Ab Montag etwa um die Mittagszeit koennen Sie unter der URL
http://www.kso.co.uk/de/downloadäccesslog.tgz
ein komprimiertes TAR mit der ersten Version von accessLog, meinem Logauswertungs-Programm, laden. Ich hatte eigentlich vor, alles fuer die Ausgabe dieses Newsletter fertigzuhaben, aber erstens kommt es anders...
Was fuer die Freigabe der ersten Beta-Version fehlt, ist die Einbindung der GPL, Erstellung einer kurzen Beschreibung und Konfigurations-Anweisung, sowie das Aufladen auf den Server.
accessLog ist noch Beta-Software. Es ist moeglich, dass die Sache irgendwo qualmt, obwohl die Auswertungen auf meinen Systemen reibungslos laufen. accessLog muss noch um grafische Routinen erweitert werden. Ich habe vor, dies innerhalb der naechsten vier Wochen zu erledigen.
Wenn Sie _nicht_ wissen, wie man ein .tgz File auseinander- nimmt und aus den entnommenen Einzelteilen ein lauffaehiges Programm macht, warten Sie bitte bis zur Vorstellung der fertigen Version in ca vier Wochen.
accessLog laeuft bisher unter Linux und Solaris. BSD ist geplant.
Probelaeufe habe ich mit den Log-Dateien meiner eigenen Site [seit Okt. 1998] und dem August-Logfile der Site von Wolfgang Bleh, Internet Intern-Herausgeber, gefahren. Wolfgang Bleh bezeichnet accessLog als Pageview-Dieb, weil die Auswertung mit accessLog fast ein Fuenftel weniger Seitenaufrufe zaehlt, als andere Programme [vielleicht sollte ich eine Option anbieten, die zusaetzliche Seitenaufrufe erfindet?].
accessLog kann recht frei konfiguriert werden. Welche Daten und wie umfangreich diese analysiert und ausgegeben werden, haengt von der Konfiguration ab. accessLog ist selbst in minimaler Konfiguration gruendlicher und berichtet reichhaltiger als z.B. Webalizer, gleichzeitig aber etwa 10% schneller. Wenn alle Optionen aktiviert werden, braucht accessLog ca. 10% laenger als Webalizer.
Verkehr [Traffic] wird in Seiten, CGI-Aufrufe, Text, TGZ und Sonstige-Dateien aufgeteilt und per Saldo und als taegliche Fortschreibung gezeigt. accessLog sagt Ihnen, wieviele Ihrer Besucher Grafik und JavaScript aktiviert haben und wie viele neue Bookmarks von MSIE-Anwendern gesetzt werden. Die durchschnittliche Zeit zwischen Seitenaufrufen und Hits ist bei meiner und der Internet Intern-Site nahezu gleich.
Wenn Ihre Site oeffentliche und private, d.h. durch Passwort geschuetzte, Seiten liefert, kann die Zahl der oeffentlichen und die der geschuetzten Seitenaufrufe gezeigt werden.
Die typischen Listen der am haeufigsten aufgerufenen URLs koennen nach verschiedenen Kriterien ausgegeben werden:
O reine Zahl der Aufrufe O haeufigste Einstiegsseiten O haeufigste Ausstiegsseiten O haeufigste Seitenaufrufe aufgrund externer Links O haeufigste Aufrufe durch Treffer in den Suchmaschinen
accessLog gibt auf Wunsch eine Liste der Seiten, die _nicht_ in den Suchmaschinen gefunden wurden. Wenn webRank eine gute Position fuer diese Seiten meldet, wissen Sie, dass der oder die entsprechenden Suchbegriffe nicht "gefragt" sind. Meldet webRank eine mangelhafte Position, wissen Sie ohnehin, dass diese Seiten verbesserungswuerdig sind.
Darueberhinaus meldet accessLog die am haeufigsten aufgerufenen Verzeichnisse. Wer wildgewordene Proxies oder Roboter, die oft Unfug anstellen, erkennen will, kann die haeufigsten Hosts und User-Agents des Vortages herausfiltern.
Hosts und Referer werden der besseren Uebersicht wegen gruppiert. Alle mir bekannten Auswertungsprogramme melden alle "Hosts" eines Providers gesondert als z.B. 1-110.k.dial.o-tel-o.net und 2-23.z.dial.o-tel-o.net. accessLog macht daraus bei entsprechender Konfiguration *.o-tel-o.net.
Das gleiche gilt fuer Referer: waehrend Sie bisher vielleicht oft www.xyz.com und xyz.com [ohne www.] in Ihren Auswertungen haben, summiert accessLog diese unter www.xyz.com.
Das gilt auch fuer Suchmaschinen. Infoseek ist unter zahlreichen Domainnamen erreichbar, u.a. z.B. www.infoseek.com, infoseek.go.com oder auch www.go.com. Alle Variationen werden durch accessLog unter einer Domain zusammengefasst.
Die von den Anwendern in den Suchmaschinen eingegebenen Begriffe, die zum Besuch Ihrer Site fuehren, koennen entweder global oder nach Suchmaschinen ausgegeben werden. Auch daran sehen Sie, welche Seiten [in welchen Suchmaschinen] erfolgreich sind oder welche vielleicht ein wenig Detailarbeit benoetigen.
Interessant ist die taegliche Analyse des Suchmaschinen-Traffic. Bei meinen Logs und denen der Internet Intern-Site ist mir aufgefallen, dass bei fast allen Suchmaschinen die Zahl der taeglichen Hits recht statisch ist. AltaVista und Fireball zeigen andererseits deutliche Spitzen - und Einbrueche. Warum diese am gleichen Tag erfolgen, ist so unbekannt wie interessant.
Letztendlich zeigt accessLog noch die haeufigsten Verursacher von Schutzverletzungen und, falls nicht alles auf Ihrer Site reibungslos laeuft, von Programm- oder Server-Fehlermeldungen.
Falls es Sie interessiert, koennen Sie sich auch eine Liste der erkennbaren Nationen sowie die der meistgebrauchten Browser [MSIE fuehrt inzwischen] erstellen lassen. Gegebenenfalls koennen Sie dann darueber gruebeln, warum MSIE-Anwender ein deutlich hoeheres Verhaeltnis von Hits zu Visits haben als die Benutzer von Netscape-Browsern.
Die Suchmaschinen-Erkennung und damit das Auslesen der von den Anwendern bei den Suchmaschinen eingegebenen Suchbegriffen, die zum Finden Ihrer Site fuehren, wird ueber eine Steuerdatei kontrolliert und kann, weil die Formular-Variablen mehrerer Suchmaschinen oefters wechseln, regelmaessig aktualisiert werden.
Diese Aktualisierung soll, wenn accessLog "fertig" ist, ohne manuelles Zutun erfolgen. Allerdings nicht umsonst. Das noch zu schreibende Programm, das einmal pro Woche eine aktualisierte Steuerdatei von meinem Server holt, meldet gleichzeitig [normalisierte] Zahlen an meinen Server, aus denen sich die Bedeutung der einzelnen Suchmaschinen ermitteln laesst [nicht aber die Zugriffs- oder andere Zahlen Ihrer Site].
Da accessLog als Quellcode ausgeliefert wird, koennen Sie diesen Teil deaktivieren, wenn Sie der Deaktivierung ueber die accessLog-Konfiguration nicht vertrauen sollten. In diesem Fall verzichten Sie natuerlich auf die woechentliche Aktualisierung, da diese nur gegen die Lieferung plausibler Informationen erfolgt. Die Plausibilitaet ergibt sich aus dem Vergleich Ihrer mit den Daten der von mir betreuten Web Sites.
accessLog erhaelt bis zur Fertigstellung und zum Eintreffen eines weiteren die Anwender nicht betreffenden "Ereignisses", ueber das ich aber im Anschluss berichten werde, keine eigene Seite auf meinem Server.
Ab Montag, 13.9.1999, um die Mittagszeit: http://www.kso.co.uk/de/downloadäccesslog.tgz
Prognosen sind wichtig. Ohne Prognosen gaebe es keine Prognose- Industrie. Forrester-Research prognostiziert jetzt, dass sog. Brick and Mortar-Unternehmen, d.h. Firmen in der nicht-virtuellen Welt, sich aufmachen, Web-Unternehmen Parole zu bieten und im Endeffekt Kunden, Umsaetze und damit Existenzgrundlage zu nehmen.
Waehrend Unschluessige durch solche Prognosen davon abgehalten werden koennen, in eine realistische Web-Praesenz zu investieren, wissen Selbstdenker um die Zuverlaessigkeit handelsueblicher Kristallkugeln. Forrester's Vorfahren wussten unter anderem, dass Sears Wall Mart ueberfluessig machen wuerde. Dass TV die Kabel-Anbieter kaltstellen wuerde. Dass Merrill Lynch einem gewissen Charles Schwab die Basis nehmen und dass niemand japanische Fahrzeuge kaufen wuerde.
Vor 200 Jahren gab es etwa 35 Koenigreiche, Laender oder Staaten auf der Welt. Zur Zeit des II. Weltkrieges hatte sich die Zahl verdoppelt. Heute sind es um die 200. Schottland und Wales haben Autonomie verlangt, Jugoslawien ist ein einziges Chaos und auch aus Singapur werden Unzufriedenheiten vermeldet.
Differenzierung ist die Norm. Das gilt auch fuer das Marketing, on- und offline. Jede Produktgattung wird irgendwann in spezifischere unterteilt. Mewes war einer der ersten, der volks- und betriebswirtschaftliche Strategien darauf aufbaute.
Auch wenn seine Kenntnisse fast vierzig Jahre alt sind, die meisten nicht marktfuehrenden Unternehmen versuchen, etwas fuer jeden anzubieten. Nur Konzerne, die unterschiedliche Marken [oder Marketing-Strategien] fuer spezifische Produktgattungen unterhalten, haben Erfolg. Die Kategorie Auto besteht inzwischen aus Stadtwagen, Personenwagen, Reiselimousine, People Carrier, Offroad Vehikel, Sportwagen und anderen. Last- und Nutzfahrzeuge sind aehnlich unterteilt. Bei Computern unterscheidet man zwischen Home Computern, Workstations und Servern, zwischen Minis und Mainframes, clusterfaehigen und massiv parallelen.
Konvergenz von Gattungen findet nie statt. Genau das Gegenteil erfolgt in der Praxis. Nur die immer engere Spezialisierung bietet die Aussicht, beim potentiellen Kunden, der an genau dieser Gattung interessiert ist, einen bleibenden Eindruck zu machen. Der "bleibende Eindruck" ist das, worauf Marketing abzielen sollte. Japaner wissen, warum Lexus als eigenstaendige Marke etabliert wurde und nicht mit Kleinwagen im gleichen Showroom gefunden wird.
In jeder Produktkategorie ist eine dominierende Marke schnell etabliert. IBM war vor 30 Jahren synonym mit Computer. Heute ist Sun fuehrend bei Workstations, Dell im PC-Verkauf, Toshiba bei Laptops.
Wenn einer Ihrer Mitbewerber ein Produkt vorstellt, das die "Konvergenz mehrerer Technologien" vorausnimmt, wissen Sie, dass Hype aus der Klemme helfen soll, Kategorien vielleicht gar kassiert werden koennen.
Jetzt koennen Sie bei AltaVista Lotto spielen. Oeffnen Sie Ihren Browser, laden AltaVista, geben einen haeufig gefragten Begriff ein [erotische eignen sich besonders gut]. Suchen.
Oeffnen Sie ein zweites Fenster. Laden Sie AltaVista. Suchen Sie den gleichen Begriff bei der gleichen Suchmaschine. Wenn zwischen den beiden Suchanfragen mehr als eine Minute vergeht, haben Sie mit 90%iger Sicherheit zweimal zehn Verschiedene.
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