Flash ist fuer Flaschen, Dubletten, Google.

Darwin und die Informationsgesellschaft

Darwin war 21, als er begann, seine Theorie "The Origin of the Species", zu deutsch "Ueber die Entstehung der Arten durch natuerliche Zuchtwahl", zu formulieren.

Selbst heute noch gibt es Jaeger und Sammler, auch wenn man davon ausgehen kann, dass bis zum Ende des Jahrzehnts auch der letzte durch Einfluss der Obrigkeit "zivilisiert" wird.

Ethnobiologen wissen, dass Jaeger und Sammler, Menschen, die sich durch Wild und wild wachsende Pflanzen ernaehren, regelrechte wandelnde Enzyklopaedien sind - der Selbsterhaltungstrieb zwingt dazu, sich ueber die Verwert- und Geniessbarkeit von tausenden von Pflanzen und Naturstoffen [und ein paar dutzenden von Tieren] Gedanken zu machen, Erfahrungen zu sammeln, und diese muendlich an die naechste Generation weiterzugeben.

Signifikante Information ist nicht eine Errungenschaft unserer Generation. Eher ein Versaeumnis.

Was heute oft unter dem Begriff "Informations-Flut" verkauft wird, ist nichts anderes als eine binaere Muelldeponie. Praesenzen selbst grosser Unternehmen koennen sich zu nichts besserem als "Wir ueber uns" aufraffen - und kleinere kopieren den Stil, weil die Grossen's so machen.

Signifikante Information ist aber das, was Anwender verlangen.

Es gibt zwar, zugegeben, eine Gruppe von Web-Anwendern, die das Medium zur Unterhaltung, aus Langeweile benutzen und die ziellos durch die Gegend klicken - weil sie Zeit haben. Geld andererseits hat meistens, wer keine Zeit hat oder den Wert selbiger korrekt bemessen kann. Wer beides hat, jet-settet.

Eine erfolgreiche Praesenz lebt nicht davon, dass Besucher dort ihre Zeit vertroedeln. Sondern setzt Deckungsbeitraege voraus.

Diese kommen nur, wenn die Site den Kaufabschluss ausloest.

Zum aktivem vom Kunden ausgeloesten Kaufabschluss kommt es nur, wenn alle Fragen beantwortet und alle Zweifel ausgeraeumt wurden und nichts mehr gegen den entscheidenden Klick spricht. Auf dem Web abgewickelte Kaeufe werden "aktiv" vom Kunden ausgeloest, weil es - was das Web so attraktiv macht - keine Druecker und Hochdruckverkaeufer gibt, die den Kunden besudeln.

Wer genug hat oder Ihrer Argumentation nicht folgen kann, benutzt die Geheimwaffe des Internet-Shoppers: einen unscheinbaren Knopf oben links mit der Beschriftung "Zurueck".

Dazu kommt es umso schneller, je mehr Barrieren Sie dem Kunden in den Weg legen. Fehlende oder unklare Beschreibungen zaehlen hierzu genauso wie langsame und schwerfaellige Seitenlieferung oder Aufbau [der Besucher sitzt nicht an Ihrem Server sondern vor seinem PC, dazwischen liegen ein bis zwei Dutzend Netz- Knotenpunkte]. Genauso unueberlegt ist das Bestehen auf eine technische Ausstattung des Besucher-PCs, die sich nur am Ego der Web-Designer und nicht an den Unternehmenszielen orientiert.

Professionelle Web-Gestalter setzen auf systemneutrale HTML und dynamische Informationsaufbereitung auf dem Server. Flash ist fuer immer noch Flaschen und JavaScript fuer Kritzler.

Deshalb zeigen mehr als 600,000 Links auf www.yahoo.de und keine 5,000 auf www.kolibri.de [geprueft bei www.altavista.de mit der _deutschen_ und NICHT der internationalen Einstellung].

Seitenaufbau, der von Anwendern geschaetzt wird und zu hoher Akzeptanz [und damit minimaler Behinderung der Zielsetzung einer Site fuehrt], kann gelernt werden. www.dmoz.org, www.yahoo.com, www.google.com oder auch www.alltheweb.com sind Musterbeispiele fuer effiziente Informationslieferung und Darstellung.

Internet-Anwender sind Leute. Nicht Augenpaare, Nasen, Klicks, Maeuse oder massive Server-Logs. Und die Leute, die ihre Seiten aufrufen und sich, wenn Sie Glueck haben oder attraktive Inhalte bieten, mit diesen auseinandersetzen, folgen bekannten Verhaltensmustern. Auch wenn das Web fuer viele noch "neu" ist, die Menschen, die Sie ueberzeugen wollen, sind's genau wie ihre Gewohnheiten, Interessen und Verhaltensweisen nicht.

Das Ende der Portal- und die Dot.Pleite-Welle haben deutlich gezeigt, dass nicht das groesste Maul sondern der groesste Nutzen entscheidet. Der Konkursverwalter hat im Zweifelsfalle das letzte Wort.

Solange eine Site nicht den Anwendern gerecht wird, solange ist auch systematische Suchmaschinen-Optimierung kein Mittel zum Erfolg.

Waehrend meine eigene Site viele meiner Ratschlaege beherzigt, gibt es Einiges, was besser gemacht werden kann. Bei der seit einiger Zeit in Arbeit befindlichen voelligen Neuueberholung wird - neben neuen Texten und uebersichtlicherer Gestaltung - auch eine Designer-Maxime beruecksichtigt: Gutes Design ist, wenn man nichts mehr entfernen kann.

Techno-Falle

Ein ploetzlich notwendig gewordener Wechsel des Providers zeigt, dass selbst alte Hasen nicht gegen Versuchungen gefeit sind. Die Firma, bei der www.kso.co.uk [und andere meiner Server] angebunden waren, befasste sich urspruenglich mit Server-Software. Die Ausrichtung auf Commerce-Loesungen fuehrte dazu, dass anfangs schlanke und effiziente Systeme bunter und aufdringlicher wurden. Die dot.com-Auftraggeber verlangten alles, was - aus Sicht Netz- Unerfahrener - professionell wirkte: Flash, JavaScript, Java und viele andere Dinge, mit denen man in Vorstandsetagen Kopfnicken ausloest.

Dummerweise ist das die einzige Lokalitaet, die so urteilt. Als erst die Besucher der Kunden-Sites und dann die Zahlungen der Auftraggeber ausblieben, blieb nicht mehr als der Gang in die Liquidation. Ich bin dankbar, dass man nicht einfach den Draht kappte sondern mir Gelegenheit gab, meine Server abzuholen.

Der [vorher schon geplante] Wechsel auf neue Hardware und eine neuere Version Linux fuehrten in der letzten Woche mehrmals zu Stoerungen verschiedener Anwendungen. Laufende Mitgliedschaften wurden zweimal um je vier Wochen verlaengert.

Spam = Sperre

Ich kenne jetzt vier Suchmaschinen, die auf email-Spam unangenehm reagieren. Wer an offizielle email-Adressen der Betreiber ODER an private Adressen der dort Beschaeftigten, und das koennen Adressen bei Hotmail oder privaten Providern sein, unaufgefordert emuell schickt, kommt in die Sperrliste. Bei dreien permanent, bei einer wird die Sperrliste kurz vor dem Ueberlaufen getrimmt.

Eine weitere recht drakonische Spamverhinderungs-Massnahme wird ebenfalls populaer: entdeckt der Spider, dass man versucht, ihm massiv Muell unterzujubeln, wird nicht - wie bisher meistens - die Domain, sondern die IP-Adresse gesperrt. Ein hierarchischer Aufbau aller Adressen erlaubt die sukzessive Verschaerfung.

Enthaelt die Liste der gesperrten IPs unter z.B. 123.123.123.* mehr als X Adressen, werden alle IPs in diesem Bereich gesperrt. Stellt man spaeter fest, dass ein Schwellwert fuer 123.123.*.* ueberschritten wurde, weil auch 123.123.122.*, 123.123.124.* und ein paar weitere "zu viele" schwarze Schafe enthalten, wird die komplette Netzgruppe 123.123.*.*, d.h. 65536 Adressen mit unzaehligen Domains gesperrt.

Das hat den Nachteil, dass mit Sicherheit auch unschuldige Sites von den diese Methodik anwendenden Suchmaschinen ignoriert werden [obwohl es den Site-Betreibern frei steht, zu einem Provider zu wechseln, der Spam nicht erlaubt], hat aber den Vorteil, dass die Sperrliste durch den Einsatz sog. Netmasks automatisch immer moeglichst kompakt gehalten wird und man dadurch beim Spidern nur eine geringe Zahl von Pruefungen anstellen muss.

Doppelt gemoppelt

Ich hab's mehrfach betont: jeder Inhalt sollte nur ueber eine Adresse erreichbar sein. Wer versucht, meinen Server ueber die URL http://kso.co.uk/ zu erreichen, kommt nicht durch. Die Praxis ist beliebt, weil Marketing-Denker durch das Weglassen der 4 Zeichen [www.] erleichtert werden und weil Suchmaschinen manchmal noch nicht unterscheiden koennen. Wenn dann auch noch die Dublettenerkennung nicht existiert oder fehlzuendet, kommt es zu doppelten oder Mehrfacheintraegen in den Suchergebnissen.

Problem: was nicht richtig funktioniert, wird irgendwann als reparaturbeduerftig erkannt. Jetzt habe ich Krokodils-Traenen rollen sehen, weil eine Software-Veraenderung einer Suchmaschine zur Sperrung einer Site, die mit und ohne "www." im Datenbestand enthalten war, fuehrte. Alles, was stoert, ist Spam.

Wenn Ihr Server ueber beide Domainnamen erreichbar ist, sollten Sie den Web-Server so konfigurieren, dass nur eine Variante den erfolgreichen Seitenaufruf erlaubt. Wer eine Seite ueber die "andere" Domain abruft, erhaelt ein Redirect auf die korrekte. Das heisst, wenn Sie ruhig schlafen wollen.

Google misst Click-Verhalten

Link-Popularitaet ist vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei. Ich habe beobachtet, dass Google gelegentlich das Klickverhalten der Besucher misst. Hierbei werden in den Ergebnisseiten nicht direkt die URLs der gefundenen Seiten ausgegeben sondern die Adresse eines Redirectors, aehnlich wie bei DirectHit, AlltheWeb und anderen.

Neue Optimierungstechnik

Nicht alles, was auf dem Web in Sachen Suchmaschinen-Optimierung geboten wird, hat Hand und Fuss. Ein Bekannter machte mich dieser Tage darauf aufmerksam, dass ein renommierter [d.h. in den USA] Kollege als "Trick" vorschlaegt, ein <BR> in der META- Description anzubringen, wie z.B. hier:

<META Name="Description" Content="Apfel Birne <BR> Pflaume">

Begruendung: das <BR> zwingt Suchmaschinen zu einer kurzen Pause bei der Interpretation des Textes und fuehre damit zu einer hoeheren Bewertung der Begriffe.

Waehrend Programmierer ueber solche [tatsaechlich verkauften] Empfehlungen schmunzeln, sei dem Laien empfohlen, auf derartige Akrobatik zu verzichten: Suchmaschinen gehen heute dazu ueber, fehlerbehaftete Seiten als nicht interpretierbar zurueckzuweisen.

Merke: was der Validierer zurueckweist, kann von Suchmaschinen nicht korrekt verarbeitet werden.

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