Jetzt hat AltaVista den Mut gefunden. Wer bei AltaVista Seiten anmelden will, kann die Scheckheft-Abkuerzung oder den "wir garantieren nicht, dass Ihre Seiten aufgenommen werden"- Umweg waehlen.
Die Anmeldung gegen Bares erfolgt zwar bei Looksmart, suggeriert aber gleichzeitig die Garantie der Aufnahme Ihrer Seiten bei AltaVista. Vielleicht wird tatsaechlich alles akzeptiert, was gegen Bares angemeldet wird - ich weiss es nicht.
Maschinelle [kostenlose] Anmeldung bei AV ist offensichtlich nicht mehr erwuenscht. Wer die "nicht garantierte" Anmeldung waehlt, sieht eine Grafik, in der eine Buchstaben- und Ziffernfolge so torkelt, dass maschinelle Zeichenerkennung grosse Schwierigkeiten haben duerfte.
Der in der Grafik gezeigte Buchstabensalat muss bei Anmeldung eingegeben werden und ist dann fuer max. 5 Seiten gut. Wer sechs oder mehr anmelden moechte, muss einen neuen Code entziffern und korrekt eintippen.
Gegen die bezahlte Anmeldung ist nichts einzuwenden. Wie ich seit langer Zeit behaupte, wird sie sich ueberall durchsetzen. Aus gutem Grund.
Der Mensch neigt in einem nie gesehenen Ausmass dazu, gebotene Freiheiten unverfroren auszunutzen. Vor allem der Quasi-Adel, soll heissen, die Porno-Grafen, haben durch millionenfache [!] Anmeldung von wertlosen Seiten bei nahezu allen Suchmaschinen Probleme verursacht, auf die diese nie vorbereitet waren und gegen die heute noch Krieg gefuehrt wird. Und Porno-Grafen sind nicht die einzigen.
Was fehlt, ist eine am Monitor eigens angebrachte mechanische Einrichtung, die bei gegebenem Anlass eine so schallende Ohrfeige erteilt, dass der Benutzer vom Stuhl gefegt wird. In nahezu jedem Bereich wird heute mit Gewaltmethoden und ohne Ruecksicht auf Verhaltensnormen oder andere verfahren.
Dabei uebersehen Langsam-Lerner, dass sie nur ihr eigenes Grab vertiefen. Es mag zwar sein, dass durch solche Methoden kurzfristig mal Umsatz erzielt wird. Unternehmen, die nur kurzfristig denken, sind nach kurzer Zeit Schnee von gestern.
In Echtzeit koennen Sie das in den letzten Monaten an der sog. titsup.com-Welle beobachten, soll heissen, an den zahlreichen Internet-Pleiten, die nur bestaetigen, was alte Hasen schon immer wussten.
Wir haben vielleicht zehn, bestenfalls zwanzig Jahre, die Sache in den Griff zu kriegen. Pro Stunde sterben derzeit 17 Arten aus [sh. z.B. Jared Diamond, "The Third Chimpanzee"]. Tendenz: rapide steigend. Selbst wenn die Beschleunigung angehalten werden kann, werden Ihre Enkelkinder zu einer der letzten zaehlen. Verhalten muss sich in jedem einzelnen Lebensbereich aendern.
Dazu zaehlt auch Ihr Verhalten auf dem Web:
Traditionell war die Welt immer in "die" und "wir" aufgeteilt. Genauso traditionell gehoerte das Internet, bis Massenmedien und Einfaltspinsel in den Management-Etagen das Web als Abkuerzung zur ersten Milliarde missverstanden, "uns", den Anwendern, die es benutzten, weil Informationstechnologie zum beruflichen Alltag gehoerte. Und nicht etwa, weil bunte 08/15-Prints verkuendeten, dass es dort "alles umsonst" gaebe, dass Nepper, Schlepper und Bauernfaenger endlich ihr Paradies finden wuerden, erotisch Minderbemittelte die Hand im Spiel und Porno-Anbieter beide in deren Portemonnaies haben koennten.
Auch wenn Ihre Site nicht zum Religionskrieg auffordert, sondern "nur" verkaufen soll, muss Darstellung und Inhalt ausstrahlen, dass sie von jemand erstellt wurde, der "zu uns" gehoert, und nicht von "denen". Und nicht nur von jemand, der sich zu "uns" zaehlt, sondern jemand, der Herz, Sachverstand und Liebe zur Sache ueberzeugend investiert.
Wichtige Stichworte sind hier Integration, Hilfsbereitschaft, Integritaet. Nicht etwa Mission Statement, strategische Allianzen oder proaktiver Kokolores. Millionen mit Liebe und Herz erstellter Sites belegen, dass diese immateriellen Aufwendungen hoehere Rendite bringen als $800 Mio [Disney's Go.com-Ausstieg].
Solange Ihre Site daherkommt wie ein Hausierer, solange das Gefuehl aufkommt, da will mir einer 'was unterjubeln, solange brauchen Sie keine Suchmaschinen-Optimierung.
Selbst wenn Sie durch kunstvolle Seitenerstellung turnus- oder regelmaessig hohe Besucherzahlen anziehen, wird das Ergebnis immer nur ein Bruchteil dessen sein, was durch korrektes Web- Verhalten erreichbar ist.
Suchmaschinen werden - manche schneller, andere nicht ganz so schnell - immer intelligenter. Viele beruecksichtigen heute die sog. Link-Populaeritaet, d.h. die Zahl _UND_ Qualitaet der auf eine Site gerichteten externen Links. Waehrend Link-Popularitaet nicht ganz ohne Problematik ist [neuen Sites wird das Leben schwer gemacht - wie das im Leben eben so ist], belegt dies, dass "wir" durch unsere Links die Suchergebnisse steuern, dass "wir" - die Anwender - ausschlaggebend sind.
Vielleicht lesen Sie den letzten Satz nochmal.
Schliesslich ist jeder Link, der auf eine fremde Site gesetzt wird, implizit eine Empfehlung.
Die Zahl der Empfehlungen von Seiten, die erkennbare Autoritaet sind, ist bei Google der wichtigste das Ranking beeinflussende Faktor. Bei anderen Suchmaschinen wird die sich daraus ergebende Wertung mehr und mehr mitberuecksichtigt.
Und so, wie niemand einen Hausierer empfiehlt, nimmt niemand Empfehlungen von Hausierern, Klinkenputzern und Drueckern zur Kenntnis.
Genausowenig werden Sites zur Kenntnis genommen, deren Gebrauchsnutzen fehlt. Die britische Verbraucher-Organisation Which hat kuerzlich die Online-Bestellmechanismen hiesiger Supermaerkte untersucht und fuer unbrauchbar befunden. Jede der Testpersonen brauchte bei jedem der Supermaerkte fuer einen Einkauf laenger als der gleiche Einkauf zu Fuss gedauert haette.
Bei mehreren Stores war es nicht moeglich, alle gewuenschten Produkte zu finden. Bei einem Online-Store war Waschpulver nicht zu finden, und die in das Shopping-System integrierte Suche kannte weder das Wort Waschpulver noch Synonyme oder gaengige Markennamen.
Seiten waren generell unuebersichtlich, grafikbeladen und informationsarm. Ungeschickte Serversteuerung erforderte das Neuladen aller Grafiken bei jedem Seitenabruf, den Browser-Cache ignorierend.
Solche Sites kosten ein Vermoegen - Grafiker brauchen iMacs und schicke Autos. Genutzt werden solche Sites kaum. Und in die Suchmaschinen werden inhaltslose Seiten nicht aufgenommen.
Selbst Amazon, einer der aeltesten Online-Verkaeufer, verzettelt sich mehr und mehr. Beschreibungen werden duenner. Buch-Serien werden wahrscheinlich nach ISBN oder Gewicht, statt chronologisch sortiert. Das Empfehlungs-Verfahren bietet Paperbacks, wenn ich den gleichen Titel gebunden gekauft habe und Hardbacks fuer Titel, die ich schon als Taschenbuch besitze. Zwar alles schoen bunt [nehme ich an, ich habe Grafik seit Jahren deaktiviert], aber nicht mehr praktisch.
Ca. 90% aller Webseiten haben fehlerhafte HTML-Syntax. In den Pressemeldungen der Unternehmen, die ihre Praesenz als eine der wichtigsten Anlaufstellen auf dem Web vorstellen, wird darauf nicht hingewiesen. Warum? Weil von oben nach unten delegiert wird. Wenn oben Interesse und Integritaet fehlen, werden sie unten nicht hinzugefuegt. Und wer fehlerhafte Seiten auf den Server laedt, handelt wie ein Geisterfahrer. Schade, dass der Schaden [Browser- und auf einem PC/Mac vielleicht gar der Systemabsturz] nur in den seltendsten Faellen dem Schuldigen angelastet werden kann.
Solange Web-Verantwortliche nur darauf aus sind, Besucher "um jeden Preis", solange er von anderen bezahlt wird, anzuziehen, solange ist die bezahlte Anmeldung gerechtfertigt. Inktomi hat diesen Monat die schon recht stattlichen Preise fuer die bezahlte Anmeldung erhoeht. Das ist gut so. Produzenten wertloser Seiten werden so daran erinnert, dass alles seinen Preis hat.
autoAnnounce wird in absehbarer Zukunft eingestellt werden. Die Bezahlung kann ich meinen Kunden nicht abnehmen. Bei AltaVista hilft zwar derzeit noch die Anmeldung bei einer der vielen Auslandsdependancen, aber auch diese Loesung ist nicht von Dauer.
Und die Anmeldung bei "hunderten", "tausenden" oder, wie mir jetzt Christine Hall von TrafficMagnet per Spam anbot, mehr als 300000 [dreihunderttausend] Suchmaschinen ist nicht mehr unternehmerische Betaetigung. Sondern schlicht Bauernfaengerei.
Auch wenn Sie's nicht ganz so dick auftragen, die Anwender sehen Grenzschwellen nicht dort, wo Sie sie sehen.
Viele Empfaenger dieses Newsletters werden sich fragen, was das alles mit Suchmaschinen oder dem Erfolg kommerzieller Sites zu tun hat. Glauben Sie mir: nicht jeder kann "zu uns" gehoeren.
Aktienkurse spiegeln bei jungen Unternehmen die Naivitaet der Anleger und bei eingefuehrten die Qualitaet der Strategie und der grundlegenden Produkte wieder. Und Sie wissen, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll.
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