Ich lese jede in meinem Postkoerbchen eingehende Mail, auch wenn ich aus Zeitgruenden nicht jede beantworten kann. Es freut mich besonders, wenn Leser, nachdem sie mein Suchmaschinen-Tutorial durcharbeiten und moeglicherweise hier eingestreuter Empfehlungen anwenden, eine Erfolgsmeldung loslassen. Waehrend die Wettbewerbssituation bei Tourismus am Ammersee, Fahrradfahren oder auch Umweltthemen sicherlich nicht mit Last-Minute-Fluegen und den in der Branche oft gesehenen Manipulationen vergleichbar ist, weiss ich, wer langfristig gesuender schlaeft.
Ein Herr P.O. schreibt mir, "Besonders beachtenswert finde ich aber, dass Sie Ihren Arbeitsalltag auf die Beduerfnisse Ihres Setters abstimmen."
Ernste Gegenfrage: "Warum eigentlich nicht?" Das Kit fuer das drahtlose Netzwerk kostete weniger als 100 Pfund, und die ADSL- Leitung weniger als meine ab Januar stillgelegte ISDN-Verbindung. Der einzige Unterschied: die Bildschirmaufloesung des Laptops ist mit 1024 x 768 geringer als die im Buero. Und wenn ich mal ein Fachbuch benoetige, muss ich aufpassen, dass ich unterwegs nicht vergesse, warum ich ins Buero gehe. Technologie soll das Leben bereichern, nicht uns versklaven.
Wenn Sie ein Auge auf Dotcomtod halten, sehen Sie, wieviele Zeitgenossen sich selbst viel zu ernst nehmen. Dazu zaehlen auch die Medien. Mein Setter wurde zwar kuerzlich auch bei Focus/MSN erwaehnt, aber der Artikel ist, wie moeglicherweise _alles_, was man uns heute vorsetzt, fluechtig, reisserisch und sachlich falsch.
Fluechtig, weil der Autor vergisst, meinen Setter mit dem Attribut "beautiful" zu versehen ;-) Reisserisch, weil ich anders formuliert hatte. Und sachlich falsch, weil man a) Colitis mit etwas Glueck zwar kontrollieren aber nicht, wie ich gesagt haben soll, "gesund pflegen" kann und b) die im Artikel genannten Redewendungen weder dem Gesagten noch dem per email Bestaetigten entsprechen. Dass es Stefan Karzaunikat nicht anders ging, nehme ich an, wenn ich den Email-Verkehr sichte. Und ob das Geschilderte in allen Details der Sachlage entspricht, sei dahingestellt.
Aehnlichen Krampf verzapfte der SPIEGEL diese Woche, wie Sie in meinem Weblog am 1.12. lesen koennen.
Und auch heute ist die Sensation wichtiger als Aufklaerung. Wie Sie bei Reuters und vielen anderen Medien erfahren konnten, werden Windows-Benutzer durch einen neuen Virus belaestigt, der im Vergleich zu anderen einen einmaligen Nebeneffekt hat: Anti- Spam-Aktivisten werden als Paederast diskreditiert. Niemand hielt es fuer noetig, Anwendern zu sagen, wie sie verhindern, dass der eigene PC befallen wird; wie sie verhindern, dass Windows-Rechner ausser Viren auch Spam und Kinderpornografie weiterreichen.
Weil wir in einer Welt voller Laerm leben, in der Substanz duenner und duenner wird, ist es einfach, Laerm auszublenden, zusaetzliche Zeit zu finden. Weil ich keine fuer Irrelevantes habe, bleibt genug, mich mit befriedigenden Dingen zu beschaeftigen.
Seth Finkelstein glaubt, dass Googles Spamfilter, der vielen Sitebetreibern derzeit Kopfschmerzen bereitet, auf dem bei der Erkennung von Spam-Emails oft genutzten bayesianischen Prinzip beruht. Genaues weiss man [als Aussenstehender] natuerlich nicht. Waere dies tatsaechlich der Fall, haette Google einen hochgradigen Bock und sich selbst in den Fuss geschossen.
Bayesianische Analysen sind beim Filtern von Email erfolgreich, weil sie nach einer "Lernphase" [Analyse manuell als Spam oder zum Arbeits- bzw Interessenbereich des Anwenders zugeordneter Mails] aufgrund des Wortschatzes jeder Mail schnell erkennen, ob die in der Mail enthaltenen Begriffe unter Beruecksichtigung der Worthaeufigkeiten "Signal" oder "Laerm" sind, d.h. erwuenschte oder unerwuenschte Kommunikation darstellen.
Wer ueberwiegend Email-Verkehr zum Thema Medien und die Qualitaet ihrer Berichterstattung erhaelt und verschickt, wird nicht nur viele Kraftausdruecke verwenden, sondern auch kein Interesse an Information ueber Produkte haben, die die Beschaffenheit diverser Koerperorgane angeblich beeinflussen sollen. Bayesianische Filter eignen sich gut dazu, zwischen relevanter und nicht relevanter Information zu unterscheiden.
Wer sich Googles Ergebnisse zu "kommerziellen" Suchformulierungen ansieht, muss aber oft befinden, dass ganz oben Seiten erscheinen, die bezogen auf die Suchanfrage kaum relevant sind. Ein moeglicherweise nach dem bayesianischen Prinzip arbeitender Filter wuerde hier, bezogen auf entweder einen sehr grossen Korpus an Web-Dokumenten oder nur solche, die die gesuchte Formulierung enthalten, befinden, dass die nach den sonstigen Ranking-Parametern oben ausgegebenen Seiten "Spam" sind. Dummerweise kann dieser Filter aber nicht beruecksichtigen, welcher Wortschatz und welche Haeufigkeiten vom Anwender akzeptiert werden, da dieser ja ausdruecklich das als "Spam" Bewertete sucht.
Wer schonmal einen Spider auf Tour geschickt hat, weiss, dass Spam-Verhinderung eine permanente Herausforderung ist. Vieles, was man auf dem Web findet, _ist_ einfach nur Schrott. Traditionelle Ranking-Verfahren, die nur Seiteninhalte beruecksichtigen, oder die ueberwiegend durch einen oder sehr wenige Ranking-Parameter gesteuert werden, sind deshalb immer anfaellig gegen Manipulation. Gruendlichere Analysen kosten aber mehr, wesentlich mehr, CPU und auch Arbeitsspeicher. Und wie selbst das Problem der Erkennung von Dubletten oder sehr aehnlichen Dokumenten zeigt, kann man heute aufgrund der riesigen und ungehindert wachsenden Datenmengen viele Verfahren nicht mehr anwenden, wenn man nicht bereit ist, zu sieben.
Anwender, die sich bei der Wahl des Computer-Systems gegen Windows entscheiden, hatten bisher in einem Bereich das Nachsehen: den Google-Toolbar gibt es nur fuer Windows-PCs.
Da ich mich als Redhat-Anwender entscheiden muss, ob ich zukuenftig auf die teurere und auf eine Maschine limitierte Redhat Enterprise Linux-Version umsteige oder eine alternative Distribution nutze, nutze ich einen aelteren Rechner als System fuer "Experimente", die auch schiefgehen duerfen. Daher habe ich erstmals Gelegenheit gehabt, mich mit Dingen zu befassen, denen ich bisher skeptisch gegenueberstand. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.
Wine ist eine Art Ausfuehrungs- oder Kompatibilitaets-Ebene fuer Linux [sowie FreeBSD und Solaris], die das Ausfuehren von Windows-Applikationen auch ohne Windows erlaubt.
Aus Zeitgruenden habe ich dabei nicht den Quellcode kompiliert sondern zunaechst einmal die Demo einer kommerziellen Wine-Version namens CrossOver Office getestet [der Urheber des Wine-Projekts arbeitet heute beim Hersteller an der Wine-Weiterentwicklung].
Installation klappte auf Anhieb, und zwar mit der Demo-Version wie auch der ein paar Tage spaeter angeschafften Vollversion [$US 59]. Bei der MSIE-Installation muss ich beide male einen Fehler gemacht haben, da der Browser manchmal etwas zerknittert aussieht und sich erst glaettet, wenn ich ein Menu anklicke. Den Browser habe ich vom Browser Archiv geladen, was einfacher war, als die Sache von der Windows 98-CD zu kratzen, die ich, obwohl fuer meine Tochter gekauft, mit meinen Backups aufbewahre [wobei ich nicht weiss, ob selektives Laden von der CD ueberhaupt machbar ist]. Da vom MSIE selbst die Netzwerkkonfiguration nicht direkt moeglich ist, muessen Sie einen evtl Firewall auf der Maschine, auf der Sie Wine/MSIE installieren, kurzzeitig deaktivieren. Ich vermute, dass MSIE zwecks automatischer Ermittlung der Netzwerkparameter recht unorthodox vorgeht. Sind die Parameter [IP, DNS, Gateway] dann bekannt, kann der Firewall wieder aktiviert werden.
Installation des Google-Toolbars ist ebenfalls unproblematisch, wenn man davon absieht, dass sich der dazu benutzte MSIE waehrend der Installation augenscheinlich in Luft aufloest, um ein paar Sekunden spaeter mit einem neuen Fenster in neuem Glanz zu erstrahlen.
Sobald Sie den Toolbar installiert haben, sollten Sie den Browser schliessen - was man hat, hat man - und dann erneut starten, um ihm eine Konfiguration fuer Erwachsene zu geben. Bei einem fuer eine englische Windows-Version installierten Browser finden Sie das unter Tools->Internet_Options->Security _und_ _zusaetzlich_ unter Tools->Internet_Options->Advanced, wo alles, was Fremden die Installation oder Ausfuehrung von Software auf Ihrem Rechner ohne Ihre ausdrueckliche Zustimmung erlaubt, deaktiviert werden sollte. Die normalerweise Wildfremden erlaubte Piraterie wird in der Konfiguration mit Scripting, ActiveX und Items on the Desktop verniedlicht, bedeutet aber nichts anderes, dass MSIE-spezielle Software durch den Besuch einer Web-Site oder auch das Oeffnen einer Mail mit Attachment ungefragt auf Ihrem PC installiert und ausgefuehrt werden kann. Womit natuerlich auch die Modifizierung Ihrer Windows-Systemeinstellungen erlaubt wird.
Ein Screendump meines [Blackbox-] Desktops auf dem Laptop zeigt, dass ich alles auf Disable [Deaktivieren] gesetzt habe [Wenn Sie Einstellungen auf "Prompt" setzen, fragt der Browser bei jeder Seite, ob Code-Ausfuehrung erlaubt sei - unabhaengig davon, ob eine Seite z.B. JavaScript enthaelt oder nicht].
Durch Wine auf eine simulierte Windows-Umgebung gezwungen, kann MSIE nur in einem Unterverzeichnis wirken [komprimiertes .tar-File = ca 500 Kb]. MSIE unter Wine wird natuerlich dank X auch zur Ausfuehrung ueber das LAN befaehigt, wenn Sie ihn z.B. auf einem alten Rechner installieren. Aufruf des Browsers kann dann ueber das LAN [ssh via xterm] erfolgen, so dass Ihr Rechner die Tastatur und den Bildschirm bereitstellt, aber die Ausfuehrung und der Cache auf einer abgeschotteten Maschine erfolgt. Das erlaubt obendrein die Benutzung durch alle Zugriffsberechtigten, sofern Sie gem. CodeWeaver-Lizenz nicht mehr als die vereinbarte Zahl Anwender zur gleichen Zeit an den Browser lassen.
Neue Kennedy-Verschwoerungstheorie
Duplex-Domainnamen:
http://www.champagneswines.com/
http://www.letshitit.com/
http://www.mp3shits.com/
http://www.mattressex.co.uk/
http://www.atitproductions.com/
Ich muss gestehen, im oeffentlichen Teil meiner Site seit dem letzten Newsletter nur meinen Suchmaschinen-Weblog gepflegt zu haben. Ueber das Weblog-Archiv finden Sie die Vormonate.
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