Sie werden es an anderer Stelle vielleicht bereits gelesen haben. Excite.com wird von einer mittelmaessigen Suchmaschine zu einem Portal, auf dem jetzt Suchergebnisse von Overture [frueher Goto] ausgegeben werden.
Excite wurde fuer $10 Mio an Infospace verkauft, ein auf dieser Seite des Atlantiks nicht so bekannter Metsasuchmachinenbetreiber. Das bisherige Excite-Verzeichnis, wen ueberrascht es, basiert jetzt auf Daten eines ebenfalls von Infospace betriebenen Verzeichnisses.
So wie Microsoft Sicherheits-Probleme als Aufgabe fuer die PR-Abteilung sieht, werden bei AltaVista technische Maengel durch die Abteilung Oeffentlichkeitsarbeit "repariert".
AltaVista verkuendete jetzt in mehreren europaeischen Laendern, die groesste landesspezifische Suchmaschine zu betreiben. Die Hoffnung, dass bei AV frischer Wind fuer neuen Auftrieb sorgt, truegt. Der Fruehling ist laengst vorbei, und Inhalte, die Anfang des Jahres vielleicht aktuell waren, sind laengst verstaubt, umgezogen oder nicht mehr vorhanden.
Die einzige technische beobachtete Neuerung der letzten Wochen ist die erneute Anfaelligkeit fuer Dubletten. Dass AltaVista eine der Fatalitaeten des naechsten Jahres wird, ist bald Gewissheit.
Grosses Gezeter setzt es, wenn Sie Suchmaschinen eine Seite ausliefern, die nach der Erfassung durch eine andere ausgetauscht wird. Waehrend das bei haeufig spidernden Suchmaschinen zwar schnell auffaellt, dauert es bei den gemaechtlicheren Ewigkeiten, bis Suchergebnis und Seiteninhalt uebereinstimmen. Beliebt ist der Trick bei Spammern, Pornografen und anderen nicht immer serioese Absichten verfolgenden Site-Betreibern. Auch Suchmaschinen setzen auf die in im Englischen "bait and switch" genannte Handlungsweise:
Lycos [USA] kuendigte letzten Monat an, bezahlte Einblendungen [die von Overture stammen] als solche auszuweisen, und schon ein paar Tage spaeter wurden diese entsprechend gekennzeichnet. Als der in der Presse aufgewirbelte Staub sich verzogen hatte, folgte der Rueckzieher: inzwischen redet man wieder um den heissen Brei herum und nennt diese Links u.a. "Featured Listings".
Auf eine erneute Pressemeldung verzichtete Lycos.
Lycos ist kein Einzelfall. Anfang des Jahres hiess es bei Google, dass man pornografische Inhalte nicht mehr indizieren wuerde. Die Probe auf's Exempel zeigte dann auch, dass Rotlicht-Suchanfragen entweder satirische, medizinische oder verhuetende Resultate lieferten.
Wahrscheinlich die amerikanische Konjunktur-Schwaeche veranlasste Google, Prinzipien zu verwerfen: Pornografie ist bei Google wieder salonfaehig. Wie bekannt, foerdert Computergrafik ja die Handarbeit, und Onkel Sam braucht heute wirklich jede Hand. Google's Mut beweist, dass man weniger um das eigene als das Standing der Search-Community bedacht ist. Auch hier unterblieb die eigennuetzige Proklamation nach der Kehrtwende.
Im Juni verabschiedete US-Gesetzgebung zwingt US-Firmen und Organisationen [nicht aber Private] dazu, was HTML-Puritaner schon immer verlangten: dass das Web von jedem Anwender unabhaengig von Computer-System und Browser benutzt werden kann. Sites, zu deren Zielgruppe "die Oeffentlichkeit" zaehlt, muessen jetzt auch von Behinderten benutzt werden koennen [Aehnliche nationale und EG- Richtlinien sind in der Mache bzw. teilweise bereits verabschiedet].
Behinderte nutzen meist Text- oder Vorlese-Browser, die sich dadurch auszeichnen, dass die meisten Effekte sang- und klanglos verpuffen. Script-Einsatz, nicht kommentierte Grafik, proprietaere Plugin-Dateien und alles, was im Textbrowser nicht funktioniert, verstoesst schon immer gegen den gesunden Menschenverstand und jetzt bzw bald auch gegen das Gesetz.
Selbst HTML-Tags oder Parameter, die besonders zur Unterstuetzung von Anwendern mit Text- oder Vorlese-Browser geschaffen wurden, werden heute von Autoren missbraucht, die sich nicht als geistig behindert betrachten. So gibt es Millionen von Seiten, deren IMG ALT-Parameter nicht eine Beschreibung der Grafik enthalten, sondern so mit Suchbegriffs-Wiederholungen vollgestopft wurden, dass man Angst haben muss, die Naehte des Browsers koennten platzen.
Genauso gibt es Millionen von Autoren, die nicht wissen, dass diese Suchbegriffe von den Suchmaschinen ignoriert werden und Kaufwillige mit Sehschwaeche abwimmeln. Werden ALT-Parameter mit Suchwoertern gespickt, erscheint die Aufzaehlung im Text-Browser etwa so:
[Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Spam...]
Unterbleibt die Anbringung eines ALT-Parameters gar vollends, wird nur das Wort "INLINE", oder falls die Grafik als Link dient, "LINK", gezeigt. Das fuehrt dazu, dass sich viele Praesenzen in einem Text-Browser etwa so vorstellen:
[INLINE] [INLINE] [INLINE] [INLINE] Willkommen auf der Homepage von [INLINE] Hier finden Sie alles ueber [LINK], [LINK] und [LINK]. [INLINE] [INLINE] [INLINE] [INLINE]
Merke: als Web-Designer zaehlen Sie zur Avantgarde, wenn Ihre Site von 100% aller Anwender genutzt werden kann - nicht wenn der Auftraggeber ob der Farbenpracht das Scheckbuch zueckt.
Nach der Ueberholung meiner Site Anfang Nov habe ich meine Error- Logs gruendlicher als sonst ausgewertet. Es ist verstaendlich, dass Suchmaschinen-Spider, Crawler und andere Kriechtiere auch nach der Umstellung versuchten, kuerzlich entfernte Seiten abzurufen.
Weniger verstaendlich ist die Beobachtung, dass manche Spider immer noch versuchen, Seiten abzurufen, die bei den beiden letzten Veraenderungen der Site-Struktur, 1998 und 1999, untergingen. Manche gar recht hartnaeckig, wie die Zurueckverfolgung der Log-Files der letzten drei Monate zeigte.
Redirects, die nach den beiden vorherigen Site-Veraenderungen eingefuehrt wurden, werden von manchen Suchmaschinen offensichtlich genauso wenig beachtet wie die Tatsache, dass viele der alten URLs seit Jahren nicht mehr existieren.
Ich ueberlege daher, ob ich nicht wieder, wie vor ein paar Jahren, genau ueber Spider-Aktivitaeten Buch fuehre und die Ergebnisse regelmaessig der Presse mitteile. Damals konnte beobachtet werden, dass Spider mehrerer Suchmaschinen genauer wurden. Falls Sie's vergessen haben: zuverlaessige Spider, nicht nur fuer spezielle Aufgaben, kann ich fast immer aus dem Baukasten in kuerzester Zeit liefern.
Nach Versand des letzten Newsletter habe ich meine Listen-Software aktualisiert. Der umgetaufte Newsletter erscheint jetzt ohne namentliche Anrede, dafuer hoffe ich, dass Meldungen Ihrer Autoresponder ["Ich bin schon wieder in Urlaub"] nicht mehr zur sofortigen Loeschung Ihrer Adresse fuehren.
Abbestellungen gehen jetzt an eine eigene Adresse. Gelegentliche Retournierungen aufgrund von Kommunikationsproblemen oder auch im Eifer des Gefechts an die falsche Adresse geschickte Antworten von Ihnen werden zwar immer noch nicht beantwortet - die Software hat _nur_ die Aufgabe, die Bezieher-Liste zu verwalten und ignoriert alles andere - fuehrt aber erst bei mehrfacher Wiederholung zur Loeschung einer Adresse.
Die Seiten ueber Cloaking, Fireball und Google [im Kundenbereich] wurden kuerzlich aktualisiert. Zum Thema Bruecken- oder Gateway- Seiten wird eine weitere Moeglichkeit vorgestellt, solche Seiten unterzubringen, die das Verhalten der meisten Suchmaschinen beruecksichtigt und gleichzeitig Ihren Besuchern hilft.
Neu auf meiner Site sind mehrere interaktive Tools, die auch von Noch-nicht-Kunden genutzt werden koennen. Kurz-Uebersicht:
CheckROBOT prueft das robots.txt-File, weil viel zu viele fehlerhaft sind. Oft gesehen: absolute URLs nach dem Schema http://irgendein.server.com/Pfad/Datei, robots.txt mit dem HTML- Editor erstellt und generell falsche Syntax. Welche Sicherheits- Aspekte bei der Erstellung der robots.txt-Datei beachtet werden sollten [sowie weiterfuehrende Hinweise] sehen Sie im auf der robots.txt Seite im Suchmaschinen-Tutorial.
Diesen Artikel empfehle ich vor allem AOL-Betreibern, deren Log- Files ich vor mehr als 2 Jahren bei HotBot entdeckte und die heute, trotz damaliger email, immer noch ungeschuetzt bereitgehalten werden [aber laengst nicht mehr so umfangreich sind].
CheckHTML ist ein Programm, das die HTML-Syntax einer Seite prueft. Wird nur von Laien benoetigt - Profis verlassen sich auf gut Glueck und das Aussehen im eigenen Browser. Schliesslich weiss man sich in guter Gesellschaft: die ueberwiegende Mehrzahl aller Web-Seiten ist fehlerhaft und wird in Suchmaschinen nie gefunden.
CheckLINKS nimmt die internen Links einer Seite unter die Lupe und zeigt, welche Links in dieser - aus Suchmaschinen-Sicht - gesehen, verfolgt und damit in die Suchmaschinen aufgenommen werden koennen. Nicht alles, was angeklickt werden kann, ist ein Link. Fuehrt gleichzeitig eine kurze Link-Pruefung durch, die zeigt, ob URLs auf dem Server auch erreicht werden koennen.
CheckSUBMIT fuehrt eine gruendliche Analyse einer Seite durch und wagt sich, Vorschlaege fuer die Optimierung zu geben. Grundlage dieser Empfehlungen ist der durch die Software ermittelte wichtigste Suchbegriff der Seite und die Haeufigkeit, mit der dieses Wort bei den Suchmaschinen gesucht wird.
CheckRANK vergleicht eine Seite mit der inhaltlichen Struktur der auf den ersten 10 Plaetzen einer Suchmaschine ausgegebenen Seiten gemaess der woechentlichen Ranking-Analysen. Zeigt Worthaeufigkeit, die sog. Keyword-Dichte und zahlreiche andere Mess-Werte.
CheckKEYS zeigt Ihnen die wichtigsten Suchbegriffe einer oder mehrerer Seiten. Geeignet fuer die inhaltliche Analyse, Suche nach Synonymen oder alternativen Suchbegriffen, da Woerter gruppiert ausgegeben werden.
Alle Tools sind erreichbar ueber:
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