Open Directory Clone als Abzocker

Unter der Adresse www.opendirectory.net findet man eine fast täuschend echte Kopie des Open Directory. Ein einziger ins Auge stechende - und mehrere nicht so auffällige - Unterschiede weisen darauf hin, dass es sich hier um einen unverfrorenen Versuch des Abzockens handelt.

Erfolgreiche Website-Betreiber wissen, dass sich ein Eintrag im ODP vorteilhaft auf die Suchmaschinenposition bei mehreren Suchmaschinen auswirken kann. Ein ODP-Eintrag ist daher oft Gold wert, eben weil das ODP unabhängig und neutral ist - und weil Einträge nicht erkauft werden können.

Die gelb hinterlegte Einladung zur "Site-Registrierung im OPEN Directory für $US 70.00" ist der einzige optische Hinweis darauf, dass beim Clone des ODP nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Wer die Geschäftsbedingungen von www.opendirectory.net studiert, findet den Hinweis, dass ein Eintrag nur für die Version des Verzeichnisses unter der von einer Firma J. Alfred Prufrock & Co betriebenen Abzocker-Adresse gilt, und nicht für andere Kopien, "auch wenn diese unter der Bezeichnung Open Directory" bereitgestellt werden - was z.B. auf das echte Open Directory zutrifft, das heute unter der Schirmherrschaft von AOL durch etwa 50000 Volontäre betreut wird.

Wer sich genauer mit dem Verzeichnis befasst, sieht, dass fast alle Kategorie-Unterseiten über einen Redirector ausgegeben werden. Der holt aktuelle Datenbestände vom ODP und gibt geringfügig modifizierte Seiten aus. Eingeblendet wird die auf jeder Seite sichtbare Aufforderung, dem Betreiber auf den Leim zu gehen, ausgeblendet wird der Hinweis auf den zuständigen Redakteur und das letzte Aktualisierungsdatum der Kategorie-Seite.

Da Einträge in das echte ODP nur durch ODP-Redakteure bearbeitet werden, ist eine bezahlte Anmeldung beim Clone-Betreiber reine Geldverschwendung.

Suchmaschinen News-Archiv

© Copyright 1998 - 2012 Klaus Schallhorn.