Bezahlte Suchmaschinen-Anmeldung

Inktomi war die erste Suchmaschine, die für die Aufnahme von Seiten Geld berechnete [ursprünglich ca $10 pro Seite pro Jahr]. AltaVista und später AllTheWeb folgten dem Beispiel. Während niemand gerne zusätzliche Kosten sieht, sollten Sie die Gebühren nicht als Kostenfaktor, sondern als Garant der allmählichen Verbesserung der Suchmaschinen und der ausgegebenen Suchergebnisse sehen.

Die Möglichkeit, Seiten, die letztendlich Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung helfen, dort unterzubringen, muss von irgendjemand bezahlt werden. Warum nicht vom Nutzniesser, der gleichzeitig weiss, dass Missbrauch, der allen schadet, dadurch zwar nicht eliminiert aber drastisch eingegrenzt wird? Der Grossteil aller Missbräuche findet statt, gerade weil die "Kosten" bisher auch von - in jeder Hinsicht - Minderbemittelten erbracht werden konnten.

Inktomi bietet heute keine Möglichkeit mehr, Seiten kostenlos anzumelden. AllTheWeb bietet zwar formell noch die Möglichkeit, betont aber, dass man nicht alle angemeldeten Seiten akzeptiert. Gleichzeitig wird die bezahlte Anmeldung empfohlen. Und über AltaVista wird berichtet, dass es Monate dauern kann, bis kostenlos angemeldete Seiten tatsächlich gespidert werden.

Erst wenn kostenlos angemeldete Seiten beim regulären Spidern von Suchmaschinen durch Link-Verfolgung gefunden werden und diese Seiten gleichzeitig gewisse qualitative Mindestanforderungen erfüllen, die die Aufnahme in den Datenbestand rechtfertigen, können Sie aufatmen. Dieses Warten kann bei nicht in Verzeichnissen eingetragenen Präsenzen Wochen oder gar Monate dauern, weil die Zahl der jeden Tag neu veröffentlichten Seiten schon lange schneller steigt als die Kapazität der Suchmaschinen. Verzeichnisse werden andererseits mindestens einmal monatlich gespidert, die dort eingetragenen Sites damit schnell von den Suchmaschinen gefunden.

Umgehen kann man Wartezeit und ggfls reduziertes Ranking durch die kostenpflichtige Anmeldung. Im Gegenzug verpflichten sich die Suchmaschinen, diese Seiten während der Vertragsdauer im Datenbestand zu halten und regelmässig - wesentlich häufiger als das reguläre Spidern erlauben würde - abzurufen, um etwaige Veränderungen schnellstmöglich in den Datenbestand zu übernehmen.

Dabei betont jede Suchmaschine, dass Seiten, die kostenpflichtig angemeldet werden, abgesehen vom Verzicht auf Strafpunkte genauso wie solche Seiten behandelt werden, die beim normalen Spidern entdeckt werden. Bevorzugte Behandlung bezieht sich also nur auf die sofortige Aufnahme und häufiges Spidern zum Zwecke der Aktualisierung.

Nicht-kommerzielle Site-Betreiber befürchten oft, dass mit der Einführung der bezahlten Anmeldung private Seiten nach und nach aus den Datenbeständen der Suchmaschinen verdrängt würden. Genau das Gegenteil ist der Fall: über den Geldbeutel wird unseriösen Site-Betreibern, die pro Nacht tausende und zehntausende von Anmeldungen pornografischer oder wertloser Seiten bei den Suchmaschinen durch gekaufte oder selbstgestrickte Software durchführen, der Weg versperrt.

Gleichzeitig hat jede Suchmaschine, die langfristige plant, Interesse daran, die Qualität des Datenbestandes und der gelieferten Ergebnisse zu verbessern. Hierzu erforderliche Research- und Entwicklungs-Bemühungen kosten sehr viel Geld. Die bezahlte Anmeldung bietet daher doppelten Nutzen: sie hilft einmal der Umsatzerzielung und reduziert zum anderen einen der grössten Kostenfaktoren der Suchmaschinen, da man nicht mehr ungezählte Millionen von Seiten rücksichtslos operierender kommerzieller Site-Betreiber bearbeiten muss.

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