Suchmaschinen und JavaScript

Obwohl JavaScript [sowie VBScript und andere systemspezifische und erst im Browser des Besuchers ausgeführte Script-Sprachen] von den Suchmaschinen nie als ausführbarer Code interpretiert wird, übersehen Site-Entwickler oft, dass auch ein signifikanter Teil der Anwender darauf verzichtet. Die Mehrzahl aller Browser-Abstürze wird durch unfertige Scripte verursacht, die gleichzeitig die Integrität und den Schutz der auf dem Anwender-System gespeicherten Informationen gefährden.

Ich habe von 1998 bis zum Sommer 2001 gemessen, wie gross der Anteil der Besucher dieser Site war, deren Browser JavaScript aktiviert hatte. Die Zahl schwankte im Beobachtungszeitraum ständig zwischen 48 und 53% der Besucher.

Je nach Zielgruppe kann bis zur Hälfte der Anwender eine Site, deren Links per JavaScript im Browser erstellt werden, nicht benutzen. Suchmaschinen nehmen solche Links nicht zur Kenntnis.

Der Anteil der Anwender, die JavaScript deaktivieren, schwankt sicherlich zielgruppenbedingt,. Er wird bei Jugendlichen oder einer technisch nicht versierten Zielgruppe vielleicht niedriger sein, bei sicherheitsbewussten Anwendern andererseits wesentlich höher.

Die Zahl der Anwender, die nicht nur JavaScript sondern auch das Laden von Grafiken im Browser deaktiviert hatten, lag ebenfalls erstaunlich hoch: knappe 30% verzichteten auf Grafik.

JavaScript, damit erstellte Links oder Text-Passagen und andere unter dem Sammelbegriff Dynamische HTML oder DHTML angesiedelte Effekte dürfen, wenn Verzicht darauf nicht möglich ist, nur auf Seiten eingesetzt werden, bei denen eine gute Position in den Suchmaschinen nicht erforderlich und bei denen Besucherverlust nicht massgeblich ist.

Von mehr als einer Suchmaschine ist bekannt, dass JavaScript-Techniken, über die sich Anwender ärgern, heute zur permanenten Zurückweisung einzelner Seiten oder vollständiger Sites führen. Wer meint, den Zurück-Button des Browsers oder die Navigationsleiste ausschalten zu müssen, oder wer bei jedem Versuch eines Besuchers, die Site zu verlassen, neue Fenster öffnet, wird so behandelt, wie er sich aufführt.

Kürzlich wurde bekannt, dass eine Suchmaschine auch mittels JavaScript erstellte Links auswertet [aber nicht verfolgt]. Wer einen JavaScript-Link auf eine gesperrte Site setzt, muss ebenfalls mit Sperre rechnen.

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