Anfang Maerz erkrankte mein "beautiful Setter". Tieraerztliche Behandlung bei gleichzeitiger Schon-Diaet brachte eine Erholung, aber keine vollstaendige Genesung. Ende April erlebten wir einen dramatischen Rueckschlag. Ich war zweimal kurz davor, ihm den letzten Liebesdienst zu erweisen - wenn er nicht erkennbaren Lebenswillen gezeigt haette. Momentan haben wir Stabilitaet. An eine voellige Genesung glaube ich nicht mehr. Dafuer versuche ich, ihm einen Lebensabend voller Wuerde, viel Aufmerksamkeit und Zuvorkommen zu geben, wo es inzwischen erwartet wird - er merkt ja, dass man besonders bemueht ist.
Im Alltag ist es einfach, alles Gegebene als selbstverstaendlich hinzunehmen, zu vernachlaessigen, weil man "Wichtigeres" zu tun hat, Prioritaeten vergisst. Dabei kann man jede Zeiteinheit nur einmal ausgeben. Wenn es zu spaet ist, koennen Sie nicht zurueckspulen.
Ueber Zeit, die mit Trivialitaeten vertan wurde, urteilt man, wenn es zu spaet ist, anders. Da ich jeden Tag damit rechne, dass es zu spaet ist, lebe ich jetzt danach. Ein herausfordernder, verschmitzter, erfreuter oder auch dankbarer Blick gibt mir mehr, als Positionsverbesserung, Zerpfluecken obskurer meist nur auf Desinformation basierenden Theorien, die Erstellung neuer News- Seiten ohne wirklich signifikante Tatsachen.
Ein Grossteil der Aufwendungen bei der Suchmaschinen-Optimierung wird Trivialitaeten gewidmet. Es hilft selten, wenn Sie dutzende von Seiten der Mitbewerber analysieren, ohne die Sites und auch die entsprechenden Seiten genau und seit geraumer Zeit zu kennen.
Denn fuer nahezu jeden [haeufigen] Suchbegriff finden Sie bei den grossen Suchmaschinen unter den ersten Zehn immer wieder die gleichen Praesenzen. Oft ueber Jahre hinweg. Positionen aendern sich von Monat zu Monat. Aber langfristig gesehen stellt diese Gruppe eine Art Elite dar, die dort ist, ohne regelmaessig Seiten zu optimieren. Die Analyse der Seiten der Elite sagt zum Thema Optimierung mehr, als systematisches Auseinanderpfluecken der Seiten der gelegentlichen Top10-Eintagsfliegen.
Natuerlich gibt es immer wieder "Ueberraschungen", sprich Seiten, die partout nicht dorthin gehoeren. Erfahrung zeigt aber, dass diese Seiten mit anderen, die letzten und vorletzten Monat dort waren, konkurrieren, und nicht etwa mit denen der Elite, die eine gewissen Schwankungsbreite in Kauf nimmt, und die sich darauf konzentriert, Besuchern maximalen Wert zu bieten.
Wenn Sie nicht auf einen Blick "sehen", warum eine Ihrer Seiten "nur" auf Platz X erscheint, waehrend die Konkurrenz weiter oben ist, geben Sie Zeit aus, ohne einen Gegenwert zu erleben. Absolute Position [innerhalb einer Ergebnisseite] ist laengst nicht so wichtig, wie eine einladende Beschreibung der Seite. Selbst Platz zehn kann lohnender sein, als der erste.
Zu den trivialen Optimierungsbemuehungen zaehlt auch der Versuch, Veraenderungen einer Position zu begruenden, vor allem, wenn Sie diese Seite erst vor kurzem aktualisiert haben. Wissen wir wirklich, ob die neue Position durch Ihre Veraenderung, Aenderungen der Ranking-Parameter einer Suchmaschine oder gar Verbesserungen der Seiten, die jetzt vor Ihrer ausgegeben werden, verursacht wurde?
Viel zu oft wird vergessen, dass bei einem Update der Datenbank einer Suchmaschine zuletzt gespiderte Daten mit neuen Parametern bewertet werden. Die Daten kennen Sie. Die Parameter koennen Sie nur abschaetzen [oder durch entsprechend gross angelegte Analysen auf Richtwerte reduzieren], _nachdem_ sie bei der Suchmaschine gelaufen sind. Dann ist es zu spaet, darauf zu reagieren. Naechsten Monat werden Einstellungen garantiert wieder angepasst, auch wenn solche Anpassungen in der Regel nur als Feineinstellung bezeichnet werden koennen.
Sinnvoll ist daher _nur_ die Erkennung und Befolgung ueber einen laengeren Zeitraum hinweg gemessener Durchschnittswerte. Und diese bevorzugen immer noch die erstaunlich einfache Seitenkonstruktion.
Dazu zaehlt auch der Verzicht auf komplizierte Praesentation, die moeglicherweise nur vom neuen Browser dargestellt werden kann, sowie der Verzicht auf unnoetige Dynamik. JavaScript-Links sind immer noch solche, die erst im Browser durch Ausfuehrung von Programm-Code zur Entstehung kommen. Wer fordert, oder darauf hofft, dass Suchmaschinen sich hier "anpassen" und JavaScript-Code ausfuehren, uebersieht, dass diese von Leuten betrieben werden, die sich beruflich mit Informatik beschaeftigen. Jeder, der auch nur ein entferntes Interesse an der Integritaet des eigenen Systems hat, fuehrt _prinzipiell_ keinen Code aus unbekannter Quelle und dann auch noch unbesehen aus.
Genauso riskant ist der Einsatz des falschen Content Management Systems. Die meisten zwingen Anwender dazu, Seiten unter URLs bereitzustellen, die sog. ?name=wert Parameter benoetigen. Warum, verstehe ich nicht. Ich kenne keinen zwingenden Grund, die den Einsatz vorschreiben - ich komme seit Jahren ohne Parameter aus. Ich benutze allerdings immer noch Make, und ich betrachte meine Site auf www.kso.co.uk immer noch _nur_ als eine Kopie eines lokal gehosteten Originals, das mit "make && make install" gepflegt und nach dem Korrekturlesen mit "make upload" auf den Server geladen wird.
Waehrend die grossen Suchmaschinen vor einiger Zeit anfingen, auch Seiten mit Parameter-URLs zu indizieren, hat die Sache einen Haken, der soeben zum Rohrkrepierer fuer viele Site-Betreiber wurde. Da solche Parameter oft sog. Session-IDs verkoerpern, und weil diese IDs oft nachlaessig vergeben werden [ich kenne genug Praesenzen, bei denen ein Reload der Startseite eine neue ID zuteilt], haben Suchmaschinen, deren Dublettenerkennung, sagen wir mal, verbesserungswuerdig ist, mehr als doppelt gemoppelt. Und jetzt, wo man sich der Problematik bewusst wurde, der Moppelung einen Riegel vorgeschoben.
Bei Google koennen Sie uebrigens einfach pruefen, welche Ihrer URLs man zwar kennt aber nicht indiziert hat. Die Suchanfrage
site:www.ihre-domain.de -filterwort
zeigt alle URLs Ihres Servers, die entweder indiziert wurden oder deren Adresse man kennt. "filterwort" im obigen Beispiel ist ein Filterwort, dass _nicht_ in Ihren Seiten vorkommt. Indizierte Seiten erkennen Sie daran, dass TITLE und eine der Seite entnommene Beschreibung in den Ergebnissen erscheint. Ignorierte Seiten erkennen Sie daran, dass in den Ergebnissen nur die URL [sowie evtl ein Link auf "Aehnliche Seiten"] auftaucht, weil Google irgendwo einen Link auf diese Seite gefunden hat. Die Zahl der nicht indizierten Seiten stieg beim letzten Update bei vielen Sites in die Hoehe.
Was fuer CMS-erstellte Seiten gilt, gilt auch fuer Shops. Auch hier wird fast immer mit Session-IDs [zusaetzlich zu Produkt- und anderen Variablen] gearbeitet, die eigentlich _nur_ bei der tatsaechlichen Abwicklung einer Transaktion benoetigt werden, nicht aber, solange sich ein Besucher nur informieren moechte. Das kann er nur, wenn Ihre Seiten indiziert werden.
Erschreckend - fuer Betroffene - ist, dass ich bei der Pruefung der Indizierung mancher CMS- bzw Shop-Praesenzen auf nicht indizierte URLs gestossen bin, die mit Apaches mod_rewrite [oder analogen Loesungen fuer andere Server] von Parameter-beladenen in "normale" umgeschrieben wurden. Warum das so ist, kann nur Google beantworten. Dass sich manche Site-Betreiber Steine selbst in den Weg legen, gehoert in das Kapitel Trivialitaeten. Beherrschung unnoetig komplexer CMS- bzw Shop-Systeme vergeudet nur einmal "ausgebbare" Zeit. Hinzukommt die Zeit, die Sie benoetigen, um durch Wahl der falschen Technologie verursachte aber vermeidbare Probleme mit mod_rewrite zu reparieren. Ihre Familie, und Ihr Hund, wenn Sie einen haben, wird sich bedanken [und wahrscheinlich Ihr Arzt].
Gutes Design ist, wenn man nichts mehr wegnehmen kann. Gilt fuer Software-Entwicklung genauso wie fuer Seiten-Gestaltung. Und es erlaubt Ihnen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Uhr tickt.
Deshalb bin ich seit Mitte Mai nur von etwa 8:30 bis 11:00 Uhr [britischer Zeit] am Arbeitsplatz. Im Esszimmer am Laptop fehlt zwar der Netzanschluss [und derzeit noch ein Telefon], aber Zwang fuehrt auch zur Konzentration.
Mit einer Pressemeldung, die mir die PR-Agentur der Suchmaschine Mirago.de schickt, will man sich deutschen Suchenden vorstellen. Wenn das mal gutgeht.
Originalton der Mitteilung: "Fuer die zielgerichtete und detaillierte Suche innerhalb deutscher Websites ist Heinrich, der Mirago-Robot, verantwortlich. Heinrich graebt sich tiefer durch das deutsche Internet als irgendein Robot zuvor."
Wie stur Heinrich dabei vorgeht, hatte ich bereits am 10.3.2003 dokumentiert.
Und weiter: "Die Technologie erkennt natuerliche Sprache, formt Plural in Singular um ..."
Lob, wo Lob angebracht ist. Wer bei Mirago.de nach Kraftwagen sucht, findet tatsaechlich identische Suchergebnisse, egal ob man an einen oder mehrere Kraftwagen denkt. Ganz fehlerfrei geht es allerdings nicht. Schulen und Schule, oder Haeuser und Haus liefern unterschiedliche Ergebnisse.
Und nochmal Originalton PR: "Auch fuer Sicherheit ist gesorgt. Mirago bietet einen familienfreundlichen Filter an."
Ich weiss natuerlich nicht, was andere unter "familienfreundlich" verstehen. Die Eingabe bestimmter unverfaenglicher Verben ohne jede weitere Eingrenzung fuehrt aber zu Ergebnissen, die in Ihrer Familie hoffentlich nicht praktiziert werden.
Mein Mail Firewall erlaubt praktischerweise die Sperrung aller Mails aus einer Domain. Fuer unsachliche Pressemeldungen hatte ich noch nie Zeit.
"Endlich traut sich mal jemand...", stand in einer an mich gerichteten Email aus dem Hause Witch [SpeyerNet AG] anlaesslich meiner Kritik an einer grossen Suchmaschine. Die Traute kam offenbar ungelegen, als ich meldete, dass Witch.de eine Kopie des ODP veroeffentlichte, ohne dabei die Lizenz-Bedingungen Netscapes, deren Einhaltung Voraussetzung fuer die legitime Verwendung der ODP-Daten ist, zu erfuellen.
Vor einer Woche flatterte mir ein Brief des Advokaten der Firma SpeyerNet AG ins Haus. Beanstandet wurde, dass ich mir erlaubt hatte, die URL www.snitch.de [snitch = engl. umgangssprachliche Formulierung fuer Klauen] im Newsletter [03/2003] anzugeben.
Genausowenig konnte man verkraften, als ich im April fragte, ob die Indizierung von _Suchergebnissen_ der Suchmaschine Witch durch Google absichtlich erfolgte oder auf einem Glitch [= Panne] beruht.
Meinem Verstaendnis nach ist Google zwar clever, aber ich bezweifle, dass Google Suchschlitze ausfuellen kann. Oder soll. Ergebnisseiten koennen durch Google also nur indiziert werden, weil sie entweder dort angemeldet wurden oder weil Google irgendwo Links fand, die zu den Ergebnisseiten fuehren. Da Suchmaschinen, so Sachverstaendige, nicht die Aufgabe haben, die Suchergebnisse anderer Suchmaschinen zu indizieren, war die Frage so unberechtigt nicht. Da es, sonst wuerde man es nicht bemaengeln, also kein "Glitch" war, frage ich mich, was es dann war.
Da der Advokat auf seine Kosten kommen will, eine hier verfasste und von hier verschickte elektronische Publikation aber britischem [Presse-] Recht unterliegt, kommt der juristische Klimmzug: die SpeyerNet AG sieht mich [oder sich] als Mitbewerber an [mit der Folge, dass somit das deutsche UWG und ein deutscher Gerichtsstand massgeblich sei], da ich Suchmaschinen-Optimierung verkaufe. Und, wie mir zahlreiche Leser bestaetigen, die unaufgeforderte Werbung per Email von selbiger Firma erhalten haben, SpeyerNet AG die Erstellung von Brueckenseiten [oder Software zur Erstellung, um sicher zu sein, muesste ich eine der emails aus dem Archiv graben] anbietet, die dem Zwecke der "Suchmaschinen-Optimierung" dienen sollen. Wer die FAQs oder Webmaster-Seiten grosser Suchmaschinen studiert, kommt aber zum Schluss, dass man solche als Versucht der Ueberlistung betrachtet.
Da der oder die Entscheidungstraeger der Suchmaschine Witch.de [oder deren Anwalt] die englische Sprache offenbar beherrschen, erlaube ich mir, hier zu zitieren, wie mein Lexikon den Begriff Witch definiert:
"1) A person who practices black magic or sorcery or is believed to have dealings with the devil. 2) An ugly or vicious old woman; a hag."
Rohe Gewalt, Kultur Made in Denmark. Diskriminierung im Irak. Neuer $1 Mrd Supercomputer schafft 11.000 Transaktionen pro Tag.
Zweideutige Domainnamen:
http://revelation-bible-jesus-christ-revelation-bible-jesus-christ.com/
http://www.lumbermansexchange.com/
Der Vorteil eines eigenen Validators, ein Beispiel fuer individualisierte Fehler-Meldungen: http://www.globesprinkler.com/,und koennen Tippfehler Kriege ausloesen?
Suchmaschinen Weblog [auszugsweise]:
Neuer Google-Bug? Abacho mit Inktomi-Daten... Der Unterschied zwischen Google- und Overture-Anwendern... Verstopfen Blogs die Suchmaschinen? Jede Menge Literatur ueber Google... wo jetzt auch Rob Pike arbeitet... Google demontiert Overture und Espotting... AllTheWeb Erste-Hilfe...
Kunden-Bereich:
Seiten-Status Report verlinkt jetzt HTML-Fehler Ihrer Seiten.
Im "1x1 der Optimierung": Gruendlich Analyse des letzten Google Updates, Optimale Linkstruktur einer Site, Neue Methoden der Spam-Bekaempfung, Neue Art des Domain-Hijack, Spider mit Tarnkappe.
Meine Suchmaschinen-News wurden jetzt durch meinen Suchmaschinen-Blog abgelöst.
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