SEO Shopping-Tip zum Jahreswechsel

15. Dezember 2005.

Das Verhältnis von Pagerank und Auffindbarkeit ist heute zwar längst nicht mehr so ausgeprägt, wie vor noch zwei Jahren, aber wie sich leicht durch systematisches Suchen in Erfahrung bringen lässt, muss nach wie vor davon ausgegangen werden, dass Pagerank unter einer Vielzahl von Voraussetzungen hilft, gefunden zu werden. Mehr ist im Zweifelsfalle besser.

Pagerank-Steuerung ist allerdings nur einer der Gründe, warum man nicht gedankenlos "produzieren" sollte. Viele Shopping-Carts oder Systeme setzen immer noch auf Einkaufswagen, deren virtuelle Rädchen eiern, quietschen und einen generellen Linksdrall haben. Mit anderen Worten, die nutzlose Seiten produzieren und ausliefern.

Dabei sollte offensichtlich sein, dass eine unnötig hohe Zahl von Seiten nur schadet. Anwendern, Robots, und vor allem der eigenen Wenigkeit. Unnötig sind z.B. solche, die für ein nicht mehr lieferbares Produkt nicht nur im Seitentext sagen, "Gibts nicht mehr", sondern die solche Seiten noch von anderen verlinken und dann auch noch mit einem HTTP Status-Code 200 [d.h. "alles wunderbar in Ordnung"] ausliefern. Alle Robots - und dazu zählen auch Suchmaschinen-Spider - gehen durch den Status-Code 200 [geliefert im HTTP Header] davon aus, dass die Seite gültig ist. Dummerweise hat fast jede Shopping Site, die wertlose Seiten produziert, mehr als eine solcher Seiten.

Wenn die Seiten solcher Shopping-Katastrophen dann auch noch "Cross-Selling" anstreben, d.h. zu der eigentlichen vom Besucher gesuchten Information noch neunundneunzighundert andere Produkte und Links enthalten ["wer sich hierhin verirrt hat, hat auch folgende Umwege gemacht], haben wir schnell Dubletten erzeugt.

site:www.misco.co.uk zeigt z.B., dass Google die Zahl der Seiten bei Misco zwar auf mehr als 1 Mio schätzt, dass aber nur 87 davon Unikate sind. Der Rest der Seiten ist den gezeigten sehr ähnlich. Cool.

Zu diesen Dubletten zählen u.a. Seiten mit nicht mehr lieferbaren Produkten [manche mit Pagerank 2, der möglicherweise woanders besser gebraucht werden könnte] und auch Server Error-Meldungen. Das nenne ich doppelt clever: im HTML-Header nennt die Software, die das produziert, den Server Status [500, umgekippt], aber der Seiten-Abrufer erfährt davon nichts, weil die Seitenlieferung mit dem Status 200 [hat wunderbar geklappt] erfolgt.

Mit dem Yahoo Site-Explorer lassen sich solche Krücken auch vom Home Computer aus herauskitzeln, wenn man die üblichen Tools und Scripte nicht nutzen kann, weil man nur in Office-Anwendungen denkt.

Ich begebe mich hiermit bis Anfang Januar in den Winterschlaf. Frohe Feiertage.

Kleinstschritte

28. November 2005.

Rechtzeitig für Weihnachten hat sich Froogle, zumindest hier und in den USA, leicht gemausert. Enthält der Datenbestand mehrere Quellen für ein spezifisches Produkt einer Gattung, werden diese auf Unterseiten zusammengefasst. Sichtbar z.B. bei der Suche nach "graphic card" und dem Anklicken der ersten Ergebnisse. Das ist übersichtlicher als der reine Preisvergleich mehrerer ähnlicher Produkte. Und dann ist da die zusätzliche und so unauffällige Einblendung für die personalisierte Startseite auf Googles Startseite oben rechts, dass ich sie erst heute bemerkte.

Na endlich

18. November 2004.

Froogle, d.h. die Produkt-Suchmaschine aus dem Hause Google, kommt jetzt auch nach Deutschland - und keine Minute zu früh. Da die Aufnahme in Froogle kostenlos ist, und ausgegebene Produkt-Informationen vom Site-Betreiber - sprich Anbieter - kontrolliert werden können, erübrigt sich die angenommene Notwendigkeit der Seitenerstellung zur Algorithmus-Überlistung.

Froogle unterscheidet sich von Google dadurch, dass nur und ausschliesslich online zum Verkauf angebotene Produkte aufgenommen werden, und dass Sie Daten in mehreren Datei-Formaten hochladen können.

Ohne Moos nix los

12. Oktober 2004.

Froogle UK ist jetzt, obwohl noch in "Beta", auf der Insel ein offizielles Google-Produkt. Noch findet man zwar ausschliesslich - zumindest in den Bereichen, die ich mir angesehen habe - US Produkte bei der "britischen Produkt-Shoppingsuche", aber das kann sich ändern.

Wie Reuters aber eher nebenbei meldet, tritt Google damit in Europa direkt gegen Kelkoo an, das Unternehmen, das einem ständig bei Suchanfragen, die ein kommerzielles Interesse auch nur annähernd vermuten lassen, über den Weg läuft. Cosmos Nicolau, Entwicklungsleiter des Froogle-Projekts, bekundet gemäss Reuters, dass man nichts dagegen habe, Kelkoo-Ergebnisse in Froogles Datenbestand aufzunehmen, obwohl Kelkoo ein direkter Mitbewerber Googles ist.

Ähnlich schauts auf der anderen Seite des Teiches aus: auch hier findet man Einträge von z.B. Amazon und Yahoo-Shopping in Froogle. Aber eben [wie auch hier] nicht nur in Froogle, sondern auch dem allgemeinen Datenbestand von Google. Böse Zungen behaupten, dass das daran liegen könnte, weil Kelkoo seit einiger Zeit zu Yahoo gehört und Yahoo Aktionär bei Google ist. Auch der Gründer des Gleitmittel-, Rasenmäher- und Küchengeräte-Vermarkters Amazon ist Google-Aktionär der ersten Stunde.

Datenbank-behinderte Site-Erstellung

11. August 2004.

Was viele als Datenbank-gestützte Site-Erstellung bezeichnen, erweist sich im Nachhinein stets als Datenbank-Behinderung. Weil die menschliche Eigenschaft, mehr mit weniger Aufwand erreichen zu wollen, Steine in den Weg legt.

So ist es einfach, durch ein paar zusätzliche Definitionen eine grössere Zahl nicht immer relevanter Querverweise in eine Site zu basteln. Nicht so einfach ist es, manuell ausgiebige Datensätze zu erstellen, die ein Produkt oder Objekt ausreichend ausführlich beschreiben. Was dann dazu führt, dass man eine Menge Seiten sehr komfortabel erstellen kann, die sich dadurch auszeichnen, bis auf ein paar Zeichenketten nahezu identischen Inhalt zu haben. Und somit von Suchmaschinen als solche behandelt werden. Daran kranken heute die meisten Shops. Ohne Fleiss kein Preis.

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