Suchmaschinen-Einstellungen sind heute zwar nicht so beliebt aber trotzdem an der Tagesordnung, wie noch vor etwa zwei Jahren die regelmaessigen Vorstellungen neuer Mitbewerber. Ein paar der Fatalitaeten der letzten Monate in chronologischer Folge sind u.a. SearchNow [NZ], Lotse, Speedfind, Netfind, Netscape, Search11, DirectHit, NorthernLight, Excite und Infoseek. Die meisten wurden sang und klanglos eingestellt, ein paar wieder aufgewaermt, um Daten von AllTheWeb zu liefern. Lotse und Speedfind kamen unter die Fittiche von Dino, quasi einem Relikt der Internet-Urzeit.
Ein Kunde meinte kuerzlich: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Plazierung mit dem Begriff ... bei Google auf Platz 30 immer noch viel mehr Besucher einbringt als Position 3 bei z. B. Lycos", und verraet damit sicherlich nichts Neues, auch wenn die Betonung auf "viel mehr" liegt.
Tatsache ist, dass Google keineswegs klammheimlich sondern in aller Oeffentlichkeit ehemaligen und verbleibenden Mitbewerbern Prozent fuer Prozent Marktanteile abgeknoepft hat - wobei Google so dreist war, und das, was Usability-Experten seit Jahren predigen, Wort fuer Wort umsetzte, waehrend die Mitbewerber auf noch mehr Farbe, noch mehr Gezappel, und noch mehr Aufdringlichkeit setzten. Und nie auf den Trichter kamen, dass Anwender, wenn schon, dann doch viel lieber auf oeffentliche Verkehrsmittel als auf Lieferung einer Webseite warten.
Auch wenn Suchmaschinen wie AltaVista, Inktomi und selbst Fireball in der letzten Zeit grosse Anstrengungen unternahmen, die Qualitaet der Suchergebnisse - teilweise drastisch - zu verbessern, ist es fuer eine Trendwende laengst zu spaet. Zumal keiner der Mitbewerber den Mut besitzt, auf Bremskloetze zu verzichten und die Textsuche, die in Liefergeschwindigkeit und Seitenaufbau durchaus mit Google konkurrieren kann, nur verschaemt verlinkt wird. Vernachlaessigung der Aktualisierung oder immer wieder auftauchende Pannen, die zu fehlerhafter oder unvollstaendiger Seitenlieferung fuehren, und simple Maus-zu-Maus Propaganda verleiten Anwender, die Googles URL noch nicht kennen, danach zu suchen, wie die steigende Popularitaet des Suchbegriffs "Google" zeigt.
Wenn, wie aus den Log-Files ersichtlich ist, dieser seit Jahren dokumentierte Trend anhaelt, fragt man sich, wie lange es dauert, bis Google 100% Marktanteil besitzt. Und Mitbewerber sich mit dem verbleibenden Rest begnuegen muessen.
Zumal das Wachstum laengst ins Stocken geriet, d.h. die Zahl der Neuanwender, die erst durch eigenes Warten erfahren muessen, dass es neben MSN, Freeserve und anderen Diensten, die ueberwiegend von der "Unerfahrenheit der Jugend" profitieren, auch eine Welt gibt, die unaufdringlich und qualifiziert informiert.
Aber vielleicht ist die Vorstellung auch nur das fatalste aller denkbaren Szenarien. Wer bei Google nach "search engine submission" [engl Suchmaschinenanmeldung] sucht, sieht, dass einer der AdWords- Werbekunden den Eintrag bei mehr als 750.000 Suchmaschinen bietet. Offenbar ist der Wettbewerb gesund und munter [das entsprechende "AdWord" wird nur bei US-Anwendern eingeblendet, daher ist der Umweg ueber den Anonymizer notwendig].
Bis vor Kurzem konnten Sie bei Overture die von Werbetreibenden pro Klick gezahlten Kosten sehen, egal, ob Sie bei z.B. T-Online oder Overture direkt suchten. Heute erscheint nur ein Hinweis darauf, dass es sich um einen gesponsorten Eintrag handelt.
Da Google bei den AdWords ebenfalls keinen Klickpreis anzeigt und noch nie anzeigte, stellt sich die Frage, ob Overture hier nicht eine Google-Idee kopiert und moeglicherweise Gegenklage riskiert.
Warum die Sternchen, werden Sie sich fragen? Weil die meisten mail- Filter genauso primitiv sind, wie die Familien- oder Schmutz-Filter der Suchmaschinen, soll heissen, ein falsches Wort, und dieser Newsletter wird zensiert, statt den Empfaenger zu erreichen. Und wer bei der Suche nach z.B. Nieren- und anderen Tees glaubt, durch Anwendung der bei manchen Suchmaschinen gebotenen Familienfilter p*rnografische Inhalte zu unterdruecken, wird ebenfalls enttaeuscht. Oder rot.
AllTheWebs Familienfilter laesst sich zwar ein- und ausschalten, d.h. wenn man JavaScript im Browser aktiviert, die beabsichtigte Wirkung bleibt leider aus.
Selbst bei Fireball, wo manche zweideutige Begriffe abgefangen werden und nur durch Befolgen eines "Moechten Sie Ihre Suche auf den Er*tikbereich beschraenken?"-Links erreicht werden koennen, unterbleibt dieser Hinweis bei nicht unbedingt eindeutig er*tischen oder gar p*rn*grafischen Suchwoertern. Dummerweise wird Werbung von Espotting auch dann gezeigt, wenn Fireballs Filter eingreift. Eine Handlungsweise, die durchaus technische Gruende haben kann.
Reuters versucht, ueber die Schiene Personalentlassungen bis zum naechsten Jahr 220 Dollar zu sparen:
BBC-Berichte ueber den Stromausfall in Oxford nach der Explosion im E-Werk Cowley
BBC News ueber Stromausfall[1]
[1] http://www.bbc.co.uköxford/news/2002/10/electricity.shtml
und ueber die rosigen Aussichten fuer das Telefon der Zukunft:
Aus meinem Postkoerbchen:
> bei immer mehr Kunden taucht www.blitzsuche.de in den Logfiles > an zweiter und dritter Stelle hinter google auf. Vielleicht > sollten Sie einmal über deren Algorithmus berichten.
Bevor Sie sich Gedanken machen, wie Sie bei der Blitzsuche auf die besseren Plaetze steigen, sollten Sie wissen, dass bei diesen Referer-Eintraege im Log-File die Suchbegriffe fehlen. Warum? Weil die Referer-Angabe nicht den Tatsachen entspricht. Wer's nicht glaubt, kann sich zur Blitzsuche bemuehen - einen Link auf Ihre Site, Rechtfertigung fuer einen Referer-Eintrag im Log-File, werden Sie vergeblich suchen.
Wie es dann zu den Referer-Eintraegen kommt? Da die Blitzsuche derzeit aktiv spidert, gibt der "BlitzBOT"-Spider aus mir nicht ersichtlichen Gruenden - dass es sich um Irrefuehrung handelt, will ich nicht glauben - als Referer die eigene Site an. Auch bei Mirago.co.uk kann man diesen Software-Fehler beobachten. Und wer Windows benutzt, weiss, dass Software Temperament haben kann.
Eine Suchmaschine, die neu ist und gleichzeitig unter den "Most popular" [populaersten] eingestuft wird, sieht man nicht alle Tage:
Wortwoertlich zitiert [die GROSS-SCHREIBUNG ist von mir]: "Mit einer neuen Software will die Telekom-Tochter T-Online mehr ueber die Wirkung von Werbung im Internet HERAUSFINDEN. Durch das Programm koenne der Marktfuehrer in Deutschland das Verhalten von Internet-Nutzern protokollieren; ZIEL sei es, vermehrt Unternehmen FUER Online-Werbung ZU GEWINNEN..."
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-09.10.02-000/
Wer's noch nicht weiss: die Entwicklung der Marktanteile von Google und die der Mitbewerber spricht Baende, die jede Untersuchung ueberfluessig macht.
Nachdem Disney gut $US 800 Mio brauchte, um Infoseek zu ruinieren, hat sich Donald Duck jetzt den E-Kommerz vorgenommen:
Disney Gehversuche im E-Kommerz
Schlechter Umgang faerbt ab. Nach der Devise wird bei Suchmaschinen seit laengerer Zeit quer Beet geurteilt. Folge: wer einen oder mehrere Links auf gesperrte Praesenzen unterhaelt, wird ggfls ebenfalls mit einer Sperre oder reduzierten Bewertung belastet. Die Rationale ist verstaendlich und sinnvoll, daher nicht ohne Risiko fuer Verlinker.
Was Linkfarmen und FFA-Verzeichnisse sind, sollte bekannt sein. Wenn nicht: solche Praesenzen werden aufgebaut, um die Ergebnisse von Suchmaschinen zu manipulieren, indem kuenstliche Verlinkung fabriziert wird. Man registriert hunderte oder auch tausende von Domains, die allesamt eigentlich wertlose Inhalte haben. Alle Domains werden flugs untereinander verlinkt. Damit diese eigentlich ausserhalb des Webs stattfindende Verlinkung nicht auffaellt, gaukelt man Unbedarften vor, ein "neues" oder eigenes Verzeichnis zu betreiben, in das jeder aufgenommen wird, der auf das Verzeichnis zuruecklinkt.
So wird massiv "Verlinkung" simuliert, ohne dass ursaechlich Wert in Form neuer Information geschaffen wird, d.h. die komplette Chose ist nicht nur wertlos sondern ein unnoetiger Kostenfaktor fuer Suchmaschinen. Verstaendlich, dass diese sauer reagieren und alle Beteiligten ueber einen Kamm scheren.
Interessiert Sie nicht, da Sie ein reines Gewissen haben? Dann sollten Sie mal einen Blick in Ihre Foren und Gaestebuecher werfen. Wer heute ein Forum [bzw Gaestebuch] betreibt, und unzensiert uebernimmt, was Besucher eintragen, riskiert bei jedem Eintrag einen Link auf eine gesperrte Zielseite. Der Ihnen angelastet werden kann.
Ihre Forums- bzw Gaestebuch-Software muss daher umgehend so angepasst werden, dass Ihre Besucher dort bei Bedarf zwar ihr Herz ausschuetten koennen, Links auf andere Praesenzen muessen aber ausnahmslos verhindert werden. Wer Foren [oder Gaestebuecher] ernsthaft betreibt, sollte eh alle HTML-Elemente vor Speicherung der Eintraege entfernen. So verhindern Sie nicht nur fehlerhafte oder "gefaehrliche" Seiten, sondern auch, dass Ihre Besucher sich gegenseitig Tretminen [z.B. per JavaScript] unterschieben.
Ich habe kuerzlich eine weitere Moeglichkeit kennengelernt, die bei nachlaessiger oder unerfahrener Server-Verwaltung dazu fuehren kann, dass Dritte von Ihrer Site ohne Ihr Wissen und Zutun einen Link auf gesperrte Praesenzen einrichten, auch wenn Sie kein Forum oder Gaestebuch betreiben. Ich kann diese hier leider nicht nennen, da sofortiger Missbrauch moeglich ist. Potentielle Opfer dieser Manipulation findet man dummerweise ueber jede grosse Suchmaschine.
Wer sich schonmal HTTP-Header ansieht und weiss, wieviele immer noch ungepatchte Web-Server heute noch in Betrieb sind, oder wie nachlaessig Patches selbst auf betrieblich genutzten Windows-PCs installiert werden, versteht, dass ich zurueckhaltend bin.
Sie werden es nicht fuer moeglich halten, aber die "Suchmaschine" Excite.de [Tiscali erwarb die europaeischen Rechte der Edel-Marke und drueckt ueber die Schiene Werbung von Overture und Daten von AllTheWeb] erlaubt keine Suchanfragen mit Leerzeichen, d.h. jede aus zwei oder mehr Woertern bestehende Anfrage wird ab Seite zwei auf das erste Wort reduziert.
Beispiel: Sie suchen nach
windows blue screen
Am Ende der Seite finden Sie einen Link "Weiter >>", der die naechsten zehn Ergebnisse liefern soll. Wer's versucht, sieht, dass auf das zehnte ein erstes Ergebnis geliefert wird, und zwar fuer die auf das Wort "windows" reduzierte Suchanfrage.
Des Raetsels Loesung: HTTP ist, wie PHP auch, eine das Studium der bereitgestellten Spezifikationen voraussetzende Wissenschaft. Wer sich zur Adresszeile des Browsers bemueht, sieht, dass die Leerzeichen vor und nach "blue" nicht codiert sind. Wer diese durch ein Pluszeichen [oder den hexadezimalen Wert %20] ersetzt, kommt zum Zug.
Verpasst dann aber die Perle auf Platz 3: Annoyances.org
Inktomis Datenbank-Interface, gehostet von Positiontech.com, hat seit mindestens einem Jahr die gleiche Macke. Aber waehrend bisher bei Aufruf von Folgeseiten eine Fehlermeldung ausgegeben wurde, erscheint jetzt eine neue Suchmaske. Man muss sich nur zu helfen wissen.
http://search.positiontech.com/
Kundenbereich:
Suchmaschinen-Optimierung und Linkpopularität: neue Werte fuer AllTheWeb, AltaVista, Google und Inktomi.
Schutz vor gefährlichen Nachbarn: verhindern, dass Ihre Site auf gesperrte Praesenzen linkt und dadurch ebenfalls bestraft wird.
Suchmaschinenspezifisch: ODP, Yahoo!, Fireball.
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