermonate bin ich nachmittags selten erreichbar".

MSIE 7.0

Für Home-PCs gibts jetzt nach fünf Jahren eine zweite Testversion des Internet-Exploders. CSS und HTML werden jetzt "anders" dargestellt, als in früheren Versionen. Kommentare bei Slashdot erwähnen u.A. das Attribut fucked up.

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