Yahoo, AltaVista, Suchmaschinen-Einstellung.

1. Verzeichnet

Yahoo! machte sich bei Anwendern beliebter als andere, als vor ein paar Wochen alle Anwender-Praeferenzen pauschal auf eine spamfreundliche Einstellung setzte. Wie bekannt, bietet Yahoo! seit Jahren email und andere Dienste, die meist ein Yahoo!-Konto voraussetzen.

Weil die Kasse klingeln muss, entschloss man sich bei Yahoo!, Anwender wie Wegwerf-Objekte zu betrachten und jeden, der seine Yahoo!-Praeferenzen nicht erneut aendert, mit Werbe-Emuell zu bombardieren. Hierbei werden nicht nur eigene Schoepfungen sondern auch die von "Partner-Firmen" vermailt. Zum "Partner-Unternehmen" wird man z.B. durch Anmietung der entsprechenden Mailing-Listen oder anderer Deals.

Yahoo! geht dabei soweit, dass man auch das Anwender-Verhalten nicht nur waehrend eines Besuchs bei Yahoo! selbst sondern auch bei Partner-Sites beobachtet. Da Yahoo!-Werbe-Emuell als HTML verschickt wird, baut man praktischerweise transparente Grafiken ein, die in Verbindung mit einem Cookie ueberall deutliche Spuren hinterlassen.

Da Anwender mit der Bezeichnung "transparente Grafik" offenbar nichts anfangen koennen, nennt man die Methode einen "Web Beacon" [deutsch: Web-Leuchtfeuer oder Web-Strahler]. Anwender, die nicht im Scheinwerferlicht stehen wollen, "duerfen" sich dem Verfahren durch Opt-Out entziehen. Wie lange dieses beachtet wird, ist nicht bekannt. Ein Unternehmen, das Anwender-Praeferenzen ohne vorherige Ankuendigung einmal veraendert, kann den Vorgang wiederholen.

Yahoo Privacy Policy

Sechs Jahre Korrespondenz, Dringen und Draengen fuehrte zu nichts. Der Jodler, der seine Stimme dem ersten Werbespot Yahoo!s lieh, hat sich vergebens jahrelang um angemessene Bezahlung bemueht, als erkennbar wurde, dass Yahoo! nicht auf das, so der Jodler Wylie Gustafson, Gejodele verzichten wollte und den Urlaut regelmaessig in der Werbung fuer Yahoo! nutzte.

Jodler strengt Verfahren an

"Oddly enough", oder eigenartig, dass seine Forderung wenige Tage nachdem die Medien ueber ein von Gustafson angestrebtes Verfahren erfuhren, von Yahoo! nicht nur anerkannt sondern auch befriedigt wurde.

http://www.usatoday.com/life/cyber/tech/2002/04/22/yahoo-yodeler.htm

Aehnlich geprellt werden sich vielleicht viele Yahoo!-Anwender vorkommen, die fuer bisher kostenlos genutzte Dienste bezahlen sollen. Waehrend niemand die betriebswirtschaftliche Entscheidung, nicht alles zu verschenken, beanstanden kann, werden sich nicht wenige Anwender auf den Arm genommen fuehlen, wenn sie jetzt in den Medien lesen, dass Yahoo! in Brasilien den Internet-Zugang kostenlos anbieten will.

Yahoo! macht sich auf nach Brasilien

2. AltaVista-Saga

Ostersamstag ging die letzte Ausgabe dieses Newsletters an seine Leser ab. Osterdienstag stellte ich fest, dass AltaVista nach etwa fuenf Monaten erstmals ein volles Update durchgefuehrt hatte. Viel "totes Holz" wurde dabei aus den Datenbanken entfernt, und neue Seiten wurden indiziert.

Ich habe daraufhin AltaVista aus meinem robots.txt entfernt, um zu sehen, wie schnell eine der aeltesten Suchmaschinen meine Site durch Verlinkung wieder findet und indiziert. Schon ein paar Tage spaeter war die StartURL meiner Site bereits wieder im Bestand. Inzwischen wurde sie zwei weitere male gespidert. Eine vor dem letzten Spidern erfolgte Aenderung des Seiteninhalts wurde aber bisher nicht uebernommen.

Obendrein habe ich wieder eine verstorbene Domain im Datenbestand entdeckt. Die betroffene Site wurde am 28.2. eingestampft. Wenn auch diese aus AltaVista geloescht wird, wissen wir, wann das naechste vollstaendige Update erfolgt. Seit Ostern spidert AV meine Site recht hartnaeckig. Dabei wird, wie schon an anderer Stelle erwaehnt, auch staendig versucht, Seiten abzurufen, die bereits vor Jahren geloescht wurden.

Das gleiche Verhalten kann aber auch bei AskJeeves [bzw Teoma] und vor allem bei Inktomi beobachtet werden.

3. Wieder eine weniger

Hinterher ist man immer schlauer. Search11.ch hat lange nicht gespidert, neue Seiten nicht indiziert, und in den woechentlichen Vergleichen meist mehr schlecht als recht abgeschlossen, weil Datenbestaende kaum gepflegt wurden.

Jetzt hat Search11.ch die Internet-Suche eingestampft und sich selbst auf Job-Suche begeben.

4. Werbung und die Braten-Sauce

Eines der interessantesten Buecher, dass ich seit Ostern gelesen habe, ist Fergus Flemings "Barrow's Boys", das die Geschichte der britischen Exploration Anfang des 19. Jahrhunderts unter John Barrow, Zweiter Sekretaer der Admiralitaet, beschreibt und dabei oft aus den Aufzeichnungen der Explorer zitiert. Barrow war die treibende Kraft der arktischen und antarktischen und teilweise auch der afrikanischen Exploration von 1816 bis etwa 1850.

Eine Passage beschreibt anhand der Originalaufzeichnungen der Brueder John und Richard Lander eine der vielen Improvisationen, auf die der zeitgemaesse Explorer angewiesen war. Wer durch den Busch wollte, musste Wegegeld in Form von "Geschenken" zahlen. Explorer karrten regelrechte Waggonladungen an Plunder durch den Dschungel, um einen nach dem anderen Stammeshaeuptling zu kaufen. Typische Geschenke waren Perlen, Messer, Spiegel, Kessel, sowie Kochtoepfe und andere oft sperrige Konsumgueter geringen Wertes.

Durch endlose Verhandlungen wieder und wieder verzoegert ging den Bruedern kurz vor Erreichen des Ziels - der Muendung des Nigers - der Plunder aus. Bis auf einen Vorrat konzentrierter Bratensauce in Dosen, von den Landern nicht als Kulinaritaet beurteilt, war man "pleite". Der auf den ersten Blick nicht offensichtliche Wert der Konserven wurde den Bruedern erst bewusst, als sie einen der Feldherren des Stammes, mit dem verhandelt wurde, beobachteten, wie er vor seinen Truppen mit erhabenem Haupt, verziert durch gleich vier Konserven-Etiketten, daherstolzierte.

Beim Lesen der Passage musste ich unwillkuerlich an Web-Design, JavaScript und Flash denken.

Und an die Plaene der Web-Werber, denen die Etiketten offenbar ueber Augen und Ohren gerutscht sind und die ihre eigentliche Funktion, die Praesentation des Kunden im bestmoeglichen Licht, wohl als laestig empfinden.

Nur so kann man sich die juengsten Auswuechse der "Branche" erklaeren. So sehen Anwender, die ihren Browser nicht den eigenen Interessen entsprechend konfigurieren, grossflaechige Inserate, die 20 oder 30 Sekunden lang nicht weggeklickt werden koennen.

Werbende Unternehmen zahlen gerne Aufpreise fuer diese Art der Bekanntmachung, da man so schneller als mit jeder anderen der auf dem Web ueblichen Werbeformen potentiellen Kunden demonstriert, was man von ihnen haelt. Und Agentur-Clowns und Druecker der Broker und Banken geben zu, dass Anwender die neuen Werbeformen nicht moegen, aber "dass sie sich daran gewoehnen muessen". "Je aufdringlicher, umso besser" meint ein Analytiker von IDC, einer Marktforschungsfirma. Unerfahrene Anwender, die z.B. die Playboy-Site aufrufen, sind so gezwungen, 25 Sekunden lang auf eine Werbebotschaft zu starren.

Selbst dem Verbraucher-Schutz nahestehende Organisationen zeigen nur mangelndes Verstaendnis im Umgang mit PCs. "Diese Anzeigen sind ein Aergernis, das sich nicht vermeiden laesst", so Gary Ruskin, Direktor bei Commercial Alert, einer von Verbraucher- Anwalt Ralph Nader mitbegruendeten Organisation, die nicht weiss, wie man JavaScript und, wenn man obendrein auch noch Windows benutzt, ActiveX, im Browser deaktiviert.

http://seattlepi.nwsource.com/business/65007_netad03.shtml

Dies ist auch noetig, wenn man die Plaene der amerikanischen Firma United Virtualities glaubt, die sich zukuenftig nicht damit begnuegt, nur im Browserfenster Unfug zu treiben, sondern die jetzt auch die Schaltflaeche, d.h. alle grauen Pixel inkl. Knoepfe inkl Verschiebebalken des Browsers zur Werbeflaeche umfunktionieren und gleichzeitig die Funktionalitaet wichtiger Knoepfe neu definieren will. "Anwender brauchen nichts downzuloaden, um den Vorgang einzuleiten".

Dass die in NY entwickelte Technik ausschliesslich fuer die Anal- phabeten, die an den Schaltstellen der Markenwirtschaft sitzen, konzipiert wurde, sagt schon der Name: "Ooqa Ooqa". Erinnert mich an konzentrierte Bratensauce.

http://www.siliconvalley.com/mld/siliconvalley/living/2980593.htm

5. Tapeten-Wechsel

In der zweiten Haelfte des Monats hat meine Site einen Facelift erfahren. Das im Nov. vorgestellte Design sollte bewirken, dass Anwender die Thematik moeglichst systematisch durchgehen und letztendlich schliessen, ohne meinen Service nicht auszukommen. Die Zahl der Seitenaufrufe pro Besucher stieg zwar um fast 200% an, aber die Struktur wurde gelegentlich auch kritisiert.

Erstaunlich ist, dass die Zahl der pro Besucher abgerufenen Seiten fast so schnell, wie sie im Nov. 2001 anstieg, wieder gefallen ist [sie liegt momentan immer noch um 100% hoeher als vor dem Nov.-Wechsel]. Unter "Algorithmen & Syntax" sind ein paar neue Seiten, das Tutorial wurde vollends ueberarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht, und auch das Glossar wurde erweitert.

Meine eigentliche Offerte wurde angepasst. Gleichzeitig habe ich auf vierteljaehrliche Zahlung umgestellt.

Suchmaschinen Top10-Position erreichen

Im Kunden-Bereich befindet sich ein neues "1x1 der Optimierung", das voellig neu erstellt wurde, suchmaschinenspezifische Fakten nennt und an Beispielen zeigt, was passiert, wenn... Bis auf die notwendigen Seiteninhalte werden alle anderen dabei benoetigten Hilfsmittel im Kundenbereich bzw auf dem Daten-Server bereitgestellt.

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