Ballmer: Yahoo bleibt als Marke, MSN vielleicht nicht

8. Februar 2008.

Eine Menge Spekulation gibt es um Yahoo bzw Microsofts Absicht, das leicht ziellose Urgestein des Webs zu übernehmen. Jetzt sagt Ballmer, dass bei einer Übernahme durch Microsoft die Marke Yahoo erhalten bleiben wird und MSN wahrscheinlich geopfert werden wird. Ballmer sagt auch, dass Linux-Anwender Diebe sind. Oder dass Microsoft Patente auf Dinge hat, die von Open Source Anwendungen widerrechtlich genutzt werden. Im Grunde genommen sagt der Mann viel, wenn der Tag lang genug ist.

Grossangriff auf Google

6. März 2006.

Schon allein die Überschrift "Ask.com greift Google an" bei Heise hat das Potential, die Augenbrauen zu bewegen und so dem Unterhaltungscharakter der Meldung Ausdruck zu verleihen. Im Artikel selbst erfährt man dann, dass Google - angesichts der kürzlichen BMW-Geschichte nicht zu leugnen - nicht perfekt ist. Der Unbedarfte soll das Gefühl gewinnen, Ask sei näher an dem Zustand, den wir alle anstreben, der reinen Perfektion nämlich, angesiedelt.

Was dummerweise nicht den Tatsachen entspricht. Schon ein paar geschickte Suchanfragen zeigen, dass manche deutschsprachige Seiten nicht unter "Deutsch", wohl aber bei der weltweiten Einstellung gefunden werden - das Etikett "Deutsch" demnach nicht sprachbezogen ist. Probesuchen zeigt auch, dass die Ergebniszahlen um ganze Grössenordnungen geringer ausfallen, als bei der nicht perfekten Google-Suche. Oder dass Präsenzen mit guter Verlinkung, die seit einem halben Jahr bei Google, seit vier Monate bei MSN und seit Anfang des Jahres auch bei Yahoo gefunden werden, von Ask noch nicht gespidert wurden.

Zusätzlich wird Google, so der Artikel, in Bedrängnis kommen, wenn erst Metager Nummero Zwei in die Startlöcher steigt. Denn dabei wird nicht nur etwa auf den Suchindex zugegriffen, sondern man "lädt bei jeder Abfrage die entsprechenden Dokumente herunter und analysiert, ob deren Inhalt überhaupt relevant ist". Ausserdem, und hier werden sich alle, die etwas Zeit haben, die Finger reiben, wird Metager 2 auch Nutzerbewertungen berücksichtigen, dazu führend, dass alle Site-Betreiber zunächst einmal die Mitbewerber verurteilen beurteilen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/70459

Internet-Durchbruch

4. November 2005.

Nach ich weiss nicht wievielen Millennia menschlicher Evolution kann man jetzt - Trommelwirbel - endlich sehen, mit wem man redet. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht noch einmal so lange dauert, bis wir auch wissen, worums dabei geht.

Braucht jemand Google Print?

20. Oktober 2005.

Die Kontroverse um Google Print, das Vorhaben, jedes irgendwann mal geschriebene Buch online durchsuchbar zu machen, geht am Thema vorbei. Eric Schmidt, Kravatten-Person bei Google, nennt das Beispiel des Historikers, der am heimischen Computer jedes Buch, das die Schlacht um Algiers behandelt, auf Anhieb finden kann.

Wie wärs - angesichts der 200 Jahre, die seit Trafalgar gerade vergangen sind - mit der Suche nach Nelson-Biografien. Mehr als 2,000 sollen im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte verfasst sein. Ich habe sie nicht gezählt. Google zählt i.d.R. nicht nicht einmal bis tausend. Und alle darüber liegenden Zahlen sind oft sehr weit vom Schuss liegende Schätzungen.

Auch ohne Verifizierung der Zahlen zeigt das Beispiel vor allem, dass man bei einer solchen Suche sicherlich zahlreiche Google Adwords [oder dann vielleicht PrintWords] einblenden kann, aber übersichtlicher wird die Suche durch die grosse Ergebnis-Zahl nicht.

Während das Ranking online verfügbarer Texte u.a. Inhalt, Aufbereitung und Verlinkung berücksichtigt, müssen offline verfügbare, gescannte Texte entweder nur nach Inhalt und "Aufbereitung" bewertet werden. Oder Google muss zusätzlich massiven manuellen Aufwand [sprich Hand- und mehr noch Kopfarbeit] betreiben, der sicherstellt, dass die Wichtigkeit eines jeden Scans in das Ranking so eingeht, dass mit der Materie Vertraute die Sortierung der Fundstellen als angemessen akzeptiert. Ist Google Print vielleicht nicht mehr, als eine weitere sehr grosse Datensammlung, in die man Werbung einblenden kann?

Dot-Con Lektion

7. März 2005.

Eine der "heissesten" Newcomer des Jahres 2000 war, so die US-Medien, die Firma Infospace, die Bahnbrechendes versprechen konnte, weil man offenbar nicht genau wusste, wie und wo man eine Meta-Suchmaschine einstuft.

Da Meta-Suchmaschinen bei der Optimierung keine Rolle spielen, werden Sie keine Information zu Infospace auf meinen Seiten finden [obwohl ich sie im Laufe der Jahre ein paar mal in anderer Sache erwähnt habe].

Infospace erwies sich im Nachhinein als einer der grössten Con Jobs [Betrügereien] der Seifenblase, die die Ersparnisse vieler Anleger in Luft auflösten. Aber während selbst so Weltfremde wie Broker - das sind Leute, die Aktien gegen Provision verdrücken - in privaten Emails fragten, ob Infospace ein führendes Unternehmen oder ein führender Märchen-Erzähler sei, wurde das Investment in Infospace - die Kasse muss stimmen - von den gleichen Leuten weiterhin als Empfehlung erster Güte hingestellt.

Merke: Alchemie funktioniert auch heute nicht.

Suchmaschinen-News

9. November 2004.

Jemand hat die Startseite bei Google verändert. Ganz unten sieht man jetzt dass 8,058,044,651 Dokumente durchsucht werden. Die Zahl stimmt natürlich genauso wenig wie die, die man bis gestern dort sehen konnte. Denn wenn man bedenkt, wie oft Google neue Seiten hinzufügt und nicht mehr existierende aus dem Datenbestand löscht, müsste die Zahl in Echtzeit angepasst werden.

Die eigentliche Nachricht steht im selten aufregenden Google-Blog [googleblog.blogspot.com] im ersten Satz des dritten Absatzes.

Aus der Abteilung "Microsoft kann alles besser" erhalte ich die Nachricht, dass MSFT, bekannt für unermüdliche Innovation bei Rechner-Fernsteuerungen, jetzt eine neue Suchmaschine aufgesetzt hat. Neu ist vor allem das häufig ausgegebene Suchergebnis: "This site is temporarily unavailable, please check back soon".

Aber vielleicht wurde die Sache auch nur durch einen Virus gehijackt. Auf Slashdot kann man jedenfalls lesen, dass eine Vielzahl von Site-Betreibern den Microsoft-Spider per robots.txt aussperren. Einmal, weil der Spider die Tendenz hat, Seiten wieder und wieder abzurufen und Gigabytes an Traffic verursacht. Weil man dem Unternehmen die notwendige Neutralität nicht abnimmt. Und weil manche vielleicht ein Interesse daran haben, durch Informations-Entzug ihren Teil dazu beizutragen, dass die besten Seiten bei MSN nicht gefunden werden.

Und dann kommt noch die Meldung von Nielsen/Netratings, dass Teoma jetzt 25% aller Suchanfragen beantworten. Wessen Anfragen, wird nicht gesagt.

Gadget-Suche

13. Oktober 2004.

Elizabeth Lawley schreibt in Ihrem mamamusings Blog über eine Präsentation der Microsoft Suchprojekt-Entwickler [Falls Sie's nicht gehört haben, MSFT versucht, eine "richtige" Suchmaschine zu entwickeln]. Ganz aus dem Häuschen ist sie beim Schwärmen über die Möglichkeiten der Anpassung der Suchergebnisse unter Berücksichtigung der Daten, die MS Software auf Ihrem Rechner findet. Bei der Vorstellung, dass vorhandene Informationen - gleich welcher Natur - statt einmaliges Erlernen besserer Abfragesyntax steuern soll, welche Art Ergebnis Sie erhalten, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Sie sollen arbeiten. Damit Sie verbrauchen können. Das Denken überlassen Sie gefälligst Microsoft.

Sprachbarriere

8. Juni 2004.

Gates, der sich selbst im Zeugenstand um die eindeutige Definierung der Bedeutung bestimmter Wörter verdient gemacht hat, und der oft genug vor dem Mikrofon die eigene Eloquenz unter Beweis stellt, verspricht jetzt für die neue, möglicherweise Gedanken lesen könnende Suchmaschine, über die man im Hause Microsoft phantasiert - statt sich dringenderen Dingen zu widmen - das Verstehen natürlicher Sprache.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/48016

Wer nicht nur die Umgangssprache beherrscht, muss erkennen, dass das Anliegen gewisse Schwierigkeiten aufwirft. Wie ich in meinem letzten Newsletter erwähnte, erinnert Tim Bray daran, dass eine Suchmaschine, die derart intelligent ist, Anspruch auf Staatsbürgerschaft haben müsste. Und Andreas Schaale berichtete mir mal über die zum Schiessen komischen Ergebnisse, wenn man solche Systeme mit dem Wort "Wellington" konfrontiert.

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