Suchmaschinen und Frames

Dass der Verzicht auf Frames und auf Präsentation ausgerichtete Seiten und die Rückkehr zu einfacher Gestaltung nicht nur die Position in den Suchmaschinen sondern vor allem Umsätze direkt beeinflusst, höre ich nicht nur von Kunden, sondern liest man immer wieder in Newslettern und Foren, die sich mit den kommerziellen Aspekten des Web befassen.

Frames-Befürworter nennen ebensoviele Gründe für deren Einsatz wie Gegner Gründe kennen, die gegen die Nutzung von Frames sprechen. Befürworter kommen aus dem Präsentationslager. Gegner sind meist erfahrene Web-Anwender oder Web-Verantwortliche, die Seitengestaltung mit und ohne Frames getestet haben und die nicht persönliche Neigungen sondern Fakten sprechen lassen.

Netscape hat Frames erfunden. Netscape hat Frames monatelang auf der eigenen Präsenz eingesetzt. Und dann ersatzlos gestrichen.

Manche Suchmaschinen bearbeiten Frames und Framesets auch heute noch nicht, andere nur unzureichend. Framesets enthalten keine eigentliche Information. Und die ein Set ausmachenden Einzelseiten haben meist keine eigenständige Navigation. Wer solche Seiten in den Suchmaschinen findet und aufruft, hat oft das Gefühl, in einer Sackgasse gelandet zu sein.

Suchmaschinen begrenzen oft die Zahl der Seiten, die pro Site bearbeitet werden. Wer Frames nutzt, erreicht ein solches Limit eher, weil die Zahl der abgerufenen Dateien und nicht die der visuellen Seiten gezählt wird. Manche Suchmaschinen berücksichtigen die Zahl der "wertvollen" Seiten. Auch hier schaden Frames, weil viele inhaltslos sind, d.h. keinen Fliesstext enthalten.

Der von Frames-Befürwortern oft ins Gefecht geführte <NOFRAMES>-Tag ist keine Abhilfe. Weil er nie im Browser des Entwicklers auftaucht - man benutzt ja stets die neueste Version - gerät er in Vergessenheit. Mehrere Suchmaschinen sind deshalb dazu übergegangen, den <NOFRAMES>-Bereich gespiderter Seiten - inkl der darin oft versteckten Links - als nicht zum Seiteninhalt zählend zu ignorieren.

Wer bei manchen kleineren Suchmaschinen Ergebnisse findet, deren Beschreibung partout nicht zum aufgerufenen Ergebnis passen will, entdeckt den wirklichen Grund, d.h. den indizierten Text, oft im NOFRAMES-Bereich der Seite. Mein Programm CheckFRAME zerpflückt solche Seiten und zeigt, welche Tricks mit Frames & Iframes bei manchen Suchmaschinen funktionieren.

Suchmaschinen und IFRAMEs

IFRAMEs werden von den meisten Suchmaschinen nicht indiziert und werden daher von Site-Betreibern, die keinen Wert auf ungestörte Nachtruhe legen, dazu genutzt, Anwendern und Suchmaschinen unterschiedliche Inhalte auszuhändigen.

Da IFRAMEs nicht Bestandteil der eigentlichen Seite sind, aber von [modernen] Browsern visuell in diese eingebettet werden, kommen manche Site-Betreiber auf die Idee, Suchmaschinen einen "optimierten" Inhalt anzubieten, der dann im Browser durch einen IFRAME visuell überlagert wird: Die Suchmaschine indiziert den Spam, der Browser präsentiert, den Spam verdeckend, was der Anwender sehen soll.

Wie bei allen einfältigen Methoden gilt auch hier, dass soetwas kurzfristig Erfolg haben kann. Wie bei FRAMEs auch, nimmt mein Programm CheckFRAME solche Seiten auseinander und zeigt nur den Teil der Seite an, der von Suchmaschinen bearbeitet wird.

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