Das passiert nur beschlippsten Pomaderednern: J.B. arbeitet für eine Firma, die ein CMS [Content Management System, oder zu deutsch Inhaltsverwaltungssystem für Leute, die vi nicht beherrschen] entwickelt, und er ist verantwortlich für die folgende Episode aus dem Leben eines Dazulernenden. CM Systeme erlauben das Füttern, Ändern und auch Löschen von Inhalten auf dem Web Server durch jeden, der zugriffsberechtigt ist.
Zugriffsberechtigung kann man durch so etablierte wie bewährte Standardmethoden regeln, z.B. HTTP Authorisation, oder man kann - wie auf den meisten Systemen, die einen "Login"-Prompt bieten, seit Jahren üblich - eine eigene Lösung stricken. In diesem Fall wurde eine "Lösung" gehäkelt, die auf einer recht komplizierten Methode der freiwilligen Selbstkontrolle basierte: der Browser entschied, ob er zugriffsberechtigt war, wenn der JavaScript-Code, der im Browser läuft, einen Cookie richtig auswertete.
User-agents, die Cookies nicht akzeptieren oder speichern, und bzw oder die JavaScript nicht ausführen oder überhaupt zur Kenntnis nehmen [weil sie von Erwachsenen eingesetzt werden, die auf Integrität wert legen], können an dieser Art der freiwilligen Selbstkontrolle nicht teilnehmen. Soll heissen, diesen Anwendungen steht jeder einzelne Link uneingeschränkt und vor allem durch den Webserver ungehindert[!] zur Verfügung.
Eine der Anwendungen, die Webseiten ohne Ausführung von Code aus dritter Quelle [und oft auch dritter Hand] abruft, ist ein Web-Spider namens Googlebot. Dieser konnte auf der über Monate hinweg mit alten und an das CMS angepassten Inhalten gefütterten Site, die kürzlich online ging, nicht an der freiwilligen Selbstkontrolle für unbedacht konfigurierte Anwendungen partizipieren, weil diese sich eben nicht an dafür vorgesehenen Richtlinien orientiert. Und der so nichts Böses ahnend auch alle mit "Löschen" gekennzeichnete Links verfolgte und damit die Inhalte entsorgte.
Was kann man da sagen? Cool :-)
Bis vor knapp zwei Jahren konnte man die Uhr danach stellen, wie Google den Pagerank und den Index der Datenbank in einem Aufwasch, meist 8 - 10 Tage andauernd, aktualisierte. Dann wurden, weil jeder Site-Betreiber sich berufen und befähigt fühlt, besser zu pfuschen als andere, die Frequenz der Pagerank-Updates reduziert. Auf ca drei Aktualisierungen pro Jahr zuletzt.
Jetzt sehe ich ein neues Phänomen, das belegt, wie Google jeden, der Links kauft, mietet, borgt oder stiehlt, an der Nase durch den Zirkus manövriert. Wer in den letzten Wochen beobachtet hat, dass sein Pagerank verändert wurde, sollte sich diesen genauer ansehen. Tagsüber, nach Feierabend [sagen wir, nach 21:00h], oder auch sehr früh morgens. Mir liegen jetzt mehrere Fälle vor, bei denen der Schwankrank tagsüber von dem bei Dunkelheit gemessenen abweicht - zuverlässig seit dem 21. Februar [dieses Jahres].
Wieder mal eine Klage gegen Google. Ein Zwitter aus Verzeichnis-Strich-Suchmaschine für Kinder, wo man für viele Suchanfragen entweder kein Ergebnis findet, oder gelegentlich und nach einer minutenlangen Wartezeit dann ein paar hundert Fundstellen dubioser Qualität produziert und ergo belegt, dass Kinder offenbar doch Geduld haben müssen [anderfalls hätte Kinderstart ja keine Existenzgrundlage], verklagt Google. Warum? Weil Kinderstart "nicht gefunden" wird. Was es nicht alles gibt...
So, Recht wurde gesprochen, und viel Anderes obendrein. Google braucht also nicht, wie von den Moral- und Nationsschützern verlangt, 2 Mio Suchformulierungen an den öffentlichen Dienst aushändigen. Alles, was Onkel Sam jetzt verlangt, und sich durch eine Suche bei www.dmoz.org/Adult anscheinend nicht selbst besorgen kann, sind 50,000 URLs. Das darf es alles nicht geben.
Google sperrt eine mir bis dato unbekannte Site "The People's Cube" wegen Spam - versteckte Links und versteckter Text - und in politisch ähnlich angehauchten Foren wird lamentiert, die Site wäre wegen der politischen Richtung aus dem Google-Datenbestand verbannt. Dabei ist es heute meist wesentlich einfacher, als früher, Spam zu entdecken. Schalten Sie im Browser JavaScript aus, und schalten Sie CSS ab, dann sehen Sie genau die Seite, die ein Server liefert, und Sie sehen diese Seite ohne Kosmetik, ohne Schminke, nackte Tatsachen also. So können Sie u.a. auch feststellen, ob Ihr Webmaster ein solcher ist oder ob er nur vorgibt, sein Handwerk zu verstehen, weil es irgendwie in der Natur liegt, auf Tricks nicht verzichten zu können.
Google [und andere Suchmaschinen] zensieren nur, was vom jeweiligen Staat unterdrückt wird. Ganz wurde die Redefreiheit noch nicht abgeschafft, auch wenn die erstaunliche Ahnungslosigskeit vieler Zeitgenossen dies nahelegt.
Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, wie man das englische Wort "smirk" 100%ig genau übersetzt, brauchen Sie nur die Heise-Meldung lesen und sich dann den Gesichtsausdruck vorstellen, den man bei Anwendern von Apple, BSD, Linux, Sun oder anderen Computer-Systemen vorfindet, wenn diese vom neuesten Problem erfahren, das Home Computer-Anwender in aller Welt aufschreckt.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/70771
Schon allein die Überschrift "Ask.com greift Google an" bei Heise hat das Potential, die Augenbrauen zu bewegen und so dem Unterhaltungscharakter der Meldung Ausdruck zu verleihen. Im Artikel selbst erfährt man dann, dass Google - angesichts der kürzlichen BMW-Geschichte nicht zu leugnen - nicht perfekt ist. Der Unbedarfte soll das Gefühl gewinnen, Ask sei näher an dem Zustand, den wir alle anstreben, der reinen Perfektion nämlich, angesiedelt.
Was dummerweise nicht den Tatsachen entspricht. Schon ein paar geschickte Suchanfragen zeigen, dass manche deutschsprachige Seiten nicht unter "Deutsch", wohl aber bei der weltweiten Einstellung gefunden werden - das Etikett "Deutsch" demnach nicht sprachbezogen ist. Probesuchen zeigt auch, dass die Ergebniszahlen um ganze Grössenordnungen geringer ausfallen, als bei der nicht perfekten Google-Suche. Oder dass Präsenzen mit guter Verlinkung, die seit einem halben Jahr bei Google, seit vier Monate bei MSN und seit Anfang des Jahres auch bei Yahoo gefunden werden, von Ask noch nicht gespidert wurden.
Zusätzlich wird Google, so der Artikel,
in Bedrängnis kommen, wenn erst Metager Nummero Zwei in die Startlöcher steigt. Denn
dabei wird nicht nur etwa auf den Suchindex zugegriffen, sondern man "lädt bei jeder
Abfrage die entsprechenden Dokumente herunter und analysiert, ob deren Inhalt überhaupt
relevant ist". Ausserdem, und hier werden sich alle, die etwas Zeit haben, die Finger
reiben, wird Metager 2 auch Nutzerbewertungen berücksichtigen, dazu führend, dass
alle Site-Betreiber zunächst einmal die Mitbewerber verurteilen
beurteilen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/70459
Vielleicht war die Ankündigung letzter Woche, Microsoft mache sich auf, Googles Buhmann zu werden, etwas verfrüht. Jetzt hört man, die Behauptung sei nicht mehr als eine nicht autorisierte Meinung gewesen. Microsoft meint jetzt offiziell sagen zu müssen, nicht ankündigen zu können, wann man führend auf einem Sektor wird.
Vor zwei Jahren verkündete Bill Gates, der sich hauptberuflich damit befasst, wie man Home-PCs offener gestalten kann, dass er dem Spam den Kampf ansagte. Und dass es folglich zwei Jahre später - wem die arithmetischen Kenntnisse fehlen, das ist heute - kein Spam-Problem und keinen Spam mehr geben wird.
Noch weiter zurück - nachschlagen lohnt aber nicht - liegt das Versprechen, man werde ab denne das Thema Sicherheit ernst nehmen. Ein ganzer Monat wurde nichts anderes gemacht, als sicher. Wodurch das Problem Würmer und Viren wohl ebenfalls unter "nicht mehr benötigt" abgelegt werden konnte. Und in der nächsten Version von Windows kann man für Sicherheit gar extra bezahlen.
Jetzt meldet dieser Mann, dass seine Firma in sechs Monaten wieder eine neue Suchmaschine fertighaben wird. Dieses mal wird die "neue" Google nicht nur ebenbürtig sondern doppelt so gut sein.
Manchmal braucht man offenbar nur die richtige Idee.
Letzte Woche bekannte ich, einen Apple Laptop in Dienst gestellt zu haben. Die uneingeschränkte Empfehlung, die ich hier aussprach, muss wohl doch etwas eingegrenzt werden.
Vorweg: die Hardware beeindruckt immer noch, OS X besticht nach wie vor durch Eleganz und durchweg nahtlose Integration - fast - aller Komponenten. Ich sage fast, weil das "Unix", auf dem die ganze Chose aufbaut, einer Analphabetenkur unterzogen wurde [lassen wir das mit dem Trennstrich].
Augen wie Teller habe ich gemacht, als mir klar wurde, dass OS X unter der Haube wie ein Windows Home-Computer nicht zwischen Gross und Kleinschreibung unterscheiden kann, wenn man sich erstmal an ein xterm oder auch das Apple Terminal heranmacht. Das führt dann zu so beeindruckenden Spielchen wie:
{82}% cat >lower
lower case file name
^D{83}% cat Lower
lower case file name
{84}% mv lower Lower
{85}% ls -l
total 4
-rw-r----- 1 klaus klaus 21 Feb 28 16:06 Lower
{86}% cat lower
lower case file name
{87}%
Das System hat andere "Krankheiten", wie z.B. das unterschiedliche Setzen der Umgebungsvariablen abhängig davon, ob ich mich am Laptop selbst einlogge oder per ssh über den Draht [bzw im Falle von Wifi über zimmertemperaturerwarme Luft].
Für das Anlegen, Ändern und Verwalten von User Accounts gibt es mehrere Tool Sets, die viele der dabei anfallenden Schritte erledigen. Damit der Admin nie Langeweile hat, gibt es aber keine Anwendungsfamilie, die alle bei der User-Verwaltung potentiell notwendigen Anforderungen befriedigt.
Davon abgesehen, bzw wenn ich mich darauf besinne, warum ich das Ding überhaupt angeschafft habe, muss ich gestehen, immer noch zufrieden zu sein.
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