Eine alte englische Redensart besagt, "you can't teach an old dog new tricks". Soll heissen, eingefahrene Verhaltensweisen verfestigen sich mit fortschreitendem Alter.
Volksweisheiten enthalten oft einen Kern der Wahrheit. Aber nicht immer die ganze. Meinen jetzt zehn Jahre alten Setter habe ich kuerzlich innerhalb weniger Minuten dazu gebracht, auf Aufforderung zu Knurren. Im Eifer des Gefechts wird daraus manchmal zwar ein Bellen, aber so kleinlich sind wir hier nicht.
Und eine der aeltesten Suchmaschinen des Webs hat, nachdem man sich jahrelang auf Hype und Versprechungen konzentrierte, jetzt _ohne_ begleitende Pressemassnahmen ein grundueberholtes System "hingestellt", das Aufmerksamkeit verdient.
Am 7.6. hat AltaVista wieder die Datenbasis aktualisiert. Im Vergleich zu frueheren Updates [das letzte erfolgte am 2.4.] hat man gleichzeitig das Ranking so fundamental geaendert, dass ich geneigt bin, AltaVista neu einzuordnen, wenn wir Suchmaschinen nach Relevanz der Suchergebnisse sortieren. Und zwar ziemlich oben.
In Foren und Newslettern, die sich mit der Materie beschaeftigen, hoert man drei Meinungen:
Interessant ist, dass es jetzt einfacher ist, als je zuvor, fuer AltaVista Seiten zu optimieren - wenn Sie sich an den Interessen der Anwender orientieren und auf Tricks und Trickchen, die auf dem Troedelmarkt gehandelt werden, verzichten.
Auch das neue Update ist nicht perfekt. Dubletten sind immer noch ein Problem, weil AltaVista offenbar Schwierigkeiten hat, zwischen xyz.com und www.xyz.com zu unterscheiden. Hosts die immer noch ueber beide Adressen erreichbar sind, gehen hier vermeidbare Risiken ein. Es wird gemunkelt, dass AltaVista das Spidern schon bis zum naechsten Update so veraendern will, dass Server mit und ohne "www." leichter erkannt werden [in der Praxis handelt es sich fast immer um die gleiche Site, wenn diese aber nicht zur gleichen Zeit gespidert werden, kann durch eine zwischenzeitliche Aktualisierung die Pruefung versagen].
Auch die Aktualitaet ist noch nicht so, wie man sie sich wuenschen wuerde. Manche Inhalte basieren auf Seiten, die schon im April d.J. erfasst wurden, obwohl auch noch sehr viel spaeter gespidert wurde. Nur erlesene Online-Medien werden oefters gespidert, manche jeden Tag [soweit nachvollziehbar], um die Suchergebnisse um aktuelle Inhalte zu bereichern.
Trotzdem ist erkennbar, dass AltaVista - nach Jahren - erstmals vorzieht, zu handeln, statt zu versprechen. Wenn das naechste und folgende Updates, wie offiziell verlautet, regelmaessig in Abstaenden von 45 bis 60 Tagen erfolgen, Dublettenprobleme in nicht allzu ferner Zukunft gemeistert werden und gleichzeitig die Aktualitaet verbessert werden kann, ziehe ich meinen Hut.
Angenehm wuerde ich ueberrascht, als ich letzten Monat erstmals mit Pay per Click-Werbung experimentierte. Angenehm, aber nicht so, wie der Satzanfang nahelegen koennte.
Normalerweise wird meine Site bei AltaVista.DE [und ein paar anderen] nicht gefunden, da dort nur typisch deutschsprachige Domains in der Standardeinstellung durchsucht werden, d.h. .DE, .CH, .AT und natuerlich .COM. Da bei Overture gebuchte Werbung in deutscher Sprache u.a. auch bei AltaVista.DE erscheint, konnte ich die Besucherzahlen von AltaVista mit denen anderer Suchmaschinen vergleichen [da auch bei Espotting Werbung gekauft wurde, erschien entsprechende Werbung bei nahezu allen deutschen Suchdiensten].
Gemessen an reinen Besucherzahlen ergibt sich etwa folgende Rangfolge fuer die Suchdienste, bei denen ich aufgrund der Wahl meiner UK-Domain [oder der grossen Zahl verkaufter Positionen] nicht oder in der Standard-Einstellung nicht gefunden werde:
wobei es fast schmerzt, die ersten beiden und AltaVista in einem Satz zu erwaehnen. MSN profitiert vor allem durch Hijacking der Anwender, die nicht lesen koennen und daher nicht wissen, wie man einen Browser benutzt. Oder dass es Suchmaschinen gibt, und wie man diese erreichen koennte. T-Online liefert zwar auch Ergebnisse von AllTheWeb, aber erst im Anschluss an _alle_ bei Overture plazierten Werbeeinblendungen _unabhaengig_ von deren Zahl. Fuer die Suchformulierung "last minute" liefert T-Online _echte_ Suchmaschinen-Ergebnisse daher erst am Ende der dritten[!] Ergebnisseite.
Ueber die [theoretischen] Vor- und [praktischen] Nachteile von Frames wurden sprichwoertliche Baende geschrieben. Ich glaube, die Debatte jetzt abschliessen zu koennen, da ich inzwischen nachweisen kann, dass Frames Suchmaschinen-Position kosten. Oder genauer, dass Praesenzen, die ohne Frames arbeiten, per Saldo eine bessere Suchmaschinen-Position erreichen.
Der im Kundenbereich abgelegte Artikel zeigt, wie Sie den Erfolg der Strategie bei AllTheWeb, AltaVista und Google nachpruefen.
Ich muss zugeben, dass ich mich jedesmal freue, wenn mich ein Kunde ueber seine Erfolge informiert. Genauso ist es mir aber unverstaendlich, dass ich heute noch auf Praesenzen stosse, die gegen jede Regel der "Kunst" verstossen. Und deren Betreiber - obwohl sie in den Suchmaschinen nicht gefunden werden - einfach nicht in der Lage sind, zu sehen, dass sie nicht gefunden werden, eben weil sie auf Tricks und Schummeln setzen.
Wie zur Zeit der Hexenverbrennungen scheint die Mehrzahl aller Site-Betreiber den Glauben, dass META-Tags und weisser Text auf ebenso weissem Hintergrund fuer den Suchmaschinentrickser eine Art Wunderwaffe sind, nicht ablegen zu wollen.
Unauffindbare Praesenzen, die ausser Flash und Grafik [und im Browser-Fenster nicht sichtbare META-Tags und versteckten Text] keine Information enthalten, lassen sich in den Suchmaschinen nicht durch zusaetzliche Woerter in META-Tags oder noch mehr versteckten Text "optimieren". Auch wenn Sie zusaetzliche nicht sichtbare Woerter Eimerweise in die Seiten schuetten.
Wir leben im Informationszeitalter [auch wenn ein Grossteil der CPU-Leistung heute darauf verwendet wird, Dokumente hoffentlich geschliffener zu gestalten].
Anwender suchen Information. Suchmaschinen zeigen, wo diese ist.
Aber seitdem Suchmaschinen Linkpopularitaet beruecksichtigen, haben Seiten ohne Information ausgedient. Restlos. Und endlich.
Niemand, der sich auf eine Seite ohne Informationsgehalt verirrt, wird diese empfehlen [oder gar einen Link darauf einrichten].
"Informationsgehalt" ist, aus Sicht des Anwenders, das, was er im Browserfenster sieht.
Nicht mehr, und nicht weniger. Seiten, die keinen sichtbaren Text enthalten, sind wie ein unbeschriebenes Blatt. Da niemand auf solche Seiten linkt, sind sie aus Sicht der Suchmaschinen wertlos - oder "informationslos".
Animationen und Grafiken sind kein Ersatz fuer "Information". Sie moegen ergaenzen, koennen aber nie ersetzen.
Waere dies nicht der Fall, haette die Menschheit nicht die Schrift entwickelt. Jede Gesellschaft fuer sich und unabhaengig von anderen zu verschiedenen Zeitpunkten. Aber immer dann, wenn eine Gesellschaft einen bestimmten Entwicklungsgrad erreicht hatte. Jared Diamond bietet in "Guns, Germs and Steel" eine faszinierende Geschichte [der Schrift und anderer mehr als einmal erfundener Konzepte].
Grafiken sind nur in Ausnahmefaellen eindeutig. Grafiken koennen Text nur dann ohne Gefahr der Mehrdeutigkeit ersetzen, wenn Uebereinstimmung oder Zwang vorherrscht [Verkehrsschilder]. Wer Ihre Web-Site besucht, kommt aber freiwillig. Und sicherlich, ohne eine "Web-Fahrschule" besucht zu haben.
Grafik _kann_ ergaenzend informieren, gar notwendig sein, wenn Sie ueber Dinge informieren, die sich mit einer Sprache, die fuer andere Zwecke entwickelt wurde, nicht beschreiben lassen [ein Sonnenuntergang bei einer bestimmten Wolkenformation] oder deren praezise Beschreibung die Faehigkeiten der Zielgruppe [Autokaeufer] strapaziert [3D-Koordinaten und Dimensionen einer gekuervten Motorhaube].
Sinnvolle Web-Entwicklung nutzt ein Mittel [Text, Grafik oder z.B. Animation] dann, wenn jede alternative Methode "Information" nur ungenuegend vermitteln wuerde. Mein Suchmaschinen-Tutorial laesst sich grafisch nicht darstellen. Ich verwende [mit HTML erstellte] "Grafik" nur dort, wo absolute Werte nicht so wichtig sind, wie der grafische, der augenscheinliche Vergleich, z.B. am Ende der Seite
Der Einsatz von Grafik und Animationen, weil andere es auch so machen, wird zum Rohrkrepierer. Wer Navigation durch klickbare Buttons und informierende Texte durch Animation ersetzt, nur weil es "cool" aussieht, traegt [unbewusst?] zur Reduzierung des Informationsgehalts bei - d.h. so direkt wie nachvollziehbar zur reduzierten Suchmaschinenposition. Und wer unter den ersten 30 nicht gesehen wird, ist unsichtbar.
Eine Site, die nicht oder mangelhaft informiert, ist wertlos. Und Linkpopularitaet fuehrt wie kein zweites Verfahren dazu, dass wertlose Seiten zuletzt ausgegeben werden.
a) Kundenbereich:
Suchmaschinen-Optimierung und Linkpopularitaet, Nachweis, dass Frames die Suchmaschinen-Position ruinieren, AltaVista Ranking, Fireball Ranking, Lycos Ranking, MSN Ranking
b) oeffentlicher Bereich:
Suchmaschinen-News: Google verliert Links, Google Programmierwettbwerb, AltaVista Update, Espotting gefeuert.
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