Das ultimative Statussymbol ist nicht mehr eine sportliche BMW Isetta und schon laengst nicht mehr die Satellitenschuessel - sondern ein Apache Web Server. Soll heissen, wenn Sie diesen auf Ihrem PalmTOP betreiben und der Welt ueber Draht oder Luft portable Web-Inhalte zur Verfuegung stellen.
http://apachepda.apacheservices.com/
Wenn Ihr Browser oefters den Geist aufgibt, als Ihnen lieb ist, benutzen Sie vielleicht die falsche Suchmaschine. Wie jeder weiss, benoetigt man zur Erstellung Web-Inhalten mindestens ein Studium der Nuklear-Physik, gepaart mit linguistischen Faehigkeiten und ein paar Qualifikationen, von deren Existenz der Durchschnittsmensch nie etwas erfaehrt. Deshalb verwundert es kaum, dass Suchmaschinen - bzw die von ihnen produzierten Seiten -inzwischen so komplex geworden sind, dass sie von vielen Browsern nur noch als leere Seite dargestellt werden.
Wer Seiten von z.B. Infoseek oder Lycos.de durch einen Validator schiebt - Validatoren sind extrem teure Software-Produkte, die nur von den groessten Institutionen genutzt werden koennen - findet pro Seite oft vier- oder fuenf_hundert_ Fehler. Nicht Rechtschreibfehler, die Rechtschreibunug wurde ja kuerzlich so reformiert, dass Fehler nicht mehr gemacht werden koennen, sondern HTML-Fehler, die den Parser eines Browsers oder Spiders herzlich verwirren. Was auf dem PC schonmal zur Blaufaerbung des Bildschirms fuehrt.
Obwohl alle Design-Empfehlungen und Verhaltensweisen, die man als Web-Autor beherzigen sollte, oft genug dokumentiert und begruendet wurden, stellen - manchmal selbst gestandene - Site- Verantwortliche ploetzlich fest, dass eine Site spurlos aus einer oder mehreren Suchmaschinen verschwunden sind.
Einer der haeufigsten Gruende sind unnoetige Redirects, d.h. das Umlenken eines Besuchers auf eine andere URL. Der einzige legale Grund, ein Redirect zu schicken, ist eine Aenderung einer URL aus organisatorischen Gruenden. Jeder Versuch, Suchmaschinen dadurch andere Inhalte vorzugaukeln als Normalsterblichen, wird irgendwann zum Bumerang.
Waehrend bei den Suchmaschinen laengst nicht alles "rosig" ist, sollten Sie davon ausgehen, dass alle Tricks ueber kurz oder manchmal auch mittelkurz bekannt werden. Meta Refresh-Tags, vor allem mit kurzer Refresh-Zeit oder auch Server-Refresh ohne eigentlichen Grund sind genauso schaedlich wie eine Umleitung per JavaScript, auch wenn diese in einem unsichtbaren FRAME versteckt wurde.
Merke: Jeder Versuch, die Suchmaschinen zu ueberlisten, fuehrt zur Selbstueberlistung - wenn auch nicht immer sofort. Es gibt zwar keine Suchmaschine, die versucht, JavaScript nur annaehernd korrekt interpretieren. Es ist aber ein Leichtes, URLs in JavaScript zu entdecken und entsprechende Schlussfolgerungen - ueber die der Seiten-Verantwortliche nicht informiert wird - zu ziehen.
Schliesslich duerfen Sie nicht vergessen, dass jede Suchmaschine auch einen Browser hat. Die manuelle Qualitaetskontrolle, die meist einspringt, wenn bei der Suche im eigenen System etwas auffaellt, ist meist viel subjektiver, als die nach Regeln erfolgende maschinelle Bearbeitung von Seiten. Findet einer der Qualitaetskontrolleure Zweifelhaftes in den Suchergebnissen, und wird befunden, dass Zweifelhaftes nicht sein sollte, erfolgt eine Sperre der betroffenen Seiten. Oder der kompletten Site.
Sie haben weder das Recht auf Berufung noch auf Anrufung eines Schiedsgerichts. Eine einmal getroffene Entscheidung bedarf keinerlei Rechtfertigung und ist endgueltig.
Genauso zum Bumerang kann der Versuch werden, unsichtbaren Text auf einer Seite zur Verbesserung des Rankings unterzubringen. Waehrend die Moeglichkeit heute durch Cascading Style Sheets wieder einfacher ist als das Hantieren mit <FONT COLOR=xyz> - ich kenne keine Suchmaschine, die CSS auswertet - muessen Sie mit zwei Kontrahenten rechnen:
Erstens die schon erwaehnte manuelle Qualitaetskontrolle der Suchmaschinen, und zweitens die Besucher, die durch solche [oder andere] Tricks auf Ihre Site gekoedert werden. Quasi-Legal sind solche Bemuehungen _nur_ dann, wenn der im Browser sichtbare Inhalt einer Seite mit dem uebereinstimmt, was zum Suchergebnis fuehrte.
Wer in einer Seite ueber Zuchtfische versteckte Worte anbringt, die nur dem Zweck des Besucherfangs dienen und die beim Aufruf der Seite nicht sichtbar sind, laeuft Gefahr, uebersehen zu haben, dass es vielleicht Menschen gibt, deren Kapazitaet die der typischen Bauernschlaeue uebersteigt.
Es war noch nie ungefaehrlich, nicht zu wissen, dass man etwas nicht weiss.
Excite verzeichnet, wie Infoseek bzw Go.com und Lycos, eine strikt lineare Entwicklung, bei der der Anwendernutzen irgendwo auf der Strecke blieb. Es ist nicht entscheidend, was irgendwelche Marktstrategen in von der Realitaet abgeschirmten Labors befinden. Sondern was der Anwender davon hat. Und von einem Besuch vieler Suchmaschinen hat er immer weniger.
Auch wenn die Print-Medien mangels eigenem Verstaendnis immer behaupten, auf dem Web sei alles gratis, kostet jeder Klick, und jede aufgerufene Seite. Zeit.
Zeit ist unwiderruflich verbraucht. Es gibt keinen Dispo-Kredit und keine Manipulationsmoeglichkeit. Weg ist weg. Wer eine Suchmaschine betreibt, um Anwendern Zeit zu stehlen, schuerft am eigenen Fundament.
Nicht das Anbiedern an Konzerne, die fuer bevorzugte Behandlung teuer bezahlen - und oft nicht wissen, dass solche Maschinchen mangels regelmaessiger Nutzung meist leerlaufen, oder rosten - bringen den langfristigen Erfolg. Sondern tatsaechlicher Nutzen fuer den Anwender.
Deshalb gehen die Besucherzahlen bei frueher Etablierten zurueck und deshalb haben Suchmaschinen wie Google und andere auch ohne massive Finanzbasis die Moeglichkeit, Marktanteile zu kassieren. Selbst AltaVista wurde durch das Herumreichen nicht zu einem besseren, nuetzlicheren oder gebrauchsfaehigerem Produkt. Die Unterschiede zwischen Server-Logs und Selbstdarstellung werden groesser, nicht geringer.
Lycos indiziert seit einiger das ODP-Verzeichnis, das inzwischen von mehreren Suchmaschinen mitbenutzt oder als Basis fuer eigene Bewertungen eingesetzt wird.
Waehrend das ODP [Open Directory Project] versucht, sich mit dem Gedanken der Open Source-Bewegung zu identifizieren, ist die Tatsache, dass jeder mitmischen kann, keineswegs Rechtfertigung.
Open Source entstand urspruenglich, weil Leute Probleme und keine praktikable Loesung hatten. Soll heissen, Code, Anwendungen, wurden geschrieben, weil keine Alternative zur Verfuegung stand. Dass die Bewegung inzwischen zu Betriebssystemen fuehrte, deren Qualitaet kommerzielle Alternativen uebertrifft, ist eine so angenehme wie konsequente Begleiterscheinung. Wer ein Werkzeug fuer eigene Zwecke benoetigt, wird durch das zu loesende Problem gelenkt, und nicht durch jemand, der sein Einkommen damit erzielt, anderen Leuten Dinge anzudrehen, die niemand braucht.
Das ODP ist keine tatsaechliche Problem-Loesung.
Es loest zwar - theoretisch - das "Problem", dass viele Sites nie von Yahoo! oder auch manchen Suchmaschinen aufgenommen werden. Das ist aber ein Problem des Site-Betreibers, nicht des Suchenden - Mangel an Information ist heute kein Problem.
"Theoretisch", weil das Verzeichnis, auch wenn man inzwischen ein paar rudimentaere Kontrollen und Instanzen gegen Missbrauch installierte, immer nur den Eigeninteressen der sog. Moderatoren dient und nicht etwa dem Suchenden.
Rudimentaer deshalb, weil diese Instanzen selten funktionieren. Nur so ist es erklaerbar, dass ein "beachtlicher" Teil der beim ODP aktiven freiwilligen Mitarbeiter haupt- oder nebenberuflich das Gewerbe der Web Site-Promotion betreibt.
Trotzdem will ich hier nicht verheimlichen, dass ein Eintrag im ODP nuetzlich sein kann. Wie eingangs erwaehnt, wird das heute zu AOL [noch ein Grund ;-)] gehoerende Verzeichnis, weil die Datennutzung kostenlos ist, von mehreren Suchmaschinen mit als Datenquelle benutzt.
Je nach Anfrage und je nach Suchmaschine wird Daten aus diesem Verzeichnis ob der oberflaechlich plausiblen Qualitaet manchmal gar Vorrang vor anderen Datenbanken gegeben. Vor allem fuer Sites, die nie von z.B. AOL, Hotbot oder Lycos indiziert wurden, kann die ODP-Aufnahme daher attraktiv sein.
Erstaunlich ist die Beobachtung, dass bei mehreren Suchmaschinen die Verzeichnis-Tiefe bei der Bemessung des Rankings [und damit der Rangfolge] beruecksichtigt wird.
So ist /Abfallentsorgung/ eine attraktivere Kategorie als Äbfallentsorgung/Nuklear/ und /Lebensmittel/ besser als /Lebensmittel/Gebaeck/Brot/
Fortschrittliche Technologie ist meist nicht mehr als simples Zaehlen.
Ein paar Tips fuer die Aufnahme ins ODP:
Waehlen Sie die fuer Sie zutreffende Kategorie, wobei spezifischere, den Wuenschen der Suchenden entgegenkommende Eintraege angesichts der Beobachtungen in Sachen Verzeichnistiefe nachteilig sein koennen. Fuer die spezifischere Klassifizierung im ODP koennen Sie - nach Moeglichkeit nicht gleichzeitig - detailliertere Seiten Ihrer Site anmelden.
Verzichten Sie bei der Beschreibung Ihrer Site auf alles, was an "heisse Luft", Marktschreierei oder die Profession des Pferdehandels erinnert.
Und bedenken Sie, dass Ihnen niemand, vor allem nicht freiwillig agierende Moderatoren, verpflichtet ist. Nur wenn Ihre Site gefaellt, wird sie aufgenommen. Sie muss nicht Ihnen, sondern dem Moderator gefallen. So ganz unvernuenftig sind diese Leute nicht. Kuerzlich las ich, dass eine Gruppe grundsaetzlich alle Sites ablehnt, die roten Text auf schwarzem Hintergrund zeigen.
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