Letztes Jahr registrierte Google klammheimlich die Gbrowser.com-Domain. Im Herbst wurde eher durch Zufall publik, dass Google-Mitarbeiter mehr als einmal bei der Weiterentwicklung der Mozilla-Codebasis [Mozilla, Firefox und Verwandte] halfen, entsprechende Kommentare im Quellcode aber verschwanden. Jetzt wurden zwei der führenden Mozilla-Entwickler zu Google-Gehaltsempfängern.
Wer sich bei der Entwicklung von Web-Sites nicht am hoffnungslos veralteten [und hoffnungslos unsicherern] MSIE orientiert, weiss, dass alle auf Mozilla basierenden Browser die heute beste Rendering-Engine besitzen.
Die Engine muss nicht unbedingt dafür eingesetzt werden, zu entscheiden, was im Browser-Fenster sichtbar dargestellt wird. Sie kann auch dazu zweckentfremdet werden, einem Auswertungsprogramm zu sagen, welche Inhaltsteile sichtbar, und welche durch verschiedene HTML- oder CSS-Tricks versteckt sind.
Nachdem findige Köpfe sich durch Ausnutzung von Redirect-Tricks vor ein paar Monaten Pagerank Dritter aneigneten, gibts jetzt den Positions-Klau über eine ähnliche Schiene [auch hier hilft das <base href=...>-Element im HEAD. Wie immer, hüllen sich die Fachleute in Schweigen. Es macht alles keinen Spass mehr.
Macht Google jetzt auf Saubermann?
Unüberlegter Journalismus hat dazu geführt, dass ein nur Wenigen bekanntes Google-"Feature", das ungerechtfertigte Vererbung von Pagerank ermöglicht, an die Öffentlichkeit kam. Während die Veröffentlichungen zwar nicht in allen Details korrekt sind und auch nicht die komplette Kette der von Schmarotzern zu erfüllenden Voraussetzungen nennen, sehe ich mich gezwungen, einen im Kundenbereich am 22.4. veröffentlichen Hinweis [damals begleitet durch einen Eintrag in meinem Blog vom gleichen Tag] nachfolgend zu wiederholen:
Pagerank-Klau verhindern
Einzelne Indizien habe ich im Laufe der letzten beiden Jahre mehrfach beobachtet. Über manche haben sich Besucher von Foren wie z.B. Suchmaschinentricks mehrfach negativ geäussert, ohne die Folgen vollends zu erkennen. Nachdem ich auf eine Site stiess, die angeblich mehr als 300 mal von meiner verlinkt wurde, ergab längere Korrespondenz mit einem Google-Techniker, dass auf diese Art Pagerank transferiert wird.
Dagegen schützen können Sie sich momentan nur, wenn Sie sog. voll qualifizierte Links in Ihren Seiten verwenden, oder wenn Sie allen Seiten ausdrücklicher einer Basis zuweisen.
Zur Erklärung:
| Link-Typ | Beispiel | Erklärung |
| relativ: | <a href="file.html"> | Datei im gleichen Verzeichnis |
| absolut: | <a href="/pfad/file.html"> | Datei auf dem gleichen Host |
| voll qualifiziert: | <a href="http://domain.de/pfad/file.html"> | vollständige URL |
Da es zu übergrossen Dateien führt, eigentlich unnötig und vor allem lästig ist, in jedem Fall voll qualifizierte URLs zu verwenden, bietet sich als Alternative die Möglichkeit, alle internen Links ausdrücklich und um jeden Zweifel zu vermeiden, einer einheitlichen Basis zuzuweisen. Dies geschieht durch Anbringung des BASE Elements im HEAD einer Seite:
<base href="http://ihre.domain.de/">
Damit wird jeder Link Ihrer Seiten, der nicht ausdrücklich auf einen externen Host führt, zweifelsfrei Ihrer Site zugeordnet und der unberechtigte Transfer von Pagerank an Trittbrettfahrer verhindert.
Bitte beachten Sie, dass in diesem Fall nach dem Domainnamen ein Schrägstrich [Ihr Stammverzeichnis verkörpernd] angegeben werden muss, da manche Spider [vor allem Yahoo/Inktomi] durch einen Bug im URL-Parser ohne den Schrägstrich im Kreis laufen. Anbringung des obigen Beispiels setzt ebenfalls voraus, dass Sie für interne Links stets absolute URLs verwenden. Bei Verwendung relativer URLs muss das BASE Element für diese Seiten dann auf das entsprechende Verzeichnis verweisen. Beispiele für beide Formen finden Sie, wenn Sie den Quellcode z.B. dieser Seite mit einer Seite aus meinem Suchmaschinen-Tutorial vergleichen.
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